
Die jüngsten Ergebnisse der Volkszählung (Zensus) in England legen nahe, dass Weiße auf dem Weg zur Minderheit sind. Damit bestätigt sich, was viele befürchten – dass nämlich die europäische Bevölkerung durch Einwanderung und sinkende Geburtenraten in den westlichen Staaten zurückgeht. In Deutschland hatte Thilo Sarrazin 2010 auf diesen Trend hingewiesen – und prompt Spott oder gar Rassismusvorwürfe geerntet. Niemand wollte seine Prognosen ernst nehmen.
Doch in den vergangenen Jahren wurden Sarrazins Thesen, wenn auch unter anderem Vorzeichen, sogar von der politischen Linken aufgegriffen; der Rückgang der Deutschen wurde als Fakt anerkannt. Bloß eben nicht als Problem, sondern als Verheißung – als positive Entwicklung statt als Horrorszenario. In Deutschland selbst wird die europäischstämmige Bevölkerung nicht statistisch erfasst, andere westliche Staaten hingegen erheben sie in ihren Volkszählungen. Und hier ergibt sich ein eindeutiges Bild.
Die Lage in den USA
In den USA lautet das Ergebnis des Zensus 2020 wie folgt: Weiße machen 58 Prozent der Bevölkerung aus, Hispanics 19 Prozent, Schwarze 12 Prozent, Asiaten 6 Prozent und sonstige 4 Prozent. 1980 betrug der Anteil der Weißen noch 80 Prozent. Erstmals war nicht nur der Anteil, sondern auch die Anzahl der Weißen zurückgegangen. Bisherige Vorhersagen rechneten bislang mit einer weißen Minderheit in den frühen 2040ern, doch nach den Ergebnissen des neuesten Zensus könnte dieser Zeitpunkt bereits in den späten 2030ern eintreten. Mittlerweile sind Kinder unter 18 Jahren mehrheitlich nicht-weiß, und auch in acht von 51 Bundesstaaten (inklusive Washington D.C.) stellen Nicht-Weiße die Mehrheit.
Allerdings sind Prognosen schwierig, denn das amerikanische Zensus-System beruht auf reiner Selbstauskunft. Es ist denkbar, dass das überraschende Ergebnis des Jahres 2020 darauf zurückzuführen ist, dass sich Weiße, die beispielsweise eine indigene Urgroßmutter haben, als „Mischling“ bezeichnen. Schließlich wollen heute umso mehr Menschen den Opferstatus als „diskriminierte Minderheit“ haben.
Relative Einschätzungen
Aktuell bezeichnen sich etwa die Hälfte der Hispanics als „weiß“, doch dies ist eine relative Einschätzung. Ein „weißer“ Mexikaner mag hellhäutiger als andere Mexikaner sein, wird jedoch in den USA immer noch als Fremder wahrgenommen. Vermutlich sind eher nur ein Drittel aller Hispanics dem Erscheinungsbild nach „weiß“. Dieser Anteil könnte bis Mitte des Jahrhunderts auf etwa ein Viertel zurückgegangen sein. Es ist nicht absehbar, wie die weißen Hispanics sich dann einstufen werden. Nach mehreren Generationen könnten sie ihre Identität ohne Kenntnisse der spanischen Sprache anders bewerten.
Zudem gibt es viele Ehen zwischen „klassischen“ Weißen und weißen Hispanics. Weiße Kubaner sind laut Studien zu circa 85 Prozent europäischer (meist spanischer) und etwa zu gleichen Teilen indigener und afrikanischer Herkunft. Optisch sind sie kaum noch als Hispanics erkennbar. Sie könnten also komplett in der Mehrheitsbevölkerung aufgehen. Tatsächlich dürften Weiße daher erst nach 2050 zur Minderheit werden.
Die Lage in Kanada
Kanada unterscheidet in seinem Zensus zwischen Weißen, Indigenen und „sichtbaren Minderheiten“. Die Zahl der Weißen sank von 93,3 Prozent im Jahr 1981 auf 69,8 Prozent im Jahr 2021. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der „sichtbaren Minderheiten“ von 4,7 Prozent auf 26,5 Prozent und die Zahl der Indigenen von 2 Prozent auf 5 Prozent. Nach Prognosen der kanadischen Statistikbehörde werden die „sichtbaren Minderheiten“ 2041 etwa 38 Prozent bis 43 Prozent und die Indigenen etwa 5,4 Prozent bis 6,8 Prozent der Bevölkerung ausmachen.
Im Gegensatz zu den USA stellen Lateinamerikaner aktuell nur 1,6 Prozent der Bevölkerung. Die „sichtbaren Minderheiten“ werden also auch in der Zukunft noch gut sichtbar sein. Wohl gegen Mitte des Jahrhunderts dürfte auch in Kanada die Zahl der Weißen unter 50 Prozent sinken.
Die Lage in England
Auch in England steigt der Anteil der Nicht-Weißen an: 1981 machten sie 4,6 Prozent der Bevölkerung aus, 2021 schon 19 Prozent. Dieser Trend wird sich weiterhin fortsetzen, denn 2021 betrug der nicht-weiße Anteil an den Geburten 27,3 Prozent. Die Zahl der Lateinamerikaner in England ist vernachlässigbar gering.
Eine Unschärfe wie in den USA existiert also nicht. Experten vermuten eine weiße Minderheit im Vereinigten Königreich etwa im Jahr 2070. Wenn es dann noch existieren sollte – schließlich scheinen mittlerweile weder schottische Unabhängigkeit noch irische Wiedervereinigung undenkbar.
Die Lage in Frankreich
Frankreich erhebt, wie die meisten westlichen Nationen, die Rasse seiner Einwohner nicht. Eine Schätzung der Demographin Michèle Tribalat kam zu dem Ergebnis, dass Frankreich im Jahr 2011 einen Ausländeranteil von etwa 30 Prozent hatte, der zu annähernd gleichen Teilen aus Europäern und Nicht-Europäern bestand. Prognosen über die Zukunft konnte sie jedoch nicht anstellen.
Allerdings gibt es ein Programm des französischen Gesundheitsministeriums, das Neugeborene auf die Erbkrankheit Sichelzellanämie untersucht. Deren Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Afrika über den Mittelmeerraum bis hin nach Indien. Neugeborene, deren Eltern beide aus dieser Region stammen, werden einem genetischen Screening unterzogen. Dies stellt einen sehr guten Schätzwert für die Zahl der nicht-weißen Geburten dar. Zwar werden zum Teil auch Sizilianer oder Portugiesen getestet, allerdings keine Ostasiaten. Neugeborene mit nur einem Elternteil aus der Risikoregion werden nicht untersucht, da die Krankheit nur bei Kindern mit zwei erbkranken Eltern auftreten kann (rezessiver Erbgang). Diese Störfaktoren dürften sich also ausgleichen, oder eher noch den Anteil der nicht-weißen Geburten unterschätzen.
Hinweise durch Gesundheitsscreening
Im Jahr 2000 wurden 19 Prozent aller Neugeborenen diesem Screening unterzogen, 2020 lag der Anteil schon bei 44,1 Prozent. Berücksichtigt man auch die Überseegebiete, liegt der Anteil sogar bei 47,2 Prozent. Unter Berücksichtigung der oben genannten Faktoren, dürften die weißen Geburten in Frankreich inzwischen also unter 50 Prozent liegen. In den letzten Jahren stieg die Zahl der getesteten Neugeborenen nur noch mit verminderter Geschwindigkeit an. Dies könnte darauf hindeuten, dass weniger Menschen nach Frankreich einwandern, oder die nicht-weiße Geburtenrate zurückgeht.
Allerdings ist auch eine alternative Erklärung denkbar. So sollten beispielsweise die Nachfahren der portugiesischen Gastarbeiter aus den 60er Jahren mittlerweile so gut in die Mehrheitsgesellschaft integriert sein, dass sie kaum noch untereinander heiraten. Ebenso dürfte auch die Zahl der Ehen zwischen Afrikanern bzw. Arabern und Franzosen zunehmen. Daher würden diese Geburten, wie oben beschrieben, aus der Statistik fallen.
In Frankreich gibt es Stimmen, die fordern, die Statistik unter Verschluss zu halten, weil sie von der „falschen Seite“ instrumentalisiert werden könnte. Sprich: die Zahl der nicht-weißen Geburten soll nicht mehr öffentlich nachvollziehbar sein. Allerdings wird aktuell auch erfasst, bei vielen Neugeborenen die Erbkrankheit diagnostiziert wurde. Bleibt diese Zahle öffentlich, lassen sich damit immer noch Schätzungen anstellen.
Die Lage in Deutschland
Auch Deutschland erhebt die Rasse seiner Einwohner grundsätzlich nicht. Lediglich der Migrationshintergrund wird erfasst. Demnach machten Migranten 2021 in der Gesamtbevölkerung 27,3 Prozent aus, bei den Kindern unter 5 Jahren allerdings bereits 40,4 Prozent. Man könnte daher annehmen, dass die Situation in Deutschland der in Frankreich ähnelt. Allerdings ist der Migrationshintergrund nur an die Staatsbürgerschaft der Eltern geknüpft: So würde beispielsweise ein Österreicher in der Statistik auftauchen, das Enkelkind türkischer Gastarbeiter hingegen nicht, sofern beide Elternteile bereits ab Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft hatten.
Genaue Zahlen sind für Deutschland daher schwer zu ermitteln. Jedoch ist es vor allem die woke „kritische Rassenlehre“, die hier Abhilfe verschaffen kann: Diese will zwar nicht die Rasse als Kriterium erfassen, sondern nur „rassifizierte“ oder „von Rassismus betroffene“ Menschen – doch zwischen diesen Bezeichnungen besteht kein Unterschied. So erklärte beispielsweise die Migrationsforscherin Anne-Kathrin Will, warum sie nicht am Begriff „Migrationshintergrund“ festhalten wolle: Dieser bilde „keinesfalls den ‚Goldstandard‘ um die Auswirkungen von Rassifizierungen ab“, wodurch „insbesondere die Lebensrealitäten Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen (…) nur fehlerhaft oder gar nicht abgebildet“ würden. Die Verwendung des Wortes sei „nur so lange hinnehmbar, wie es keine bessere Abbildung rassistischer Diskriminierung gibt.“ Bei der Gruppierung „Vielfalt entscheidet“ liest man ganz ähnlich: „Der Migrationshintergrund ist unscharf, er sagt wenig darüber aus, ob eine Person rassistisch diskriminiert wird oder nicht.“
Afrozensus, um „Diskriminierung sichtbar zu machen“
Aktivisten wollen im sogenannten Afrozensus die Zahl der Afrikaner in Deutschland ermitteln. Vorrangig geht es ihnen darum, „Diskriminierung sichtbar zu machen”. Denn, so Daniel Gyamerah: „Wer nicht gezählt wird, zählt nicht.“ Auch er lehnt das Konzept Migrationshintergrund ab: „Da fällt dann der blonde, weiße Mann mit einem schwedischen Vater rein. Schwarze Menschen, die hier in dritter oder vierter Generation leben, aber nicht.“ Allein schon für den Fall, dass eine staatlich vorgeschriebene Migrantenquote kommt, müsse eine klare Definition von Rasse her. Denn ein Unternehmen, das zu 30 Prozent Personen mit Migrationshintergrund einstellen muss, könnte einfach umso mehr Engländer, Franzosen und Polen statt Türken, Afghanen oder Nigerianer zum Bewerbungsgespräch einladen. So, wie sich auch eine Frauenquote leicht umgehen lässt, wenn sich einfach eine Handvoll Männer als Frauen identifizieren. Das Selbstbestimmungsgesetz macht es möglich.
Die grüne Bundestagsabgeordnete Awet Tesfaiesus unterstützt das Anliegen: „Um Diskriminierungserfahrungen herauszuholen aus dem Nebel einer angeblichen Subjektivität, braucht es belastbare Zahlen und Fakten. Der Afrozensus ist daher ein Meilenstein im Kampf gegen Diskriminierung in Deutschland.“ Parteifreundin Aminata Touré, die in Schleswig-Holstein als erste afrodeutsche Ministerin amtiert, stimmte ein: Man könne „mit Zahlen und Daten besser argumentieren“, als mit „diffusen Faktenlagen“.
“Genaue Definition” von Rasse
Allein schon, falls eine staatliche Migrantenquote kommt, muss eine klare Definition von Rasse her. Malcolm Ohanwe nimmt solche Unterscheidungen sehr genau. Er differenziert sogar zwischen „light-skin-blacks“ und reinrassigen Schwarzen. Die neuen deutschen organisationen fordern die „Teilhabe von rassismuskritischen Menschen mit Minderheitenmerkmalen“, um eine Abgrenzung zu europäischstämmigen Migranten zu ermöglichen.
Und Aamna Mohdin meint, dass Deutschland Rassismus nur bekämpfen könne, wenn die Rasse statistisch erfasst werde. Sie verweist darauf, dass man nur durch solche exakten Kriterien wisse, dass im Vereinigten Königreich Schwarze vier Mal häufiger von der Polizei kontrolliert würden als Weiße. Die Zahl afrikanischer Gefängnisinsassen könnte dann auf institutionellen Rassismus in Deutschland verweisen – oder auf tatsächliche Kriminalitätsraten…























