Grüne Jugend von heute? - Symbolfoto: Von Khosro/Shutterstock

Döner und Hausaufgaben als Lockmittel: Für wie dumm hält der Linke unsere Jugend?

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Da verspricht man einer Jugend eine Zukunft in geschlechtlicher Vielfalt, kultureller Harmonie und ökologischem Idealismus – und dann hat der Nachwuchs doch nichts Besseres zu tun, als sich dem politischen Gegner zuzuwenden. Offenbar war es eine ziemliche Schmach für die Grünen, dass eine deutliche Mehrheit an Heranwachsenden nicht mehr auf die Themen anspringt, die die Partei immer wieder in blumigen Worten als ihre Prioritäten postuliert. Nicht nur im gesellschaftlichen Durchschnitt hat sich der Klimawandel mitsamt der um ihn betriebenen Panikmache und aufgezeigten Horrorszenarien überdauert.

Von Dennis Riehle

Das Herumreiten auf der ausschließlich anthropogen verursachten Erderhitzung zieht auch deshalb kaum noch, weil wir in der Praxis die dramatischen Kollateralschäden einer Transformation bestaunen müssen, welche sich Robert Habeck auf dem Reißbrett ausgedacht hat – und die in der Realität zu massiven wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen für die Gemeinschaft führt. Die Bürger waren lange bereit dazu, große Entbehrungen und Kasteiung auf sich zu nehmen, um einer recht eigentümlichen Theorie des Zusammenhangs der ohnehin in der Atmosphäre kaum eine Rolle spielenden CO2-Konzentration gerecht zu werden – und sich im Anschluss an ihrer Opfergaben an Petrus vielleicht auch deshalb ein wenig besser zu fühlen, weil Deutschland ohnehin über einen langen Zeitraum hinweg ständig als sühnender Untertan dastand, der von linker Seite mit der Moralkeule an die dunklen Kapitel unserer Geschichte erinnert wurde. Doch je weiter wir uns vom Ende des Zweiten Weltkrieges entfernen, umso geringer wird diese ohnehin nur subjektiv wahrgenommene Schuld des Einzelnen – für die es aus rationalen Gesichtspunkten und aus der Warte der restlichen Staaten auf diesem Planeten auch keinen Grund gibt. Immerhin sind nur wir es selbst, die uns für eine Historie zu sämtlicher Unterjochung bereit erklären – obwohl doch mittlerweile das Gros unseres Miteinanders im Jahr 1945 noch nicht einmal geboren war. Da befreit sich insbesondere eine Alterskohorte aus dieser Büßerstellung, die sich zwar der Mahnung aus dem Holocaust noch immer bewusst ist – aber für damalige Geschehnisse keine Haftung mehr übernimmt.

Und so zieht die Bevormundung der Ökosozialisten nicht mehr – ob nun hinsichtlich des perspektivischen Wetters am Himmel, der Aufforderung zu toleranztrunkenem und antidiskriminierendem Pluralismus oder bei der Frage nach unserer persönlichen Lebensgestaltung. Stattdessen entwickelt sich nicht nur ein Bewusstsein für die Legitimität und Notwendigkeit einer Liebe und des Einstehens für die Heimat. Sondern auch eine Rückbesinnung zur adäquaten Haltung gegenüber individueller Leistung und Anstrengung. Da man mit dieser Mentalität diametral gegengesetzt zur Philosophie einer eher verweichlichten, wohlgepamperten und überbehüteten Erziehung von Eltern steht, die im Kontinuum zur 68er-Bewegung ihren Kleinsten ständig neu suggerieren, Bemühen sei nur dann notwendig und erforderlich, wenn keine Befindlichkeiten, Gefühle oder Emotionen widersprechen, werden sich gerade jene Schützlinge nicht vom neusten Köder der grünen Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus anlocken lassen, denen Vorankommen, Strebsamkeit und Erfolg etwas bedeuten. Es ist ein durchschaubares Manöver anlässlich des Attests, dass gerade den links angesiedelten Kräften zunehmend die Fälle davonschwimmen – und sich möglicherweise die Idee, das Wahlalter auf 16 abzusenken, vielleicht doch nicht als eine allzu kluge Forderung herausstellt. Denn insbesondere in diesem Bevölkerungssegment stürzen die Zustimmungswerte ab. Gleichzeitig gewinnt die AfD massiv an Unterstützung – weil auch die Verlockung nicht zünden dürfte, mit der man von Seiten der Progressiven der Adoleszenz ein Morgen ohne Hausaufgaben und nachmittägliches Nachsitzen garantiert. Ohnehin dürfte für Schüler heutzutage ein bisschen Rechnen und Schreiben nach dem Ende des Unterrichts wohl das kleinste Problem sein – wenn sie zuvor auf dem Pausenhof wieder einmal eine Begegnung mit dominierenden Gästen fremdländischer Herkunft hatten. Schließlich müssen sich unsere Zöglinge immer öfter gegen Kriminalität, Gewalt und Mobbing an unseren Bildungseinrichtungen wehren – weil die Utopie des Multikulturalismus gescheitert ist. Da geht es also eher darum, wie man den Tag ohne Faustschläge, Tritte oder gar Messerangriffe übersteht – als um die Sorge vor ein oder zwei Stunden Matheaufgaben nach dem Gong.

Nicht nur die Verteidigung der inhärenten Integrität besitzt bei ihnen Vorrang. Auch das zunehmende Empfinden einer sukzessiven Umwälzung von der Überzahl in die Minderheit fordert mittlerweile nicht mehr nur an sogenannten Brennpunkten heraus. Gerade in einem postpubertären Zustand ist die verstandsmäßige Sensitivität für Missstände stärker ausgeprägt als bei manch einem verblendeten Erwachsenen, der sich noch immer von der Ankündigung einlullen lässt, ein obsessiv verordnetes Zusammensein unterschiedlicher Spezien auf einem geografisch begrenzten Raum führe zu Frieden, Freiheit und Einklang. Wer als politischer Wettbewerber auf seiner Agenda nicht mehr zu bieten hat als die Ankündigung, den Preis für den Döner auf drei Euro herabzusetzen – oder das Versprechen, dass spätestens um 13 Uhr Schluss ist mit Büffeln, mag vielleicht bei denjenigen noch durchdringen, die auf einem Elite-Gymnasium von der Wirklichkeit ebenso wenig mitbekommen wie der Elfenbeinturm in der Hauptstadt. Gepaart mit dem immer unbeschwerteren Umgang mit Patriotismus, Vaterlandsliebe und Nationalstolz, ist eine von Stabilität und Kontinuität angetane Generation offen für Arbeit, Produktivität und Ergebnis. Denn die Karriere einer Katrin Göring-Eckardt, Ricarda Lang oder Annalena Baerbock taugt nicht mehr als Vorbild. Denn dort scheinen man mit einer abgeschlossenen Ausbildung und einer qualifizierten Berufserfahrung tendenziell eher auf Kriegsfuß zu stehen. Mit Blick auf ihre Biografie und Bilanz können diese Abgeordneten oftmals nicht mehr vorweisen als den Aufstieg in Schlüsselpositionen durch Vitamin B – wohl aber kaum durch eigenen Verdienst. Ehrliche Authentizität und aufrichtige Gewissenhaftigkeit sind dagegen bei jenen wieder eine Tugend, die ihre Idole unter den Boomern sehen, welche die Bundesrepublik aufgebaut haben – und motiviert, couragiert und zuversichtlich vorangingen. Faulenzerei, Bequemlichkeit und Nutznießertum sind ein Zeichen für Schwäche. Und gerade sie kann ein Jungvolk nicht gebrauchen, das vor einem offenen Identitätskampf steht.

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