Atomkrieg; Bild: Pxhere
Atomkrieg; Bild: Pxhere

Fällt die nächste Bundestagswahl wegen des Dritten Weltkrieges aus?

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Im Netz sorgt derzeit eine amtliche Bekanntmachung der Stadt Hildesheim für Aufsehen und Beunruhigung: in einem Eintrag zu bevorstehenden Wahlen wurde dort angekündigt, dass die nächste Bundestagwahl im Herbst 2025 stattfinden wird – jedoch „vorbehaltlich der Auflösung des Bundestages nach Artikel 68 und vorbehaltlich der Verlängerung der Wahlperiode im Verteidigungsfall nach Artikel 15 h des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland“. Auf diese verstörende Anmerkung hatte unter anderem der Journalist Manaf Hassan auf Twitter aufmerksam gemacht. Offenbar gingen daraufhin in Hildesheim einige kritische Fragen ein, denn die einschränkenden Zusätze für das Stattfinden der Wahl finden sich nun nicht mehr im Internetauftritt der Stadt. Dort heißt es nun nur noch: „Die Wahl der Abgeordneten zum 21. Deutschen Bundestag wird voraussichtlich im Herbst 2025 stattfinden.“

Allerdings stellt sich die Frage, wieso dieser Hinweis überhaupt erschien und ob hier womöglich informierte Kreise aus der Stadtverwaltung, die vielleicht Kontakte zum bundesweiten Katastrophenschutz haben, in Planungen eingeweiht sind, die der Gesamtbevölkerung verheimlicht werden. Ob und inwieweit auch in anderen Kommunen, entsprechende amtliche Hinweis auf einen bevorstehenden Krieg bekannt gegeben wurden, lässt sich nicht mehr verifizieren, denn nach dem gestrigen Lauffeuer im Internet zu diesem Thema dürften auch sie wohlweislich wieder entfernt worden sein.

Mal eben den dritten Weltkrieg heraufbeschworen

Dieses gleichwohl aufsehenerregende Detail gibt durchaus einen Hinweis darauf, dass man es an offizieller Stelle in diesem Land offenbar gar nicht erwarten kann, dass Deutschland endlich wieder in einen richtigen Krieg verwickelt wird – oder es wird die von höchster Stelle geforderte “Kriegstüchtigkeit” inzwischen auch schon dadurch signalisiert, dass man völlig ungeheuerliche und existenzielle Bedrohungsszenarien, deren unbedingte Abwendung jahrzehntelang den Grundpfeiler der deutschen Politik bildete, ganz nonchalant und beiläufig im Halbsatz zu einer Normalität erklärt, ganz so, als handele es sich um ein Event wie die Fußballweltmeisterschaft oder eine Unwetterlage, die eine anstehende Bundestagswahl dann eben ein wenig verzögern könnte. Hier zeigt sich, dass nach drei Generationen seit dem schrecklichsten Krieg der Menschheitsgeschichte schon wieder eine unfassbare Gedankenlosigkeit und Geschichtsvergessenheit um sich greift, die im Zuge eines Regionalkonflikts in Osteuropa, mit dem Deutschland rein nichts zu tun hat, mal eben den dritten Weltkrieg heraufbeschwört, in dem man im moralischen Größenwahn Russland niederwerfen will.

Anscheinend will die ständig geschürte Angst vor angeblich ständige drohenden „Pandemien“ nicht so richtig zünden, weshalb man sich zunehmend auf den Krieg zurückbesinnt, um die Bevölkerung in Furcht zu halten. Die Menschen sollen wohl nicht nur körperlich und zahlenmäßig, sondern auch mental konflikt- und frontreif gemacht werden. Ob sich hier nur ein paar Provinzler wichtigmachen wollten und einen Krieg als möglichen Hinderungsgrund für die Abhaltung der nächsten Bundestagswahl anführten, die bei einer Notstandsregierung im Verteidigungsfall obsolet wäre oder ob tatsächlich bereits entsprechende Pläne existieren, die in Hildesheim nur vorzeitig ausgeplaudert wurden, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass die Ergänzung zum offiziellen Wahlhinweis, obwohl als reimtheoretische Fallbeschreibung zutreffend, selbst im Kalten Krieg zu keinem Zeitpunkt beigefügt wurde. Warum wohl also gerade jetzt? Jedenfalls bestätigt sich hier eine zutiefst besorgniserregende Entwicklung. Misstrauen gegen alle offiziellen Verlautbarungen ist mehr denn je angebracht, weil niemand mehr weiß, welche Kräfte im Hintergrund wirken und den Ton angeben. Übrigens: Deutschland hat der NATO inzwischen schon einmal die Rekordsumme von 90,6 Milliarden Euro für Militärausgaben gemeldet. (TPL)

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