NDR-Wutredaktrice Stefanie Dodt (Foto:Twitter/ARD)

NDR-Redakteurin pöbelt gegen Reichelt-Rechtsbeistand

Die NDR-Journalistin Stefanie Dodt hat wieder einmal einen bezeichnenden Einblick in das beim ÖRR vorherrschende Rechtsverständnis gegeben. In einem unter Kategorie „investigativ“ veröffentlichten Bericht nahm sie Anstoß daran, dass die Berliner Anwaltskanzlei Irle Moser sowohl den Ehemaligen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt als auch eines von dessen mutmaßlichen Opfern vertritt, nämlich eine Frau, die ihm vorwirft, ihr gegenüber seine Macht als Vorgesetzter missbraucht zu haben. Dodt bemängelt nun, dass die Kanzlei kein Problem mit der Vertretung „umstrittener“ Mandanten habe. Dazu zählt sie nicht nur Reichelt, sondern auch den früheren österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache, sondern auch den Betreiber des Berliner Bordells „Artemis“ und die spirituelle Sekte „Bhakti Marga“, deren „Interessen“ die Anwälte ebenfalls vertreten hätten.

Dass in einem Rechtsstaat ausnahmslos jeder immer das Recht auf anwaltliche Vertretung hat und sich dies nicht nur auf Mandanten beschränkt, denen linke Journalisten nicht das Label „umstritten“ verpasst haben, ist Dodt offenbar unbekannt. Reichelt geht sowohl gegen die ARD als auch gegen den Axel-Springer-Verlag vor, weil beide seiner Meinung nach Falschbehauptungen über ihn verbreitet haben. Unabhängig davon, wie das Verhalten der Kanzlei im Detail zu bewerten ist, offenbaren Dodts Ausführungen doch die Ansicht, dass angeblich umstrittene Personen kein Recht auf juristischen Beistand haben und Vorwürfe gegen sie entweder automatisch wahr sind oder jedenfalls nicht bewiesen oder geahndet werden müssen, wenn sie sich als falsch erweisen.

Auch für Zumutung Mai Thi Nguyen-Kim lohnte sich die Regierungspropaganda

Dass man es beim ÖRR mit Interessenkonflikten nicht so genau nimmt, wenn man selbst betroffen ist, zeigt gerade wieder der jüngste Skandal um die Zahlungen der Bundesregierung an hunderte Journalisten, die meisten davon von ARD und ZDF. Dazu gehört etwa auch der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen, der als einer der vehementesten Propagandisten der staatlichen Corona-Beschränkungen aufgetreten ist. Auch außerhalb des politisch-medialen Komplexes schadet die Verbreitung nachweislicher Lügen im Dienste der Regierung offensichtlich nicht.

Die beim ZDF als „Wissenschaftsjournalistin“ firmierende Mai Thi Nguyen-Kim, deren unoriginelle Witze so spontan wie ein Busfahrplan wirken und so “spritzig” rübergebracht werden, als habe sie einen Stock im Hintern, forderte 2021 eine Corona-Impflicht und verteidigte die wirkungslosen und gemeingefährlichen Vakzine, ohne sich bis heute dafür zu entschuldigen. Monate zuvor hatte die Chemikerin sich bei Markus Lanz bereits gegenüber dem Virologen Hendrik Streeck als Oberlehrerin aufgespielt. Ihrer Berufung als Gastprofessorin an die Universität Heidelberg stand diese dümmliche und – im Licht heutiger Erkenntnisse völlig unangebrachte – Arroganz  jedoch nicht im Weg. Fürwahr: Dem ÖRR stünde die Kritik an der eigenen Kungelei mit der Politik und der permanenten Missachtung seines Programmauftrags also wesentlich besser zu Gesicht, als sich über die anwaltliche Vertretung „umstrittener“ Mandanten zu empören. (DM)

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