Haken (Bild: shutterstock.com/Selected images)

Nicht nur Roger Köppel ist empört: Ukrainischer Geheimdienst arbeitet ungestraft seine “Todesliste” ab

In seiner täglichen Einschätzung widmet sich der Weltwoche-Chefredakteur Roger Köppel heute wieder einmal dem Ukraine-Krieg. Beständig wirbt er darum, beide Seiten zu hören und nicht auf die tobende Propagandaschlacht hereinzufallen. Aktuell entzaubert er den “Volks- und Kriegshelden” Selensky, in dem er ihm ein paar Fragen zu der Todesliste stellt, die seinem Geheimdienstchef Kyrylo Budanow zugeschrieben wird. Auf ihr befinden sie “Feinde” der Ukraine, u.a. amerikanische Journalisten, natürlich Russen, aber auch Ukrainer, die der Kollaboration bezichtigt werden. Budanow bekannte sich vor wenigen Tage zu gezielten und erfolgreich ausgeführten Attentaten. Genießt diese Webseite mit ihren zum Abschuss freigegebenen Opfer etwa Selenskys Billigung, fragt sich Köppel zu Recht.

Der Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes, der 37-jährige Generalmajor Kyrylo Budanow, gab offen zu, mehrere kremlnahe Persönlichkeiten „erfolgreich ins Visier genommen“ zu haben. “Es gab gut publizierte Fälle, die dank der Medienberichterstattung jedem bekannt sind“, zitiert die britische Tageszeitung The Times Budanow, der offenbar keine Grenzen kennt: Auch außerhalb der Ukraine, befinden sich Personen im Fadenkreuz des Geheimdienstes, so der Merkur.

Bei den mutmaßlichen Opfern von Selensky&Co soll es sich u.a. um einen russischen Militärbloggers bei einer Explosion in einem Café in St. Petersburg Anfang April handeln. Auch die Detonation einer Autobombe, bei der ein Putin-treuer Schriftsteller schwer verletzt wurde, soll auf das Konto der Ukraine gehen, die zuvor noch eine Verwicklung in die Attentate bestritten hatte. In reinem Nazi-Sprech äußert sich Budanow zu seinen “Feinden”: In einem Interview, welches dem Kyiv Post vorliegt bezeichnete er russische Propagandisten als “Abschaum”, der beseitigt werden müsse: “Abschaum wird irgendwann in jedem Land der Welt bestraft werden. Nur die Beseitigung kann eine wohlverdiente Strafe für solche Taten sein.“ Alles andere komme für den Generalmajor nicht infrage. „Es ist meine persönliche Meinung, und ich werde sie umsetzen.“ Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die russische Propaganda wie ein „reifer Abszess“ durchbohrt werde, zitierte Kyiv Post Budanow.

“Wir unterstützen mit unseren Wirtschaftssanktionen gegen Russland also einen Staat, der den politischen Mord an Zivilisten als legitime Strategie der Kriegsführung betrachtet und damit auch noch prahlt”, empört sich der Chefredaktor und Verleger der Schweizer Weltwoche. Budanow, dieser “Killer” werde in westlichen Medien auch noch hochgejubelt, setzt Köppel nach.

Auf dieser schwarzen Liste mit dem ominösen Titel “Fegefeuer”, die regelmäßig aktualisiert wird, werden Fotos, Privatadressen und Telefonnummern der Betroffenen veröffentlicht, die als “Feinde der Ukraine” ausgemacht wurden. Neben Russen und Ukrainern findet sich dort auch der deutsche Ex-Kanzler Schröder, der US-Ökonom Jeffrey Sachs, der amerikanische Politikwissenschaftler John Mearsheimer und auch Keir Simmons, amerikanischer NBC-Journalist, als zukünftige Attentats-Opfer wieder.

Ein bereits erfolgreich ausgeschaltes Opfer soll auch die russische Journalistin und politische Aktivistin Darja Dugina, Tochter des russischen Schriftstellers Alexander Dugin, sein, die im August des vergangenen Jahres, durch eine Autobombenexplosion in Moskau starb. Dieser Mord wird auch von westlicher Seite offiziell der Ukraine zugeschrieben.

Roger Köppel fordert eine Antwort auf die Frage, warum der “Ukraine-Held” Selensky, der überall seine “heuchlerischen Reden” hält und hierzulande auch noch mit einem Aachener Fiedens-Karlspreis ausgezeichnet wird, diese “Killer-Webseite” nicht abschaltet. Findet sie am Ende etwa seine Zustimmung? “Herr Präsident, finden Sie diese Webseite etwa gut? Müssten Sie sich von dieser Webseite nicht distanzieren und bekommt die Organisation, die das betreibt, eine angeblich nichtstaatliche, etwa Geld von Ihnen oder den Amerikaner”, so Köppel wütend. (MS)

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