Björn Höcke (Foto: Screenshot/Youtube)

Björn Höcke über diesen Tag: Einigkeit und Recht und Freiheit müssen erneut erstritten werden

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33 Jahre nach dem »Beitritt« gibt es noch spürbare Unterschiede zwischen den Landesteilen. Augenfällig wird das beim Betrachten einer Karte mit aktuellen Umfragewerten. Hier zeichnet sich die alte Zonengrenze deutlich ab: Der »Osten« ist nahezu komplett blau eingefärbt. Und das hat Gründe.

Sie liegen im besonders ausgeprägten demokratischen Geist der Menschen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern  und in ihrer grundlegenden Skepsis gegenüber jeder übergriffigen Obrigkeit.

Und sie liegen darin, daß die 33 Jahre seit dem Beitritt der »neuen« Länder zum Geltungsbereich des Grundgesetzes auch eine Geschichte der Enttäuschungen ist. Einige träumten vielleicht von einem neuen souveränen deutschen Staat, der aus dieser Fusion entstehen könnte – vielleicht als Vermittler zwischen Ost und West. Andere wollten die Freiheit und den Wohlstand genießen, für den die alte Bonner Republik stand. Denn damals war der westdeutsche Staat eine Aufstiegsgesellschaft und die stabile Deutsche Mark war das Symbol für das  Wirtschaftswunder und das Versprechen: »Unsere Kinder sollen es einmal besser haben«. Es dauerte nicht lange, da wurde die Deutsche Mark durch den Euro ersetzt. Aus der Europäischen (Wirtschafts-)Gemeinschaft wurde die Europäische Union, die sich immer mehr Souveränitätsrechte der Mitgliedsstaaten aneignete. Die neue »Berliner Republik« ist eine Abstiegsgesellschaft geworden, die zudem immer mehr Züge von Planwirtschaft, ideologischer Gängelung und Repression trägt — eigentlich alles Dinge, die man mit dem Untergang der DDR überwunden glaubte. Ganz zu schweigen von den Fremden, die man mit all ihren Problemen ins Land holt und mit deren Masse das deutsche Volk planmäßig und unwiederbringlich verändert werden soll. Die Menschen, die vor drei Jahrzehnten gegen ein volksfeindliches Regime und für die Freiheit demonstrierten, erinnern sich gut an das damalige Demokratieversprechen. Sie sind lediglich die ersten, die auf die Straße gehen, um ihre Rechte wieder einzufordern. Der Osten geht voran, aber es gibt auch schon einige zarte hellblaue Fleckchen im Westen der Wahlkreiskarte. 

Einigkeit und Recht und Freiheit müssen erneut erstritten werden — im ganzen deutschen Vaterland. Das ist die Botschaft des 3. Oktober 2023.