Baustelle des 2,5 Meter tiefen Grabens um den Reichstag (Foto:Imago)

“Burggraben” um den Reichstag: Die politische Elite schottet sich vom Volk ab

Zu den Meldungen, die man bis vor kurzem noch für so lächerlich gehalten hätte, dass man sich kaum getraut hätte, sie in einer Satire unterzubringen, gehört auch der geplante Burggraben vor dem Reichstag, der den grotesken Namen „Aha-Graben“ tragen soll. 150 Meter lang und zweieinhalb Meter tief soll er sein, daran angrenzend soll es „zwei jeweils 55 Meter lange, zweieinhalb Meter hohe Zäune aus vertikalen Metallstäben“ geben, die das Gebäude seitlich abgrenzen, heißt es auf der Projektwebseite. Baubeginn ist nächstes Jahr, 2029 soll das Ganze fertig sein – für das „beste Deutschland aller Zeiten“ ein geradezu rekordverdächtig kurzer Zeitrahmen. Von der Öffentlichkeit unbemerkt, wurde die Errichtung des Ungetüms bereits 2018 beschlossen.

Der Name Aha-Graben bedeute, „dass ein von der Hausseite unsichtbarer Graben installiert wird. Dieser Graben, der im Gegensatz zu Mauern oder Zäunen für den Blick in die Ferne unsichtbar ist, lässt die Grenze zwischen Gebäude und der umgebenden Landschaft als dessen Fortführung erscheinen“. Es handele sich dabei um ein „seit dem 19. Jahrhundert gängiges Gestaltungselement der Gartenbaukunst, dessen Ursprünge in der Planung englischer Landschaftsparks liegen“. Um die angebliche Dringlichkeit des Grabens zu betonen, schämt man sich nicht, auf die Razzia bei den Reichsbürger-Rentnern und deren angeblichen Putschversuch zu verweisen. Diese „mutmaßlich rechtsterroristische Gruppierung“ habe unter anderem geplant, den Reichstag zu stürmen, „und zwar mit Waffengewalt“. Natürlich durfte auch die Erwähnung des Märchens von der angeblich „tatsächlich versuchten Erstürmung des Reichstagsgebäudes im August 2020“ nicht fehlen.

Abgehobene, dem Volk entfremdete Polit-Kaste

Dabei musste selbst die Berliner Senatsverwaltung schon kurz danach einräumen, dass es keinen Versuch eines gewaltsamen Eindringens gab, sondern lediglich „für wenige Minuten ca. 400 – 500 Personen auf die Treppe vor dem Portal des Reichstagsgebäudes“ gelangt seien.

Sollte der Graben tatsächlich 2029 fertig sein, was -ausgerechnet in Berlin- kaum zu erwarten ist, wird das deutsche Parlament besser vor dem eigenen Volk gesichert sein als die deutschen Außengrenzen vor illegalen Migranten. Das alles bringt das heutige Deutschland auf geradezu erschreckende Weise auf den Punkt: eine völlig abgehobene, vom Volk und der Realität entfremdete Kaste verschanzt sich hinter einem Graben, der verhindern soll, dass der immer gefährlicher werdende Irrsinn, der im dahinterliegenden Gebäude beschlossen wird, irgendwann wirklich zu solcher Verzweiflung führt, dass es gestürmt wird. Um das Ganze zu rechtfertigen, zieht man einen politisch-medial herbeigeredeten Putschversuch einiger alternder Wirrköpfe und einen Stürmungsversuch heran, den es gar nicht gab. Lügen, erfundene Bedrohungen von „Rechts“ und die Angst vor dem eigenen Volk, dem man buchstäblich den letzten Cent für politische Wahnprojekte und das eigene Wohlleben abpresst – hier wiederholt sich Geschichte tatsächlich. Denn genau so agierten alle tyrannischen Machthaber. Allerdings selten sehr lange, weil sich die Realität auch durch den tiefsten und breitesten Graben nicht aussperren lässt. Vielleicht löst der Graben tatsächlich einen Aha-Effekt bei den Bürgern aus.

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