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Jesus, dieser Querdenker!

DasManifest für den Frieden”von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer stiftete immer mehr Unfrieden. Die mögliche Teilnahme von AfD-Anhängern sorgte in der Parteiführung für allergische Reaktionen. Und dann hatte die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann ihre Teilnahme an der Demonstration im Zusammenhang mit dem „Manifest für den Frieden” abgesagt. „Wer sich für Frieden einsetzt, muss sich klar von nationalistischen und menschenfeindlichen Personen und Gruppen abgrenzen“, teilte die Theologin mit.

Man fragt sich, ob sie wieder betrunken war oder ob sie vom Glauben abgefallen ist. Kennt die Pastorin denn nicht die Einladung des Jesus Christus? »Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid« (Matthäus-Evangelium 11, 28) Was aber auch für eine absurde Einladung, alle Menschen, mit welcher Hautfarbe oder welchem Glauben auch immer, ob SPD, Grün, CDU, Links oder AFD, alle dürfen kommen, wirklich alle! Dieser Mann muss verrückt gewesen sein!

Und ständig schwurbelte er so etwas wie: „Der Friede sei mit Euch“, anstatt Streumunition und Phosphorbomben zu fordern, um weitere Hunderttausende Tote zu verhindern. „Die Wahrheit wird Euch freimachen”, predigte er. Das Wort „Wahrheit“ kann nur eine Verschwörungstheorie eines alten, weißen Mannes sein.

Überhaupt fragt man sich nicht seit gestern, wer dieser Jesus überhaupt war. Könnte es sein, dass Jesus niemals existierte, sondern dass uns nur eine gute Story auf bunten Kirchenfenstern erzählt wird? „Über die Details wird seit Jahrhunderten debattiert“, so Eric Meyers, Archäologe und Professor für Judaistik an der Duke University „Aber kein seriöser Akademiker bezweifelt, dass es die historische Person gegeben hat”.

Wer war dann der komische Kauz?

So, so – aber wer war dann dieser merkwürdige Kauz? Er käme von Gott, sagte er, sei sogar sein Sohn, er stellte sich mit allen Menschen auf eine Stufe, aß und trank gemeinsam mit ihnen, mit allen! Geimpft oder ungeimpft, Mann oder Frau und das ohne 2 G Bändchen. Er heilte, tat Wunder, behandelte Taube, Blinde und sogar Leprakranke ohne Maske und Abstand. Ach Du liebes Lottchen! Gott sei Dank war Corona-Krieger Karl noch nicht auf der Welt und Söders Polizei nicht im Einsatz, sonst hätte man ihn während der Predigt vom Ölberg geholt, wie einst die Kinder vom Schlitten.

Es war auch kein Lanz in Sicht, der nervös auf dem Stuhl rumrutscht, seine Beine und Augenbrauen hochzieht, mit gekonnt kritischem Blick. „Wer sind Sie?“, raunt. Mit einer Stimme, die immer ein wenig an Kermit dem Frosch erinnert, der ein A oder O verkaufen will.

Allerdings hätte es einen Lanz auch gar nicht gebraucht. Denn Jesus posaunte nun wirklich in den letzten Winkel dieser Erde, um 360 Grad sozusagen: »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.« Er allein. Was für eine besorgniserregende, fast verstörende Aussage! Ein Größenwahnsinniger?

Nein. Ein mutiger Mensch, der die Verantwortung für das Gesagte ganz allein trug. Einer, der es schaffte, ein Erbe für die ganze Welt zu hinterlassen, das mit der Kirche nichts zu tun hatte. Damals nicht, aber ganz sicher nicht mit der heutigen Kirche, die sich während der Corona-Zeit selbst einschloss, Sterbende allein ließ, das Singen verbot und mit lächerlichen rot-weißen Bändchen die Bänke abtrennte.

Jesus aus Nazareth war vermutlich der größte Querdenker der Geschichte. Im tiefen Glauben an die Liebe und die Wahrheit, zwei Worte, die schon damals auf tiefstes Misstrauen in der herrschenden Klasse stießen. Das Gefährlichste aber war, die Menschen folgten ihm!

Mit allen Menschen sprechen, das Brot teilen?

Was für eine durch und durch kranke Idee von diesem wirren Mann! Wie sollte man denn so die Kontrolle behalten, wenn jeder mit jedem redet? Irgendwie musste man diese Typen unbedingt loswerden. So schlug man ihn ans Kreuz, wusch sich hinterher aber feige die Hände in Unschuld, sicherheitshalber, falls dieser Freak dann doch Gottes Sohn gewesen sein sollte. Er wusste, dass seine Anhänger nach seinem Tod schweren Zeiten entgegensehen würden. So sagte er: „Selig sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden“.

Vielleicht sollten wir den Mann mit der allergrößten moralischen Haltung der Weltgeschichte nicht ganz vergessen.

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