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China und der Habecksche Ansatz

China ist insgesamt immer noch viel ärmer als die USA oder Europa. Aber die Chinesen haben bei dem wertvollsten Wirtschaftsindikator die Führung übernommen: dem Optimismus. Die Chinesen gehören heute zu den optimistischsten Menschen der Welt.

Warum ist das so und wenn dem so ist, warum erfahren wir so wenig darüber? Nachrichten in unseren Medien erklären, China kontrolliert mit Kameraüberwachung und einem Sozialkreditsystem seine Bürger fast lückenlos. Tatsächlich wurde das System, über das die meisten westlichen Medien berichten, wurde in unterschiedlichen Provinzen getestet und funktioniert dezentral. Grundsätzlich sammelt man zunächst alle Daten über Bürgerinnen und Bürger. Die Summe daraus ergibt eine Punktzahl, vieles davon funktionierte allerdings nicht und so wurde das Projekt in Teilen abgeschafft oder nur in Teilen umgesetzt. Die bisherigen Pilotprojekte sucht nach Informationen um eine öffentliche Schuldner-Datenbank, eine Art Schufa für Kredite von der chinesischen Volksbank zu gründen, denn tatsächlich gibt es diese Strukturen, wie wir sie seit Jahrzehnten kennen in China noch nicht.

In der Pandemie waren die Corona-Maßnahmen in China sicher verunglückt – sie wichen allerdings nicht sonderlich von denen in Australien ab. In den westlichen Medien aber, konnte man am Beispiel China schnell festmachen, wie human unsere Regierung ist. Erwähnt wurde nicht, dass ein Großteil der Bevölkerung lange mit den Regeln einverstanden waren, weil ein Großteil der Menschen in China glaubten, dass in Wuhan ein Biowaffenangriff stattgefunden hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob dem so war. Angst kann viele Blüten treiben. 

Es brauchte nur wenig Demonstration im Jahr 2022 und sofort wurden alle Maßnahmen aufgehoben. Kaum eine Regierung der Welt macht soviel Meinungsumfragen in der Bevölkerung wie die Regierung Chinas. Sie wird nicht nur angehört, sondern auch umgesetzt. Der Grund für dieses Verhalten findet sich im tiefen Glauben des Konfuzius.

Die Lehre des Konfuzius

Die Lehre des Konfuzius umfasst somit im Wesentlichen eine Sammlung von Verhaltensgrundsätzen und moralischen Vorschriften. An erster Stelle steht die Wohlfahrt des Menschen und seine Einbindung in Familie, Gesellschaft und Staat. Das Grundmotiv des Konfuzianismus – und des philosophischen Denkens der Chinesen ganz allgemein – besteht im Streben nach Harmonie, in der Wahrung des Gleichgewichts im Einklang von Mensch und Natur und dem Streben nach die richtige Gestaltung des Lebens durch Selbstvervollkommnung, Sittlichkeit und Disziplin. Hohe Positionen werden nur mit Personen besetzt, die sich auch im wahrhaftigen und privaten Leben, wie im Beruf hervorragende Leistungen erbracht haben und permanent an ihrer eigenen persönlichen Vollkommenheit arbeiten.

Somit ist der Habecksche Ansatz, den er bei Precht kundtat und seine Sicht auf China, insofern falsch, da er das System nicht verstanden hat. Das chinesische System, welches er im Video in Betracht zieht, würde bereits an der Personalie Habeck selbst scheitern, denn sein Lebenslauf würde in China  niemals für den Posten als Minister reichen.

Das Glück der Chinesen

Achthundert Millionen Menschen sind der Armut entkommen. Nicht nur, dass die Einkommen innerhalb der Familien drastisch steigen, auch die Söhne verdienen mehr als ihre Väter. Damit steigen auch die Erwartungen, insbesondere bei der wachsenden Mittelschicht Chinas und die Erwartungen an Xi Jinping und der Regierung.

Wie in den Vereinigten Staaten, inzwischen aber auch in Europa herrscht auch in China immer noch eine große Kluft zwischen Arm und Reich –da laut Angaben fast 500 Millionen Menschen oder etwa 40 Prozent der Bevölkerung immer noch in Armut leben. Aber: Früher war China ein Großteil der Armen der Welt. Mittlerweile macht sie einen Großteil der Mittelschicht der Welt aus und somit lebt der Glaube an den chinesischen Traum stärker als je zuvor.

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