Fregatte Hessen: Nach einem Schuss ins Blaue schon wieder auf Heimreise (Foto:Imago)

Friendly Fire von Bundeswehrfregatte auf US-Drohe: Deutschland wird im In- und Ausland zur Lachnummer

Der hohe Perfektionismus und Leistungsstandard, für den Deutschland einst weltweit geachtet wurde, hat sich völlig verflüchtigt und ins genaue Gegenteil verkehrt. Egal, ob in Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport – das Auftreten Deutschlands ist überall nur noch eine zum Fremdschämen peinliche Farce. So unfähig wie die Politik im eigenen Land agiert, wo praktisch nichts mehr läuft, von pünktlichen Zügen bis maroden Straßen und Dauerbaustellen, so dilettantisch geht es auch dort zu, wo Deutschland im Ausland mitmischt. Ein grotesker Vorfall im Roten Meer vor der Küste des Jemen unterstreicht diesen Eindruck abermals: Dort feuerte die Fregatte „Hessen“ zwei Raketen auf eine über ihr kreisende US-Drohne ab, die sie irrtümlich als feindliches Fluggerät identifiziert hatte. Dass das 30 Millionen Euro teure Fluggerät nicht abgeschossen wurde, ist einzig dem Umstand zu verdanken, dass die deutschen Raketen nicht trafen und ins Meer stürzten!

Ein Militär, das sogar beim Mistbauen Mist baut, ist schon eine Klasse für sich und man könnte über eine solche Slapstick-Einlage lachen – wenn sie den tragischen Zustand des Landes nicht so perfekt ausdrücken würde. Laut Michael Stempfle, dem Sprecher des Verteidigungsministeriums, habe die anvisierte und beschossene Drohne zunächst keiner der verbündeten Nationen zugeordnet werden konnte. Daraufhin habe die „Hessen“ versucht, diese Drohne abzuschießen, was aber nicht gelungen sei. „Der Fall hat sich insofern aufgelöst, als es keine Drohne war, die feindlich war, wie sich aber erst im Nachhinein herausgestellt hat“, sagte er weiter, zweifellos ohne sich der Peinlichkeit dieser Aussage bewusst zu sein.

Pulver verschossen

Zuvor habe man bei allen verbündeten Nationen angefragt, jedoch habe keine davon eine eigene Drohne im Einsatzgebiet gemeldet. Stempfle gab nicht bekannt, welchem Land die Drohne nachträglich zugeordnet wurde. Erst der Militärexperte Thomas Wiegold enthüllte, dass es sich um eine US- Drohne vom Typ MQ-9 Reaper handelte. Diese war offenbar in dem Gebiet unterwegs, ohne an dem Einsatz gegen die Huthi-Rebellen teilzunehmen, an dem die „Hessen“ sich seit Freitag beteiligt.

Damit ist das desaströse Außenbild, das Deutschland einmal mehr abgibt, aber noch nicht beendet. Florian Hahn (CSU), der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, erklärte: „Wir haben jetzt erst auf Nachfrage erfahren, dass offensichtlich ein Teil der Munition der Fregatte ,Hessen’ nicht mehr nachzubeschaffen ist, weil es die entsprechende industrielle Kapazität nicht mehr gibt.“ Im Klartext: wenn die „Hessen“ ihr Pulver verschossen hat, muss sie abgezogen werden, weil kein Nachschub vorhanden ist. Die Ampel-Regierung habe dies monatelang vor der Opposition verschleiert, kritisierte Hahn und das Parlament somit „einen Einsatz beschlossen, ohne zu wissen, dass es offensichtlich ein Munitionsproblem der Fregattenklasse 124 gibt“. Bei den anderen Nationen, die an der Aktion teilnehmen, mit der die internationalen Seehandelswege vor den ständigen Huthi-Angriffen geschützt werden sollen, dürfte man über diesen neuerlichen Ausdruck deutschen Dilettantismus wieder einmal fassungslos sein – wenn man ihn nicht bereits längst einkalkuliert. (TPL)

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