Gänzlich deplatzierte Siegerpose: Söder in Erding, bevor er weggepfiffen wurde (Foto:Imago)

Nach Erding-Auftritt: Opportunist Söder sitzt zwischen allen Stühlen

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Die Demonstration im bayerischen Erding vom Samstag könnte vielleicht einmal historischen Rang beanspruchen; weniger deshalb, weil die Kabarettistin Monika Gruber und der Optiker Franz Widmann aus dem Stand 14.000 Menschen aus allen Gesellschaftsschichten auf die Straße gebracht hatten, um gegen die wahnwitzige Politik der Ampel-Regierung zu protestieren – sondern weil sie der Anfang vom Ende der Ära Söder sein könnte, der sich inzwischen in allen politischen Lagern gleichermaßen zum Affen und unglaubwürdig gemacht hat. Die Erdinger Demonstration lief zwar unter dem Motto „Stoppt die Heizungsideologie“, nahm aber die gesamte Ampel-Politik ins Visier, die voll und ganz gegen die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung durchgepeitscht wird.

Der bayerische Ministerpräsident meinte deshalb offenbar, ohne viel Aufwand einen populistischen Sympathiezuwachs einfahren zu können, indem er die Erdinger Protestveranstaltung zu vereinnahmen suchte und glaubte, hier gemeinsam mit den versammelten Wutbürgern die katastrophalen Folgen der grüngelenkten Ampelpolitik anprangern zu können, die immer mehr Deutsche aus ihrer Lethargie und Resignation reißt.

Vermeintlich leichtes Spiel

Formal schien er damit ein leichtes Spiel zu haben: Denn Heizungswahn, Klimahysterie, Essensvorschriften, Sprachverbote, die Erfindung zahlloser Geschlechter im Zuge des allgegenwärtigen Queer-und Transterrors, immer neue Schikanen auf allen Ebenen, um die absurden ideologischen Wahnvorstellungen einer winzigen Pseudoelite zu befriedigen, die sich überwiegend in von der Allgemeinheit finanzierten Jobs tummelt – all das prasselt jeden Tag auf die Deutschen ein. Selbst Manfred Güllner, der Chef des eigentlich SPD-nahen Umfrageinstituts Forsa, spricht inzwischen von einer „grünen Diktatur“, bei der eine „kleine elitäre Minderheit der oberen Bildungs- und Einkommensschichten“ der Gesellschaft der großen Mehrheit der Andersdenkenden ihre Werte durch Belehrungen oder Verbote aufzwinge.

Doch Söder hatte – wie auch Friedrich Merz – die Rechnung ohne das Volk gemacht: Er wurde gnadenlos ausgebuht und mit “Hau ab!-Rufen bedacht. Kein Wunder: Die Deutschen nehmen die CDU und vor allem auch die CSU nicht mehr als Opposition und damit Teil einer politisch Lösung wahr – sondern ordnen sie selbst dem linksgrünen Kartell zu, empfinden sie mithin also als Teil des Problems. Profiteur des zunehmenden Überdrusses und Frusts angesichts permanenter Bevormundung und nackter Existenzangst aufgrund der ruinösen Klimagesetze ist praktisch ausschließlich die AfD. Doch ausgerechnet die war in Erding von Gruber (und wohl auch Söder, als Bedingung seiner Teilnahme) ausgeschlossen worden – obwohl sie von einem Umfragehoch zum nächsten eilt.

Wahrer Charakter offenbart

So trug die Erdinger Demo auch noch zur völligen Demaskierung des widerlichen Opportunisten Markus Söder bei: Statt als Volkstribun bejubelt zu werden für seinen plumpen Versuch, sich quasi mit der Straße zu solidarisieren, weil seine Regierung Habecks Wärmepumpendiktatur aus rein wahltaktischen Gründen ablehnt, wandte sich der Zorn der Bürger gegen ihn. Erst durch Grubers Eingreifen war es ihm möglich, seine Rede überhaupt loszuwerden. Anstatt es damit bewenden zu lassen, konnte Söder jedoch nicht anders, als seinen wahren Charakter zu offenbaren: „Sie rufen ‘Hau ab’‘. Ich kann Ihnen nur sagen: Haut selber ab! Wer so agiert, ist kein Demokrat für unser Land. Von solchen Leuten grenzen wir uns ab und zwar grundlegend!“, spie er den aufgebrachten  Menschen entgegen.

Damit bewies Söder auch gleich die Berechtigung des sich anschließenden gellenden Pfeifkonzerts – weil er sich mit dieser erbärmlich unsouveränen Reaktion als typischer Vertreter jener Politikaste entlarvte, die jeden ihrer Kritiker pauschal als Antidemokraten und Unmenschen diffamiert. Genauso gebärden sich die Grünen, die natürlich Zeter und Mordio gegen die Demonstration schrien und in Gestalt ihrer Vorsitzenden Ricarda Lang von einer „Gefahr für unsere Demokratie“ faselten, obwohl sie selbst die einzigen sind, auf die dieses Attribut zutrifft.

Gegenbeispiel Aiwanger

Söder sitzt nun endgültig zwischen allen Stühlen, weil ihm niemand mehr etwas abkauft: Beim Establishment ist er fortan gebrandmarkt, weil er sich mit den angeblichen „Rechtsextremen“ gemein gemacht hat und in Erding auftrat. Bei den Demonstranten hat er allein schon wegen seiner völlig maßlosen Corona-Maßnahmen und seinem späteren Rückzieher in die Gegenrichtung verschissen. Gut so – denn dies ist die überfällige Quittung für eine absolute Rückgrat- und Prinzipienlosigkeit, mit der er auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen will. Wesentlich authentischer war dagegen der Auftritt des bayerischen Wirtschaftsministers und Freie-Wähler-Chefs Hubert Aiwanger, der die Stimmung mit seiner Rede auf den Punkt brachte.

„Wir wollen, dass Politik das umsetzt, was der Bürger will, und der Bürger will, dass ,Mama und Papa‘ gilt, dass wir Fleisch essen dürfen, dass wir Auto fahren dürfen, dass wir Holz verheizen dürfen, dass wir in Urlaub fahren dürfen, dass sich Arbeit wieder lohnt und nicht alles einkassiert wird. Jetzt ist der Punkt erreicht, wo endlich die schweigende große Mehrheit dieses Landes die Demokratie wieder zurückholen muss!“, forderte er.

Merz erst gar nicht erschienen

Weiter stellte er klar: „Es zeigt sich, wo die Grünen wirklich hinfahren wollen: Sie wollen nicht das Klima retten, sondern sie wollen Deutschland kaputt machen.“
Besonders erfreulich: Aiwangerf  knickte auch danach nicht vor den verlogenen Anfeindungen der Linken und ihrer Hofmedien nicht ein, sondern bekräftigte: „Mit dieser linken Masche lasse ich mich nicht mundtot machen“. Dies ist genau die Standhaftigkeit, die sich die große Mehrheit in diesem Land so sehnlich wünscht.

Ein Friedrich Merz wäre schon längst wieder zu Kreuze gekrochen. Dass es soweit gar nicht erst kam, lag daran, dass er – als vermeintlicher “Oppositionsführer” – gar nicht erst den Mumm aufgebracht hatte, sich bei der Demonstration blicken zu lassen. (TPL)

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