Markus Krall (Bild: IMAGO / Lindenthaler)

Antisemitismusvorwürfe: Markus Krall gewinnt Prozess gegen Nachrichtenportal der katholischen Kirche

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Das Nachrichtenportal Kath.ch hatte dem Ökonomen und Autor Markus Krall vorgeworfen, er sei “AfD-nah, judenfeindlich und würde eine antidemokratische Gesinnung verbreiten”. Das hat für die katholischen Hetzer nun juristische Konsequenzen. Allein: Der Urheber dieser Diffamierung, der “antisemitische” Beauftragte gegen Antisemitismus der Landesregierung von Baden-Württemberg, Michael Blume, bleibt strafrechtlich unbehelligt und darf seinen gut dotierten Posten behalten.

Markus Krall, nun öffentlich bekannt als Mitinitiator der WerteUnion-Partei, ist nicht nur der Mitglied des konservativen päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab. Krall ist Diplom-Volkswirt, war Risikomanager in führenden Unternehmungsberatungen und zudem Mitglied und Sprecher der Geschäftsführung der Degussa Sonne/Mond Goldhandel. Einem größeren Publikum ist Dr. Krall als Autor von Bestsellern wie “Der Draghi-Crash”, einer Abrechnung mit dem, bei Sozialisten beliebten Keynesianismus und der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank bekannt. Geistig gesunde Menschen schätzen Krall ob seiner wirklich liberalen und staatsfernen Einschätzung.

2022 wurde er vom Bistum Chur für einen Auftritt an der Vollversammlung des Dekanats als Gastreferent eingeladen. Er wollte über die “Fünf Säulen zum Erhalt einer freiheitlich-christlichen Gesellschaftsordnung” sprechen, wurde jedoch durch Cancel-Cultur-Helden wie Professor Christian Cebulj, dem Rektor der Theologischen Hochschule Chur, diffamiert, so dass das Bistum Krall feige ihn wieder auslud.

Das bumskatholische Magazin Kath.ch berichtete darüber. Eine Schreiberline versuchte Krall in ihrem Artikel dringend eine “antidemokratische und antisemitische Gesinnung” unterzujubeln. Um den Antisemitismusvorwurf zu stützen, zitierte sie den Religions- und Politikwissenschafter Michael Blume, den selbstherrlichen Beauftragter gegen Antisemitismus der Landesregierung von Baden-Württemberg. Zudem schrieb die eifrige Journalistin, das Unternehmen Degussa solle an der “Finanzierung der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland beteiligt” gewesen sein. Und: “Krall ist durch antidemokratische Positionierungen aufgefallen.”

Genau das wurde Kath.ch zum Verhängnis, weil Markus Krall sich gegen diese niedrige Diffamierung juristisch wehrte und nun recht bekam. Am Dienstag hat das Bezirksgericht Zürich betreffende Kath.ch-Journalistin der üblen Nachrede schuldig gesprochen und sie zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 120 Franken verurteilt.

So weit – so gerecht. Allerdings kam der Urheber der Diffamierung, Mr. Michael Blume, unbehelligt davon. Das von der Journalistin verwendete Dreckschleuder-Zitat, das Blume in einem Artikel in die Welt setzte,  lautete: “Markus Krall verbreitete Verschwörungsmythen über eine angebliche Kulturmarxismus-Weltverschwörung der deutsch-jüdischen Frankfurter Schule.”  Als Frankfurter Schule wird eine Gruppe von ultra linken Philosophen wie Theodor W. Adorno, Max Horkheimer oder Jürgen Habermas bezeichnet, die in Frankfurt ihr sozialistisches Gift verspritzen und ihren Säulenheiligen Hegel, Marx und Freud huldigten. Die führenden Köpfe der Frankfurter Schule haben zudem jüdische Wurzeln.

Dass die Uhren in den Schweizer Gerichtssälen durchaus anders ticken, als in der politisierten deutschen Justiz, zeigt die Urteilsbegründung: Der Richter sagte am Dienstag laut der Nachrichtenagentur SDA, die Journalistin habe als Beweis für den angeblichen Antisemitismus Kralls nur eine Quelle genannt. Der Artikel erwecke aber den Eindruck, dass die Vorwürfe von vielen Personen stammten. Der Richter fand zudem,  ein öffentliches Interesse an den Gründen für die Ausladung von Krall bestehe durchaus. Das hätte aber auch beschrieben werden können, ohne den Manager als “Staatsfeind” und Antisemiten zu bezeichnen. Eine generelle antidemokratische Gesinnung von Krall sah der Richter nicht als erwiesen an. Insgesamt seien die Vorwürfe geeignet, ihn in seiner Ehre zu verletzen.

Die Journalistin, nun von Reue gebeutelt, räumte vor Gericht ein, es sei ein Fehler und ein Versäumnis gewesen, Krall nicht zu den Vorwürfen zu befragen. Der Artikel sei unter einem gewissen Zeitdruck entstanden. Ihre Anwältin betonte jedoch großspurig, der Antisemitismusbeauftragte Blume sei als Quelle zuverlässig.

Und das ist mehr als nur falsch: Nachdem Blume eine konservative jüdische Aktivistin mit Adolf Eichmann verglichen und kritische Juden als rechtsextrem bezeichnet, darf diese Gestalt als „antisemitisch“ bezeichnet werden. Dies sei eine „zulässige Meinungsäußerung“, entschied die Pressekammer des Hamburger Landgerichts und gab damit dem Hamburger Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel recht.

Steinhöfel kommentiert zu dem Schweizer Urteil auf X:

(SB)