Der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte: Nordstream-Sprengung - Foto: Collage

Welt: Krieg gegen die globalistischen Kriegstreiber

Die Globalisten schlagen eine verlustreiche Schlacht. In der Ukraine und anderswo. International und national. Sie werden am Ende verlieren. Es gilt aber die alte Jägerweisheit, der zufolge die angeschossene Wildsau die gefährlichste ist. Aufpassen!

von Max Erdinger

Von Frankreichs Präsident Macron kann man halten was man will, nicht viel z.B., aber er hat bei seinem Besuch in China einen guten geopolitischen Instinkt bewiesen, als er verkündete, für Europa sei es an der Zeit, sich von den USA zu emanzipieren, um in einer künftig multipolaren Welt nach dem Ende der amerikanischen Hegemonie einen eigenen Pol zu bilden. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu behauptete dieser Tage in einem Interview mit “bnn”: “Die ganze Welt hasst Amerika”.  Soylu beschrieb Europa als eine amerikanische Schachfigur, der es an Unabhängigkeit fehlt. Welche Konstellation! Macron und der türkische Innenminister mit praktisch identischen Einlassungen zum Thema. Wann wäre das vorher denkbar gewesen? Damit schlagen beide praktisch in dieselbe Kerbe wie Wladimir Putin, der den Umgang der europäischen Spitzenpolitiker mit der Sprengung von Nordstream und dem inexistenten Interesse daran, einen Schuldigen zu identifizieren und zu benennen, ebenfalls als Indiz dafür wertet, daß Deutschland de facto nach wie vor ein besetztes Land sei. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius “brillierte” unterdessen mit der Behauptung, es habe zu keinem Zeitpunkt die Gefahr bestanden, daß die europäischen NATO-Mitglieder zum US-Vasallen werden könnten und widersprach so den Sichtweisen von Macron, Putin und Soylu. Sarkastischer Kommentar hierzu: Was der Vasall eben so behaupten muß, wenn er nicht wahrhaben will, daß er Vasall ist. Selbstverständlich sind die europäischen NATO-Mitglieder Vasallen des Militärisch-Industriellen Komplexes der USA – und somit Befehlsempfänger einer amerikanischen Außenpolitik, deren Hauptfiguren selbst als Marionetten an den Fäden jenes Komplexes hängen. Kaum jemand dürfte seit Jahrzehnten größeren Einfluß auf die Abgeordneten und Senatoren in den USA ausgeübt haben, als die Firmen der Rüstungsindustrie.

Ein Geheimnis ist das eigentlich auch noch nie gewesen. Schon Frank Zappa hatte die amerikanische Politik sarkastisch beschrieben als die Entertainmentabteilung des Militärisch-Industriellen Komplexes. Das ist ja auch logisch. Warum sollten Firmen wie Raytheon, Boeing oder Lockheed noch großartig Kriegswaffen produzieren, wenn ihre Produkte nicht verbraucht werden? Das Wohlergehen solcher Firmen hängt an der Frage von Krieg und Frieden. Letzerer wäre ganz schlecht fürs Geschäft, damit schlecht für die Aktienkurse, für die Arbeitsplätze in dieser Industrie und so vieles mehr. Für das Wohlergehen vieler amerikanischer Politiker im Repräsentantenhaus und im Senat muß daher Krieg sein. Möglichst weit weg von den USA, was wegen der Lage der Vereinigten Staaten zwischen Pazifik und Atlantik auch so gut wie garantiert gewesen ist. Damit könnte es aber vorbei sein, sollte tatsächlich ein Atomkrieg ausbrechen. Die USA stecken in der Zwickmühle. Tatsächlich haben sie eine Mehrheit der Weltbevölkerung gegen sich.

Der Populist Putin

Auch in den Vereinigten Staaten selbst gewinnt Wladimir Putin wieder stetig an Popularität. Den jüngsten Umfragen zufolge befinden sich seine Popularitätswerte im April 2023 wieder auf dem Niveau des Jahres 2020, obwohl in der Ukraine ein Krieg herrscht, der den Amerikanern in ihren Mainstream-Medien als ein unprovozierter Angriffskrieg der Russen auf ein total freiheitsliebendesn und souveränes Land verkauft wird. Das ist ein Indiz dafür, daß immer mehr Amerikaner ihren Mainstream-Medien gegenüber extrem mißtrauisch geworden sind. Der Biden-Clan gerät seiner zwielichtigen Geschäfte wegen immer stärker unter Druck, dieser Tage verstärkt sich in den Medien das Narrativ von den Institutionen, die “weaponized” worden seien, also politisch instrumentalisiert worden sein, um bspw. die Justiz und die Finanzbehörden gegen den politischen Gegner in Stellung zu bringen. Der absolut fadenscheinige Prozess gegen Donald Trump in New York alarmiert die Amerikaner. Skandalöse Einzelfälle erregen Aufsehen, wie etwa der jenes Twitter-Nutzers, dem zehn Jahre Haft dafür drohen, daß in einem Tweet sarkastisch behauptete, Wähler der Demokraten dürften bei Wahlen künftig per Text-Message abstimmen. Inzwischen ist aufgeflogen, daß amerikanische Geheimdienste die sozialen Netzwerke systematisch überwacht haben und auch Privatnachrichten der Messengerdienste scannten. Das ganze mediale January 6th-Narrativ ist kollabiert, die “Pandemie” mit ihren Maßnahmen ist aufgeflogen als zielgerichtete Panikmache an der Realität vorbei. Impfstoffe, die vor einem Jahr noch heftig beworben wurden, sind inzwischen verboten. Selbiges gilt inzwischen übrigens auch in der Schweiz. Alles in allem läßt sich behaupten, daß die Marionetten an den Fäden einer globalistischen Elite erheblich unter Druck kommen und dementsprechend auch gereizt reagieren. Immer mehr Bürger trauen weder ihren Politkern noch ihren Medien.

Krieg ist teuer

Der US-Dollar (Petrodollar) steht als Welt-Leitwährung unter größerem Druck als je zuvor. Wenn er nicht länger mehr Leitwährung bleibt, werden die Amerikaner eine Inflation erleben wie nie zuvor und niemand kann vorhersagen, wie sich das angesichts des heute gängigen Mindsets in der Bevölkerung politisch auswirken wird. Im Endeffekt bedeutet das, daß die wertewestlichen Diktatoren und Despoten hinter ihrer Demokratiefassade gar keine andere Wahl mehr haben, als einen russischen Sieg in der Ukraine zu verhindern. Russland darf nicht gewinnen. Es geht nicht zuerst um die militärische Vorherrschaft der USA auf dem Globus (knapp 900 Stützpunkte weltweit), sondern um die des US-Dollar. Wenn die nicht mehr gegeben ist, wird auch die militärische Präsenz rund um den Globus unfinanzierbar.Weitere Gelddruckerei ist aber ausgeschlossen, da die Inflation sonst in einen unaufhaltbaren Lauf übergeht. Also wird gespart werden müssen. Und traditionell spart man dann eben da, wo es das meiste bringt: An den überseeischen Militärstützpunkten – und damit an den Erfolgsaussichten im militärischen Konfliktfall. Der amerikansiche “Verteidigungs”-Budget sprengt alle Vorstellungen, ohne daß man behaupten könnte, es korreliere mit sensationellen Erfolgen. In der Tat eine enorme Zwickmühle. Zwischen dem Weißen Haus, dem Pentagon und den Geheimdiensten tobt angeblich ein heißer Kampf. In der Ukraine gälte es, für teuer Geld das Gesicht zu wahren, ohne daß eine Aussicht bestünde, als strahlender Held aus dem Osteuropa-Abenteuer wieder herauszukommen. Mit viel Geld läßt sich da nur noch eine zeitliche Verzögerung bis zur Sichtbarwerdung der neuerlichen Schmach erkaufen. Zugleich soll nun Taiwan gegen “einen chinesischen Angriff verteidigt” werden, was aber ebenfalls nicht mehr als ein Narrativ ist. Die USA hatten unter Nixon vor über fünfzig Jahren bereits die Ein-China-Politik akzeptiert – und damit auch, daß Taiwan chinesisches Staatsgebiet ist. Beides geht nicht: Krieg gegen die Russen in der Ukraine und Krieg gegen China wegen Taiwan – sowohl eine finanzielle als auch eine militärisch-logistische Unmöglichkeit. Und dann noch die jüngsten Leaks, die nahelegen, daß sie niemals von einem 21-Jährigen geleakt worden sein können, dem sämtliche Sicherheitsüberprüfen für den Zugang zu solchen Dokumenten fehlen. Geleakt wurde das wahrscheinlich von hohen Angehörigen der NSA, möglicherweise aus dem Umfeld von Mark A. Milley, der sich als Militär so von dem politischen Druck zu befreien gedachte, der auf ihm lastet – und dem er hätte wieder besseres Wissen gehorchen sollen.

Politische Entwicklungen

Natürlich werden die Entwicklungen in den USA von aller Welt gespannt verfolgt. Besonders in Europa bei den ärgsten US-Vasallen. Sollte in den USA tabula rasa gemacht werden und die versagenden Neocon-Großkotze als Vertreter einer “indispensible nation” mit ihrem Exzeptionalismus zum Rückzug von den Schalthebeln der Macht gezwungen werden, dann sieht es auch für eine Menge europäischer Spitzenpolitiker finster aus. Wenn sich die NATO auflösen, neu erfinden oder neu definieren müsste, wäre es auch ziemlich vorbei mit dem transatlantischen Mediennetzwerk, unter dessen Fittichen der vassallische Politfunktionär europäischer Provenienz bislang so prächtig gedieh, daß er schalten und walten konnte, wie ihm aufgetragen wurde. Das erklärt ganz gut einige der Aufgeregtheiten, wie sie sich beispielsweise in Deutschland im neu überarbeiteten Paragraphen 188 StGB manifestiert. Die Kritik des Souveräns an seinen “Volksvertretern” wurde abermals erschwert.  Auf EU-Ebene wird gefordert, künftig anlaßlos auch die Privatnachrichten von Nutzern der Messengerdienste wie WhatsApp und Twitter scannen zu dürfen. Nutzeraccounts sollen auch auf richterlichen Beschluß hin künftig stillgelegt werden können. Das alles sind Indizien dafür, daß die politische Klasse in der EU sich sehr wohl bewußt darüber ist, was ihr angesichts der Entwicklungen in den USA drohen könnte. Das darf man als als den Bau von Sandsackburgen verstehen.

Der NATO-Generalskeretär

Einer der ärgsten Verteidiger einer bedingungslosen Unterstützung für die Ukraine ist neben allen denjenigen, die behaupten, Russland dürfe auf gar keinen Fall gewinnen, der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Und da schließt sich dann auch wieder ein Kreis. Der Mann war nicht nur zweimal norwegischer Ministerpräsident, bevor er dann NATO-Generalsekretär wurde, sondern er war zwischen seinen beiden Amtsperioden als norwegischer Ministerpräsident, von 2002 bis 2005, auch Leiter der GAVI. Die GAVI ist die von Bill Gates initiierte und großzügig finanzierte, global agierende Impfallianz. Das heißt Stoltenberg hat beste Kontakte in jene Kreise, denen es im russisch-chinesisch-indischen Krieg gegen die gloablistischen Eliten, an deren Fäden wiederum jede Menge westlicher Politiker baumeln, an den Kragen gehen wird. Und Seymour Hersh zufolge sollen Norweger jene Sprengladungen an der Nordstream-Pipeline gezündet haben, die von der US-Navy drei Monate vorher dort angebracht worden waren. Am Tag nach der Sprengung nahm dann die norwegisch-polnische Gaspipeline ihren Betrieb auf, ein Ex-Außenminister Polens namens Sikorski, seinerseits wiederum verheiratet mit einer amerikanischen Neokonservativen names Anne Applebaum, dankte den USA für die Sprengung auf Twitter – und das neue Zentrum der US-geführten NATO verschiebt sich zusehends von Deutschland nach Polen.

Das ist ein guter Grund, Macrons Vorschlägen zu folgen und sich von den USA zu emanzipieren. Dann noch eine Reparatur des stark beschädigten Verhältnisses zu Russland – und das neue “NATO-Zentrum” im amerikahörigen Polen ließe sich von zwei Seiten in die Zange nehmen. Es sieht nicht gut aus für die Globalisten. Und deshalb auch nicht für die Polen. Dennoch gilt: Aufpassen! Die angeschossene Wildsau ist die gefährlichste.

 

 

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