

Während in Deutschland ein irrsinniger Kulturkampf zwischen linksradikalem Nihilismus und Anhängern eines national-identitären „Volksstaates“ von Tag zu Tag neue intellektuelle und moralische Tiefpunkte erreicht, geraten dramatische Entwicklungen außerhalb unserer Landesgrenzen kaum noch ins Gesichtsfeld der politischen Öffentlichkeit. Mit den jüngsten großangelegten Bombardierungen in Syrien, im Irak und im Jemen haben die USA praktisch dem Iran den Krieg erklärt. Eine militärische Antwort aus Teheran – und damit eine völlig unabsehbare Eskalation – ist jederzeit zu erwarten. Der Iran befindet sich jetzt in einer Position, in der man ihn bei Militäraktionen gegen die USA und Israel kaum als Angreifer bezeichnen könnte und besitzt so die Freiheit, auf sein gesamtes, reichhaltiges Waffenarsenal zurückzugreifen. Der Gazastreifen mit seinen fast zwei Millionen Einwohnern stirbt vor den Augen der Weltöffentlichkeit einen grausamen Tod.
Anders als das abgestumpfte westliche Publikum übersieht die weltweite islamische Gemeinschaft diese Tragödie nicht und schwört Rache gegen ihre Urheber. Lettland droht seinen russischstämmigen Bewohnern mit Ausweisung, wenn sie die lettische Sprache nicht beherrschen. Es wäre genau jene willkürliche Vertreibung von schon lange im Lande Ansässigen, wie sie die AfD nur in der Phantasie ihrer politischen Todfeinde fordert. Solch ein Minderheitenkonflikt in den baltischen NATO-Staaten gilt für Insider schon lange als Krisenszenario, aus dem der Dritte Weltkrieg entstehen könnte. Die ukrainische Front gegen die russischen Invasionstruppen steht vor einem Kollaps, an dem auch Subsidien von 50 Millionen Euro aus Brüssel nicht sehr viel werden ändern können.
Wie den Weltenbrand verhindern?
„Ei, ei, ei Korea, der Krieg rückt immer näher“, war Anfang der 1950er Jahre ein beliebter Abzählreim deutscher Kinder. Selbst die Kleinsten müssen also damals mitbekommen haben, dass die USA im Koreakrieg (1950-1953), nachdem sie am Yalu-Fluss eine demütigende Niederlage gegen die neu gegründete Volksrepublik China erlitten hatten, apokalyptische Atombomben-Angriffe auf chinesische und sowjetrussische Städte ernsthaft in Erwägung zogen. US-Präsident Truman verhinderte im April 1951 quasi in letzter Minute diesen Irrsinn, indem er dem Kriegstreiber Douglas McArthur das US-Oberkommando im Pazifik entzog. Ich erwähne dies an dieser Stelle, weil aus meiner Sicht auch heute nur ein Schwenk der USA hin zu einer realistischeren Außenpolitik den Weltenbrand noch verhindern könnte. Danach sieht es aber leider nicht aus. Der Krieg rückt auch für uns heutige Deutsche immer näher.
Es soll hier nicht eine in Alternativmedien leider allzu weit verbreitete Stimmung weiter angeheizt werden, der zufolge die USA, Israel oder gar der Westen insgesamt als geradezu satanische Mächte Schuld an allem Übel dieser Welt seien. Zur Wahrheit gehört unter anderem, dass im Februar 2022 Russland einen Eroberungskrieg in Europa begonnen hat, der sich nicht durch eine Schutzverantwortung für ethnische Russen in der Ukraine rechtfertigen lässt. Für eine solche Zielsetzung hätte Wladimir Putin andere, defensive Strategien zur Verfügung gehabt. Ein Einrücken regulärer russischer Truppen in die Separatistengebiete des Donbass hätte sehr wahrscheinlich ausgereicht, um die ukrainischen Artillerieangriffe auf die dortige Zivilbevölkerung zu stoppen. Stattdessen wollte Putin von Anfang an die ganze Ukraine, und heute muss man ihm leider einen großen Appetit auf noch mehr Territorium unterstellen. Dagegen dürfen und müssen sich Ukraine und NATO wehren. Genauso hat ohne jeden Zweifel die Hamas am 7. Oktober mit ihrem bestialischen Terrorangriff auf jüdische Zivilisten in Israel einen berechtigten Wunsch nach einer dauerhaften Ausschaltung solcher Gefahren erzeugt.
Überschießen legitimer Verteidigung
Was aber in beiden Fällen festgestellt werden muss, ist ein Überschießen einer an sich legitimen Verteidigung erst in völlige Kompromisslosigkeit und dann in eine inakzeptable Brutalität, die zur Unbewohnbarkeit des Gazastreifens und zu sinnlosen Massenopfern ukrainischer Soldaten geführt hat. Dieses Sündigen des Westens gegen seine eigenen Werte begann keineswegs erst in den letzten Jahren. Der 11. September 2001, dessen Ereignisse – und dies ist keine „Verschwörungstheorie“ – niemals gerichtsfest rekonstruiert worden sind, wurde für die USA zum Anlass zweier völkerrechtlich äußerst fragwürdiger Kriege, der Destabilisierung weiter Teile des Nahen und Mittleren Ostens und eines bis in die Gegenwart hinein anhaltenden weltweiten Drohnenkrieges, bei dem in der Praxis tausende Hinrichtungen ohne vorhergehende Todesurteile stattfanden.
Die westliche Maßlosigkeit droht sich spätestens in diesen Tagen katastrophal gegen ihre eigenen Urheber zu wenden, weil die Überlegenheit, die es für ein solches Vorgehen bräuchte, schlichtweg nicht vorhanden ist. Russland verfügt über eine nukleare Option. Der Iran könnte sich eine solche – selbst nach den wahrscheinlich irreführenden Informationen, die der Öffentlichkeit über Teherans Nuklearprogramm vorliegen – innerhalb weniger Tage verschaffen. Wahrscheinlicher ist aus meiner Sicht, dass Teheran schon längst über Atomsprengköpfe verfügt. Selbst wenn man – einer hochriskanten Strategie folgend – an die praktische Unmöglichkeit von Nuklearkriegen glaubt, bleiben Russland und der Iran immer noch auch konventionell hoch gerüstete Staaten, welche die USA nicht im Stile des Irak-Krieges von 2003 überrollen könnten. Auch Israel kann anscheinend im Gazastreifen und an seinen nördlichen Grenzen keinen entscheidenden militärischen Sieg erringen. Solche Waffengänge könnten endlos dauern und mit ihren unvermeidlichen Todesopfern und exorbitanten Kosten die schon jetzt offensichtliche ökonomische und moralische Auszehrung der USA und anderer westlicher Staaten weiter verschärfen.
Westliche Kompromisslosigkeit
Das westliche Vorgehen erscheint also als unvernünftig. Trotzdem wird es mit wachsender Verbissenheit fortgesetzt. Bei der Frage nach den Ursachen muss zunächst auf den andauernden weltweiten Hybridkrieg staatlicher und nichtstaatlicher Mächte verwiesen werden. Die Existenz dieses Hybridkrieges ist eine Tatsache. In der sehr wahrscheinlich durch Virus-Basteleien in Geheimlaboren ausgelösten Corona-Krise wurde er plötzlich offenbar, schlug jahrelang bis auf das Alltagsleben großer Teile der Weltbevölkerung durch und hinterließ unabsehbare Schädigungen durch „Impfungen“, die selbst Biowaffen sein könnten. Allerdings kann man ohne Zugang zu Geheimdienstinformationen über Wesen und Ziele des Hybridkrieges nur spekulieren und landet dann fast zwangsläufig im Bereich unbeweisbarer Verschwörungstheorien. Deshalb ist es besser, nach fassbaren, rationalen Interessen zu suchen, welche die westliche Kompromisslosigkeit erklären könnten.
Häufig liegt die tiefere Ursache für Kriege in der Ökonomie. Jenseits der unbestreitbaren Schuld Deutschlands an den unmittelbaren Kriegsausbrüchen ist der Erste Weltkrieg ohne den ihm vorausgehenden tiefgreifenden wirtschaftlichen Interessengegensatz zwischen dem Deutschen Reich und den angelsächsischen Staaten genauso wenig erklärbar wie der Zweite Weltkrieg ohne die Weltwirtschaftskrise der Jahre nach 1929. Heute ist es sehr wahrscheinlich das absehbare, katastrophale Scheitern von Globalisierung, internationalem Finanzkapitalismus und Great Reset, das vor allem die USA mit ihrer immer noch gewaltigen Militärmacht dazu bringt, ihre letzte, militärische Karte zu spielen. Hinter dem offensichtlich kaum noch handlungsfähigen Präsidenten Joe Biden zieht im Hintergrund eine neokonservative Kamarilla die Fäden. Sie will mittels einer politisch-militärischen Weltherrschaft der USA auch deren globale ökonomische Dominanz erhalten.
Der Showdown wird bewusst angestrebt
Diese Politik gefährdet die US-amerikanische Demokratie. Dass in Washington gar nicht versucht wird, Biden noch rechtzeitig vor den im November anstehenden Wahlen durch einen wirklichen Präsidenten bzw. demokratischen Kandidaten zu ersetzen, lässt Schlimmes befürchten. Anscheinend braucht man den gegenwärtigen Zustand, um die Herrschaft der Neokonservativen aufrecht zu erhalten. Da aber Joe Biden fast offensichtlich keinen Wahlkampf mit Fernsehdebatten mehr durchstehen könnte und auch die Möglichkeiten eines neuen Briefwahl-Betruges begrenzt sind, bleibt nur noch eine Option übrig: Die Präsidentschaftswahl darf nicht stattfinden, und dies ließe sich nur mit einem großen Krieg rechtfertigen. Mit dem Iran hat man einen solchen bereits begonnen. Die Kompromisslosigkeit gegenüber Russland trotz der desolaten Situation der Ukraine und die weiter oben erwähnte Provokation gegenüber Moskau im Baltikum deuten leider sehr stark darauf hin, dass man den großen Showdown zwischen Russland und der NATO in Washington bewusst anstrebt.
Massive NATO-Luftangriffe auf die russischen Invasionstruppen in der Ukraine wären in der Tat die einzige Möglichkeit, den Ukraine-Krieg noch zugunsten Kiews zu wenden. Taiwan und Nordkorea könnten als weitere Schauplätze eines Dritten Weltkrieges zwischen dem Westen und dem Rest der Welt noch hinzukommen. Über die gewaltigen Risiken eines solchen Vorgehens braucht hier nichts mehr gesagt zu werden. Keineswegs undenkbar ist aber, dass angesichts eines in der Realität nicht mehr existierenden politischen Oberkommandos des Präsidenten über das US-Militär die US Army Joe Biden aus dem Weißen Haus putschen könnte, und die Militärführung dann selbst die Regierung übernehmen würde. Das wäre eine ähnliche Notbremsung am Rande des totalen Krieges wie die erwähnte Entlassung McArthurs 1951. Der Preis eines Putsches wäre allerdings eine innere Instabilität der USA, die wiederum gefährliche Wirkungen nach außen hervorrufen könnte.
Verschärfte Repressionen
Analoge Überlegungen, die Zukunft der Demokratie betreffend, gelten auch für den US-Vasallen Deutschland. Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass der Bundesregierung die innenpolitische Lage unseres Landes mittlerweile völlig egal geworden ist, weil sie sich bereits auf einen kurz- bis mittelfristig eintretenden Kriegszustand vorbereitet. Anders ist es nicht zu erklären, dass nicht einmal der Versuch unternommen wird, mit einem insbesondere wirtschaftspolitischen Befreiungsschlag die Stimmung zu verbessern. Stattdessen werden mit den quasistaatlichen Anti-rechts-Demonstrationen die Reihen geschlossen und so eine verschärfte Repression gegen die Opposition vorbereitet. Die Bundeswehr arbeitet bereits an einem Krisenplan, in dessen Zentrum wie zu erwarten die Abwehr von „Desinformation“ steht, also der Kampf gegen abweichende Meinungen aller Art. So etwas setzt eine Notstandssituation voraus, deren Anlass nur ein Krieg sein könnte, nachdem sich medial inszenierte „Pandemien“ als ungeeignetes Mittel zur dauerhaften Abschaffung der Demokratie erwiesen haben. Man muss aus meiner Sicht schon sehr naiv sein, um diese Zusammenhänge nicht zu sehen.
Kann man als Oppositioneller überhaupt noch etwas gegen diese Entwicklungen tun? Man muss ja zugestehen, dass sich die große Weltpolitik nicht von einer Minderheit in einem auf globaler Ebene nach dem Ende der Ära Merkel fast völlig bedeutungslosen und geradezu verachteten Deutschland beeinflussen lässt. Zu einem unerwarteten Verbündeten könnte aber ausgerechnet der politische Islam in Deutschland werden. Wenn die Schattenkriege im Nahen Osten zum Weltkrieg eskalieren, wird sich dieser politische Islam fast ohne Zweifel auf Deutschlands Straßen in einer machtvollen Weise zeigen, die noch weit über die Ereignisse im Gefolge des 7. Oktober hinausgehen würde. Diese Kräfte könnten die Bundesregierung an der Nahostfront zumindest zur Neutralität zwingen. Der Nachteil wäre eine Welle von muslimischem Antijudaismus, die sich in einer solchen Situation über das Land ergießen würde. Dann wäre es die Rolle der rechten Opposition, endlich ihren eigenen, letztlich rassistisch begründeten Antisemitismus aufzugeben, der immer noch in viel zu vielen Köpfen steckt, wie es sich leider nach dem 7. Oktober gezeigt hat. Niemand sonst kann die in Deutschland lebenden Juden schützen, als die gegenwärtige politische Opposition.
Begrenzter Wehrwille
Es spricht Bände, dass an der Anti-rechts-Demonstration vom Sonnabend in Berlin keine einzige jüdische Organisation beteiligt war. Die Parole „Nie wieder ist jetzt“ klammert in ihrer heuchlerischen Analogie zwischen der heutigen Situation und 1933 die größte Opfergruppe des Nationalsozialismus zugunsten von „Antirassismus“ und Palästina-Begeisterung bewusst aus. Diese Lücke muss von rechts her geschlossen werden, und dann wären plötzlich die AfD und ihre Vorfeldorganisationen ihren Gegnern moralisch haushoch überlegen. Diese historische Chance ist nach dem 7. Oktober nicht genutzt worden, aber vielleicht gibt es jetzt eine zweite solche Gelegenheit. Man müsste sogar so weit gehen, im Falle einer Unmöglichkeit weiteren jüdischen Lebens in Palästina die überlebenden Israelis nach Deutschland einwandern zu lassen. Dies wäre endlich jene Sühneleistung für den Holocaust, die einen Schlussstrich zwar nicht unter die Erinnerung an die deutsche NS-Vergangenheit bewirken könnte, aber sehr wohl unter ihr neurotisches Fortwirken in unsere Gegenwart hinein.
Auch ein NATO-Angriff auf die russischen Streitkräfte in der Ukraine wäre noch nicht das Ende Deutschlands. In einer solchen Situation würde nämlich sehr wahrscheinlich auch in der „Schafherde“ plötzlich der Selbsterhaltungstrieb über den künstlichen blau-gelben Ersatznationalismus des Establishments siegen. Wenn erst einmal russische Raketen auf NATO-Militärbasen in Deutschland abgefeuert werden, könnten sehr schnell Millionen Menschen unter dem Motto „lieber russisch als tot“ auf die Straßen gehen. Der Wehrwille wäre auch innerhalb der Bundeswehr mit großer Wahrscheinlichkeit begrenzt. Der Krieg könnte so am inneren Widerstand des deutschen Volkes scheitern, aber der Preis wäre eine Unterwerfung unter den Triumphator Wladimir Putin. Man könnte dann nur darauf hoffen, dass das „Europa von Wladiwostok bis Lissabon“, wie es Putin und sein Ideologe Alexander Dugin anstreben, in der Praxis besser wäre als sein gegenwärtiger Ruf. Zynisch ausgedrückt könnte es auch unter einer zukünftigen russischen Herrschaft für Deutschland kaum weniger nationale Selbstbestimmung geben, als sie der gegenwärtige Status der Bundesrepublik als US-Vasall bietet. Besser wäre es aber, wenn solche Szenarien gar nicht erst eintreten würden. Der Krieg rückt zwar immer näher auch an Deutschland heran, aber noch ist Frieden möglich. Er würde vor allem in den USA und in Israel ein ähnliches Umdenken und radikales Umsteuern erfordern wie 1951 bei der Vermeidung einer nuklearen Eskalation des Koreakrieges. Im Moment sieht es leider nicht danach aus.




























