Birgit Kelle (Bild: CC BY-SA 2.0; siehe Link; Demo für Alle)

Die Unverschämtheit eines Besessenen – Eine Glosse über die Weißbierdusche über Frau Kelle

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Lange habe ich überlegt, ob ich das Dauergekeife eines Autorenkollegen weiterhin ertragen soll oder endlich etwas entgegne. Nun habe ich mich zur zweiten Variante durchgerungen. Auslöser war der infame und letztendlich erbärmliche Versuch des Kollegen, aus einem getwitterten Kurzkommentar von Birgit Kelle zu einem Aufruf, Israel vom ESC auszuschließen, unterschrieben von 1000 “Kulturschaffenden der sozialistischen Republik Schweden“.

von Peter Keuner

Dieser Tweet bestand aus 45 Wörtern und wies lediglich darauf hin, dass politischer Missbrauch einer kulturellen – und wie ich hier auch noch ergänzen möchte, auch einer sportlichen – Veranstaltung letztendlich IMMER eine Schande für völkerverbindende Kultur- und Sportveranstaltungen ist. Man denke an die einziehende französische Olympiamannschaft 1936 ins Olympiastadion in Berlin.

Im Alten Testament werden Menschen – Könige, Heeresführer, Propheten und Geistliche – genannt, die getrieben von ihrer Hoffart und geradezu besessen (in einigen Fällen tatsächlich – laut Thora – besessen von einem “üblen Geist“) sind von einem einzigen Thema und einer einzigen Sichtweise, auf das sie und auf die sie alles, was ihr Leben und ihren Verantwortungsbereich betrifft reduzieren. An diese fatalen und fehlgeleiteten Menschen erinnerten mich spontan der ausbrechende Altersstarrsinn des Autoren: Mit viel Rabulistik und stark erinnernd an die Diskussionskultur von selbsternannten, “intellektuellen“, Linksextremen – also das massenhaft ins Spiel gebrachte vorgebliche “Faktenwissen“ (“das hat ja schon Rosa Luxemburg in ihrem bekannten Brief vom 04.03.1902 an Clara Zetkin geschrieben…“), eine Unmenge von Namen, die wahllos in den Raum geworfen werden, um Sicherheit in der Materie zu suggerieren (“Lenin, Trotzky, Dserschinski, Kerenski, Karl Dall, Trygve Gulbranssen und sogar Swjatoslaw Richter vertraten diese These…“) und nicht zuletzt das “Manna“ aller Demagogen, nämlich die Hauptaussage eines Textes auf ein völliges Nebengleis zu führen und sich dann darüber empören, dass der Zug auf diesem Nebengleis steht.

Es gilt klarzustellen:

1.) Birgit Kelle hat völlig Recht, wenn sie die “Künstler“, die Ausgrenzung anderer Künstler fordern, kritisiert und ein derartiges Verhalten als “Schande“ bezeichnet.

2.) Das ein Musiksikfestival aufgefordert wird, israelische Künstler auszuschließen, nachdem Terroristen ein Musikfestival junger unbedarfter Menschen mit ihren Waffen niedergemäht haben, KANN man nur mit Antisemitismus oder vielleicht noch mit Geisteskrankheiten erklären, aber etwas drittes als Erklärung für eine derartige Ungeheuerlichkeit zu finden, wird sehr schwer fallen. – Merke: “Kulturschaffende“ kommen meistens dann in gemeinsamen Erklärungen zu Wort, wenn es um politisch totalitäre Ideologien geht.

3.) Nein! Deutschland ist kein Bullerbü, sondern eher ein “Bullerjahn“!

4.) Zitat aus den bedauerlichen Geisteskrämpfen: “Gerade deswegen ist es niederträchtig, alle Juden, ob linke, ob rechte, ob zionistische oder antizionistische, etatistische und antietatistische, religiöse und säkulare unterschiedslos zu instrumentalisieren für die unhaltbare Behauptung, die erbitterte Gegnerschaft zur Regierung Netanyahu und deren Vorgehen im Gazastreifen und im Westjordanland sei “Judenhass”…“ – Da stehe ich nun ratlos da und frage mich: Was haben israelische Künstler, die, wie der Autor selbst bemerkt, “…ob linke, ob rechte, ob zionistische oder antizionistische, etatistische und antietatistische, religiöse und säkulare“ sein können und – wie er selber sagt – sogar die Regierung Netanjahu ablehnen oder vielleicht sogar aktiv mit ihrer Kunst bekämpfen, denn gemeinsam, das die “1000 Kulturschaffenden“ ihren Ausschluss vom ESC fordern? Achja! Es sind Juden! Und die müssen natürlich ausgeschlossen werden. Denn das hat “gute“ alte Tradition in Europa… – und DAS nennt man gemeinhin “Antisemitismus“ (jaja! Selbst wenn es möglicherweise sich auch um einen “Antijudaismus“ handeln könnte – die voraussehbare Kümmelspalterei und Wortklauberei – auch so ein beliebtes Instrument von rabulistischen Demagogen – dient lediglich der weiteren Geistesbetäubung für dem Autoren glauben wollende Leser).

Die getriebenen Worte auf Grundlage eines 45-Worte starken Twittertweetes fand ich persönlich übergriffig, unangemessen und unverschämt. So agieren Besessene! Ich werde für diesen armen Menschen beten, der offensichtlich von seiner Dauerschnappatmung eine latente Besessenheit davongetragen hat.

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