Kein Wunder, dass unser Land in einem solchen Zustand ist: Die Stadt Hilden wollte von Marianus Krall, weil er Hundefotos auf Facebook postete, Hundesteuer kassieren. Und da, obwohl der Bruder von Markus Krall gar keinen Hund besitzt. Nun ging ein jahrelanger und mutmaßlich schweineteurer Streit vor Gericht zu Ende.
Der Fall ist dermaßen absurd und irre, dass es immer klarer wird, warum dieses Land in einem solch kaputten und desolaten Zustand ist:
Die Stadtverwaltung der nordrhein-westfälischen Stadt Hilden weiß, dass Marianus Krall, der Bruder des ebenso unbequemen wie bekannten Manager und Autors Markus Krall, keinen Hund hat. Trotzdem bestehen die Bürohengste darauf, dass Krall rückwirkend Hundesteuer für vier Jahre bezahlt. Der Grund: Krall hatte auf Facebook Bilder mit verschiedenen Hunden gepostet, die seiner Tochter, einer Freundin, Bekannten und einem Nachbarn gehörten.
Die Stadtverwaltung schickte dem Mann daher schon im Jahr 2022 Fragebögen zu zwei ermittelten Hunden. Den von ihm eingelegte Widerspruch anerkannte die Stadt nicht, weil er diesen angeblich nicht „elektronisch signiert“ habe, wie die Stadtverwaltung das für ihre bürokratische Onanie nun mal benötige. Es folgte der vierstellige Steuerschätzbescheid. Den Widerspruch erkannte die Stadt Hilden wegen der verpassten Widerspruchsfrist aber nicht an. Obwohl die Stadt anerkannt hat, dass Krall keinen Hund hat, sollte er zahlen.
Dem ganzen verblödeten Bürokratenirrsinn und Bürgergängelei wurde nun am Freitag, am Verwaltungsgericht Düsseldorf verhandelt.
Wie Markus Krall auf X berichtete, war der Saal von der Presse gut besucht. Das Gericht habe mit der Verwaltung der Stadt Hilden „kurzen Prozess“ gemacht, berichtet der Bruder des Beklagten. Die Richterin legte der beklagten Vertreterin der Stadt nahe zurückzurudern – was sie dann nach einigem Hin und Her auch tat. Die Steuer entfällt, Marianus Krall muss nun lediglich die Hälfte der Kosten für seine Anwältin übernehmen.
Der zeigte sich „ganz zufrieden“. Er habe auch einfach keine Lust mehr. „Die letzten zweieinhalb Jahre waren nicht so einfach“, so Krall, der das Vorgehen der Stadt Hilden als eine Frechheit bezeichnete. Auch abseits des Verfahrens habe er sich oft über die Stadt aufgeregt – und möchte es nun besser machen: „Deswegen kandidiere ich nun als Bürgermeister.“
Markus Krall hätte, da sein Bruder jetzt zur Bürgermeisterwahl gegen den Amtsinhaber antritt, ein paar passende Wahlkampfslogans:
„Krall. Damit Hilden nicht vor die Hunde geht.“
„Krall. D.O.G.e. für Hilden.“
„Krall. Kein Hund ist illegal!“
„Krall. Damit nicht jede kleine Scheiße besteuert wird!“
In den Kommentarspalten fragt man sich derweilen:
„Wenn ich meine imaginäre Freundin heirate, komme ich dann trotzdem in eine andere Steuerklasse?“
(SB)























