Neulich in der Parallelwelt Foto: Collage

Das SPD-Quartett der reumütigen Zeitenwendler

Wenn eine Partei so alt ist wie die SPD, dann hat sie im Laufe ihrer Geschichte schon viele politische Persönlichkeiten hervorgebracht – bedeutende und längst vergessene, charismatische und glanzlose, Visionäre und Apparatschiks.
Von Wolfgang Hübner
Doch zumindest nach 1945 waren unter den führenden Politikern der Partei nicht gleich vier so klägliche, in ihrem Tun und Wirken verachtenswerte Figuren dabei wie Olaf Scholz, Frank-Walter Steinmeier, Boris Pistorius und Sigmar Gabriel. Alle vier hatten sie viele Jahre überhaupt kein Problem damit, für Deutschland und die deutsche Wirtschaft sehr nützliche Beziehungen mit Russland zu verfolgen. Und sie ließen sich auch gerne mit dem nun so verteufelten russischen Präsidenten Putin fotografieren. Das war auch gut so, weil im nationalen Interesse.
Doch seit dem Beginn der Kampfhandlungen in der Ukraine übertreffen sich diese SPD-Politiker geradezu darin, deutsche Interessen zu missachten, sich wegen früherer „Kontaktschuld“ reumütig in den Staub zu werfen und zugleich an aggressiver neuer Russenfeindschaft selbst die hartgesottensten Transatlantiker zu übertreffen. Wie großmäulig und voreilig Olaf Scholz, immerhin Bundeskanzler, ohne jedes abwägende Warten die Russen der Staudammsprengung in der Südukraine beschuldigte, derweil sowohl Amerikaner wie Briten zurückhaltend blieben (und bleiben), zeigt nur zu gut, welcher Ungeist den SPD-Kanzler beherrscht. Dabei ist es egal, ob Scholz das aus eigener Überzeugung oder unter erpresserischen Druck tut: Dieser Kanzler ist eine Gefahr.
Weniger Gefahr als Schande ist sein Parteifreund Steinmeier, der Bundespräsident der Blockparteien. Er hat gerade auf dem grünen Kirchentag der gottlosen Evangelen unter dem Beifall von lauter Soldatenverächtern verkündet, nun gebe es eine Zeit für Waffen. Dass Steinmeier kein Christ ist, sondern nur Mitglied einer total verkommenen Amtskirche alias Sozialkonzern, weiß der ehemalige Göttinger Linksradikale sicher selbst. Nun weiß ganz Deutschland, wie es der Bundespräsident mit dem fünften Gebot hält. Denn die Waffenlieferungen in die Ukraine dienen nur einem Zweck: dem Töten von Russen. Damit hat auch der Notnagel-Verteidigungsminister der SPD, Boris Pistorius, kein Problem. Er will sogar noch mehr, wie er mit der Entsendung von Kriegsschiffen gen Ostasien ins Konfliktgebiet um Taiwan zeigt. Kaum im Amt, schon verantwortungsloser Größenwahnsinn.
Und natürlich muss auch der ehemals als sehr russenfreundlich eingeschätzte Pistorius am laufenden Band beteuern, die „Gefahr“ aus dem Osten früher nicht im vollen Ausmaß erkannt zu haben. Besonders übel praktiziert diese Demütigungstour der ehemalige Außen- und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Er hat auf die Frage: „Was ist Zeitenwende?“ tatsächlich geantwortet: „Zeitenwende ist, wenn Politiker das Gegenteil von dem machen müssen, was sie wollen“. Damit will er sich und die anderen SPD-Führer, die sich jetzt als Vasallen der Kriegstreiber in Washington und London die Hände blutig machen, als gute Menschen darstellen, die leider, leider gezwungen sind, ungute Dinge zu tun.
Weil aber Gabriel nicht nur charakterlos, sondern auch zynisch ist, hat er noch hinzugefügt: „Und dafür, dass sie das eigentlich alles nicht wollen, machen sie’s ganz gut.“ Dieses unheilvolle Quartett der SPD betrügt nicht nur die Deutschen, sondern verspottet sie auch noch. Widerlich.

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