Foto: michelaubryphoto/Shutterstock

Kopflos: Deutschlands politische Geisterfahrt

Wehe, wenn eine Zeitenwende von außen kommt. Deutschland hat nach dem Zweiten Weltkrieg leider bislang nie mehr wieder zu selbst gefunden. Damit ist eine Rückkehr in den demokratisch-zivilen Aufbruch der 1920er Jahre gemeint, in der sich ein sich befreiendes, aufstrebendes und leistungsstarkes Land nach einer kurzen Blüte im Sumpf der Extremismen wiederfand. So zerstört wie große Teile unserer Städte, wie etwa Hamburg oder Dresden, blieb auch das Selbstverständnis der Deutschen, waren Selbstwertgefühl und politischer Wille am Ende nur noch gestört.

Von Hans S. Mundi

Analysiert wurde der jahrzehntelange Irrweg ins totale (heutige!) Nichts leider kaum. Fast schon lakonisch nahm man es hin, dass wichtige geistige Grundlagen heutiger Nationalwahrnehmung, selbst noch in Zeiten des kalten Krieges, als der kapitalistische Westen noch dem kommunistischen Ostblock trotzte, viel zu einseitig von einer prosozialistischen „Frankfurter Schule“ vordefiniert wurden. Ein elitärer Kreis rund um Max Horkheimer, Theodor Adorno, Herbert Marcuse und viele andere markiert ein weiteres tragisches Kapitel unseres Landes. Erst in jüngster Zeit wurde die Tatsache bekannt, dass Herbert Marcuse mitsamt dem in der Nazizeit in die USA emigrierten Frankfurter Instituts für Sozialforschung für einen US-amerikanischen Geheimdienst gearbeitet hatte.

Gemeinsam mit Marcuse traten im Frühjahr 1943 Franz Neumann und Otto Kirchheimer dem OSS bei, dem Office of Strategic Services, einem Vorläufer des CIA. Tragisch ist daran, dass jüdische Wissenschaftler, wie aber auch Musiker und andere hochrangige Mitmenschen der Weimarer Kurzepoche, wegen der Verfolgung in einer barbarischen Diktatur unser Land fluchtartig verlassen mussten. Tragisch daran ist auch, dass diese Deutschen selbst bei dieser Gruppierung ihren Hang zu sozialistischem Staatsextremismus noch als Widerpart nicht abzulegen vermochten. Die berühmte „Frankfurter Schule“ kehrte nach Kriegsende zurück, das geteilte Deutschland fiel im Osten der anderen Variante eines Sozialismus in die Hände und wurde stalinistisch vergewaltigt. Horkheimer und Co. lieferten den Amis das analytische Quasi-Innenleben des autoritären Nazideutschen, der Minderheiten hasste und stigmatisierte und als politischer Werwolf wie im Dauervollmond alles „andere“ zerfleischte. In die Analysen des Frankfurter Geistesbollwerkes floss Wut hinein, was verständlich ist, angesichts des Holocausts und seiner Betroffenen.

Doch die „Frankfurter Schule“ war keinesfalls frei von Widersprüchen und in ihrer Analyse-Technik lebte ein perfider „Dr. Frankenstein“ ebenfalls weiter. Der eiskalte Wissenschaftler, welcher Menschen wie Ameisen betrachtet und diese nur in Abstraktionen erlebt und in Modellen formt wie Knetmasse. Der Mensch als anonyme Herde oder als Ameise im Labor der kalten Glotzer. Der marxistische Anteil in den Theorien der „Frankfurter Schule“ brachte jenen Zynismus der Urväter hervor, der die heutigen Grünen und – vorrangig westdeutschen – Linken so sehr prägen sollte. Aus allem was „deutsch“ war, wurde der angeblich nationalsozialistische „Anteil“ intellektuell herausdestilliert und ins grelle Licht gestellt.

Der Deutsche im Reagenzglas der linksorientierten Philosophen. „Kritische Theorie“ kratzte ebenso an freier Marktwirtschaft, erkannte die „autoritäre Persönlichkeit“ als unheilvolle Sozialstruktur, die intellektuelle Abkehr vom Nationalsozialismus erfolgte mt dem Skalpell und gelangte sogar noch zur Familie als verwerflichem Ort des „Kleinbürgertums“. Das angeblich genuin Deutsche wurde dämonisch konstruiert, der Holocaust zum weltweit einmaligen Vorgang eines vorsätzlichen Massenmordes erklärt, wobei all die Leichenberge von Maos „Kulturrevolution“ oder der jahrhundertelangen islamischen Eroberungskriege einfach aussen vor blieben. Es geht nicht ums Aufrechnen, aber wenn den Deutschen noch nach 80 Jahren „ihr“ Hitler immer noch täglich um die Ohren gehauen wird und stets und ständig die Nazikeule im Lande von eher linksorientierten Kräften geschwungen wird, dann ist der marxistische Murks und der philosophische Dachschaden deutlich erkennbar. Der Schaden ist groß. Aus Selbsthass entsteht niemals Frieden, ein wirklich befreiter Mensch entwickelt sich daraus nicht.

So erlebte der linksextreme Frühling der 1968er Protestbewegung, welcher auch zum Terror der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) führte, bei gleichzeitiger Sympathie für pälästinensische Judenhasser, seinen ideologischen Erfolg. Die allumfassende Schuldfrage der Deutschen war installiert und brauchte nur noch als „wissenschaftlich“ abgesegnet in den Mainstream eingebracht zu werden – als Abmarsch in ewige Unmündigkeit.

Es ist leider nicht möglich in nur einem Artikel die Theorien der Frankfurter Schule und ihre Auswirkungen auf das mentale Innenleben der Nachkriegsdeutschen, den seltsamen Anteil der US-Geheimdienste daran sowie das daraus resultiertende gesamte Muster der Einstellungen und Präferenzen auf deutsche Politik ausreichend darzustellen. Es sollte aber als Umriß vorangestellt werden, damit wir zukünftig hoffentlch wieder in größere Radien bei Debatten vorstossen, denn im Alltag dominieren kleinste geistige Karos. Die permanente Selbstanklage und devote Selbstverzwergung der Deutschen ist in dieser Form in keinem (Täter)Volk der Welt zu finden. Massenmörder wie Mao oder Stalin und Imperialisten wie Napoleon oder Mussolini haben definitiv nicht zu nationaler Dauerdepression andernorts geführt. Deutschland verehrt nicht seinen ehrbaren demokratischen Aufbruch im Offenburger Salmen und in der Weimarer Republik, nein, hierzulande künden Abend für Abend im TV irgendwelche Hitler-Streifen von einem absurden Kult samt Daueraufenthalt im geistigen Straflager – Pseudomoral mit masochistischer Attitüde gegen sich selbst.

Der von Links gehätschelte Schuldkult-Anachronismus gipfelt in epinlich sich selbst entlarvenden „Haltungs“-Aussagen des einstigen SPD-Aussenministers Heiko Maas, der exemplarisch die akute deutsche Geistesverwirrung in der Politik bei der Frage nach dem Heimatbegriff so beschrieb: „Für mich ist Heimat mehr als bloß Folklore. Sie hat nichts mit verkitschter Vergangenheit zu tun, sondern damit, wie wir in Zukunft leben wollen. Heimat wird für mich durch gemeinsame Werte bestimmt, nicht durch Herkunft oder Hautfarbe. Ein moderner Heimatbegriff darf nicht nur von ortsverbundenem Pathos geprägt sein, sondern auch von Ideen und Überzeugungen, die uns verbinden und die grenzenlos sein können.“https://www.spiegel.de/politik/deutschland/heiko-maas-ueber-heimat-plaedoyer-fuer-einen-modernen-verfassungspatriotismus-a-1195044.html

Liebe zur Heimat als „Kitsch“ zu verunglimpfen zeugt von abgrundtiefem Hass aufs eigene Land. Natürlich kann nur ein ideologisch Verblendeter in so wenigen Sätzen solch einen Unsinn von sich geben, der aber nur ein Spiegel des völlig Falschen in einer Gesellschaft insgesamt ist. Nur ein paar Sätze davor hatte der linksextreme Maas Heimat erstmal als Waffe in die Hand genommen um klarzustellen, dass in seiner Heimat nur linksorientierte Gesinnungswesen dabei sein dürfen: „Heimat ist auf jeden Fall ein wichtiges Stück zum Glück. Deshalb ist sie zu wertvoll, um sie Konservativen und Rechtspopulisten zu überlassen. Ich weiß nicht, woran Horst Seehofer denkt, wenn er von Heimat spricht. Vielleicht denkt er an Dirndl und Dialekte, an Neuschwanstein und Ludwig II., oder an eine “konservative Revolution”.https://www.spiegel.de/politik/deutschland/heiko-maas-ueber-heimat-plaedoyer-fuer-einen-modernen-verfassungspatriotismus-a-1195044.html

Wenn man in diesen Tagen die Flaggen in der Ukraine sieht, wenn man Franzosen oder Amerikaner bei Nationalfeiertagen erlebt, wenn Griechen ihr Land und seine Seele besingen, wenn Spanier oder Brasilianer ihren Nationalstolz ausleben, dann wirkt Deutschland wie abgehängt, von sich selbst entkoppelt, wie ein trauriger nasser Hund, der gerade aus dem Regen kam. Bei Heiko Maas ist Heimat ja eben auch auf den Kaiman Inseln oder am Nordpol wichtig, Hauptsache in Deutschland findet sich niemand als Deutscher toll. Dirndl und Trachten? Da kotzt der kleine Saarbrückensozi, der als einer der größten Versager in seinen Ämtern galt. Und genau so wurde seit Jahrzehnten Politik gemacht, vor allem in der Ära unter Angela Merkel. Voller Selbsthass und liebedienerischem Eifer wurde anderen Nationen begegnet. Wenn nun heute, beim politisch korrekten Versteckspiel, Kanzler Scholz von seinen, unseren Freunden spricht wird es oft unfreiwillig komisch – man denke nur an den Auszug aus Afghanistan, wo diese „Freunde“ aus den USA unsere Kameraden einfach sitzen liessen als die Taliban kamen. Jeder ist sich selbst der Nächste, das ist Politik. Rette sich, wer kann.

Was Deutschland in diesen Tagen so dermaßen verunstaltet, ist die Tatsache, dass sämtliche politischen Weichenstellungen auf einer gewünschten irrnationalen Enderlösung beruhen. Man erinnere etwa noch einen Aussenminister Sigmar Gabriel von der SPD, der laut und deutlich davon sprach, dass sich die deutsche Armee zugunsten einer europäischen Armee auflösen möge. Merkels finanzielle Millionenabwürfe über anderen Ländern, Handel mit allem und jedem, aber niemals eigene deutsche Interessen voran, all das hat uns mittlerweile auch von weltweiten ökonomisch-technologischen Prozessen entkoppelt. Die Geisterfahrt ins rotgrüne Dämmerlicht, also der Irrweg gegen vernünftige, real notwendige Stromerzeugung, die brachiale Bekämpfung der Mobilität der Bürger, all das mündet eben auch in ein aussenpolitisches Desaster, weil das Erscheinungsbild eines irre gewordenen Dummlandes auch nach draussen dringt. Lassen wir die unzähligen Witze und Anekdoten über das Vorstadt-Girlie Baerbock, welche doch nur das Symbol eines an sich selbst gescheiterten Ideologieversuchs ist.

Aufgrund unserer bizarren Vorgeschichte wird eine widersprüchliche „Moral“ in alles und jedes hineingestopft, welche mangels überfälliger Selbsterkenntnis längst durch evolutionäre Normalität und friedliche Heimatliebe – ohne einen „Ismus“ – ersetzt sein müsste. Da uns aber jegliche Normalstaatlichkeit fehlt und das linke Lage den „Rückfall“ in eigene nationale Interessen fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser, betreiben wir nach draußen eine katastrophale, widersprüchliche und völlig ziellose Politik – wie auch im irrnationalen Drinnenleben. Die entsprechenden Figuren sprechen hierbei ihre eigene, quasi-realsatirische Sprache.

Die SPD war nicht immer so substanzlos und von ihren kleinen, dummen Kevin-Linksaußen getrieben wie heute. Der Linksrutsch in den dunklen Keller hat bei den Genossen eben auch jenen unheilvollen Ausgangspunkt, der oben beschrieben wurde. Menschen mit Geist hingegen erkannten – auch als Genossen – immer wieder ideologischen Blödsinn, auch wenn er von Links kam – gerade bei der einstigen SPD, welche ihre Vordenker heute schon gar nicht mehr kennt. Egon Bahr, Architekt der erfolgreichen Friedenspolitk unter Willy Brandt, ist nunmehr hochaktuell: „Nicht noble Werte wie Demokratie oder Menschenrechte seien ursächliche Motive für außenpolitisches Handeln. Vielmehr seien es stets konkrete, gewichtige und divergierende Interessen von Staaten. Davon war zumindest der vor einigen Jahren verstorbene Altmeister der deutschen Friedens- und Entspannungspolitik, Egon Bahr, zutiefst überzeugt. Bahrs These mag sich zwar ziemlich absolut formuliert anhören. Doch sie macht nachdenklich und schärft den Blick bei der Analyse von unzähligen Interventionen und Sanktionen, Bündnissen und Wirtschaftsbeziehungen.“ https://schicketanz.eu/2016-08-egon-bahr-es-geht-um-interessen/

Man hat das deutsche Militär verrotten und vergammeln lassen, denn es sollte sich in Europa irgendwo gutmenschlich „auflösen“. Man dackelt immer wieder den USA hinterher, ohne mal deren Aussenpolitik in den vergangenen Jahrzehnten klar zu analysieren – um sich davon abzusetzen. Die Amis sind drastisch, mitunter aussenpolitische Trumpeltiere, nationalegoistisch und nicht selten skrupellos. Das wäre deren Sache, wenn wir eine eigene, komplett nach unseren eigenen Bedürfnissen und Zielsetzungen festgelegte Außenpolitik betreiben würden. Das tun wir aber nicht. Dabei ist es inzwischen eindeutig, dass wir uns nicht mehr länger über Hitlereien und dunkles Historisches definieren können – da machen alsbald auch mehr als drei Millionen „Zugereiste“ und deren in Folge „Hiergeborene“ nicht mehr mit. Denn warum sollen sich Deutsche mit internationalen Migrantenwurzeln noch länger diese dümmlichen Nazikeulereien und den irrnationalen Selbstverleugungsunsinn bieten lassen…?!

Deshalb wird die Zeitenwende jenen Schlumpfgrinser an der Spitze des Landes noch böse einholen. Er scholziert als kleinwichtelige Witzfigur übers internationale Parkett, irgendwo dreht sich irrlichternd stundenlang Annchen Baerbock um 360 Grand, als wolle sie ihren Namen in der UN-Waldorfschule tanzen, während ein langhaariger Althippie namens Hofreiter als Kriegsdienstverweigerer nun den Rambo spielt. Wer sich so lange selbst verleugnet, der verliert zuerst den Stolz, dann das Gesicht. Heute sehen wir so aus, wie wir sind: Absolut lächerlich.

Vor zwanzig Jahren bereits sagte der Trierer Politikprofessor Hanns W. Maull auf den Punkt, was hierzulande dringend geschehen müsse. Dann kam Merkel. Es geschah nichts. Seine Worte kehren als anschwellendes Echo zurück, Scholz & Friends droht der Hörsturz: „Unzureichender Gestaltungswille, fehlende strategische Orientierung, konzeptionelle Einfallslosigkeit und ganz allgemein ein Mangel an tragfähiger politischer Substanz“ – diese harte Kritik an der aktuellen deutschen Außenpolitik übt der Trierer Politikprofessor. Er fordert die außenpolitischen Entscheidungsträger und auch die politische Klasse insgesamt sowie die Gesellschaft auf, die „Mängelliste“ zur Kenntnis zu nehmen und zeichnet „Wege aus dem Abseits“ auf.“ https://internationalepolitik.de/de/auf-leisen-sohlen-aus-der-aussenpolitik

7154013b707b464e8f388ed344294dfe

Entdecke mehr von Journalistenwatch

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen