Toilette (Bild: shutterstock.com)
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Köln stellt auf Steuerzahlerkosten Spanner-Toiletten auf

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In Köln – noch von der „Eine-Armlänge-Abstand“-OB Henriette Reker regiert – kommen Spanner auf ihre Kosten: Den brandneuen öffentlichen Toiletten am Wiener Platz fehlt es komplett an Privatsphäre. Oben und unten gibt es einen rund 30 Zentimeter großen Spalt. Oben kann man reingucken und unten sieht man das Höschen. 

Drei Jahre lang forderten Sozialarbeiter dringend Toiletten für den Wiener Platz im Kölner Stadtteil Mülheim. Nun bekamen sie ihren Traum erfüllt. Seit zwei Wochen steht dort eine nigelnagelneu öffentliche Toilette. Das Wunderding der Sanitärplanung hat nur einen „unangenehmes“ Detail: Die beiden Toiletten sind mit Kabinentüren ausgestattet, die oben und unten jeweils 30 Zentimeter große Lücken aufweisen.

Das bedeutet: Eine Person von 1,80 Metern Größe kann problemlos über die Türen hinwegsehen, und unten wird ein ungewollter Einblick auf die Toilette freigegeben, so dass das heruntergelassene Höschen des Toilettenbenutzers begutachtet werden kann. Gegenüber dem WDR wehklagt Streetworker Franco Clemens. „Diese Türen sind eine Einladung für Spanner“.

Die Stadt wiederum rechtfertigt das Design mit der Idee, dass die Lücken und die automatische Entriegelung nach 15 Minuten verhindern sollen, dass sich obdachlose Menschen oder Angehörige der lokalen Trink- und Drogenszene zu lange in den Toiletten aufhalten. Doch diese vermeintlich praktische Lösung führt schlussendlich dazu, dass sich ein bestimmtes Klientel durch die großen Öffnungen geradezu dazu eingeladen fühlt, hineinzusehen oder sogar zu filmen.

Norbert Fuchs, der Bezirksbürgermeister von Mülheim, bezeichnet das Design gegenüber der Bildzeitung als einen „Griff ins Klo“ und fordert, die Lücken schnell zu verdecken. „Niemand muss sehen, welche Farbe meine Unterhose hat, wenn ich diese Toilette benutze“, sagt er im „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Die Mängel der Konstruktion gehen jedoch noch weiter: Auch Diebstähle könnten hier leichter stattfinden, da Nutzer ihre Taschen und Rucksäcke beim Toilettengang unbeaufsichtigt auf dem Boden abstellen. In einer solchen Situation könnte ein Dieb die Gelegenheit nutzen und den Gegenstand in kürzester Zeit entwenden.

Eine schnelle Abhilfe gibt es jedoch nicht. Die Stadt möchte zunächst „Erfahrungswerte“ sammeln und prüfen, ob die Toiletten von den umliegenden Gebäuden einsehbar sind. Es wird erwogen, die Lücken mit teiltransparentem Material zu füllen, um mehr Privatsphäre zu gewährleisten. Ein erneuter Beweis dafür, dass städtische Planung oft der volle Griff ins Klo darstellt.

(SB)

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