Spectrum-Absturz (Foto:ScreenshotYoutube)
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Misserfolge zu Erfolgen umdichten: “Spectrum“-Raketencrash als Sinnbild für Deutschland

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In ihrem Versuch, mit den USA zu korrigieren, scheitern die Europäer nicht nur politisch, sondern auch auf technischem Gebiet. Das Münchner Startup Isar Aerospace brachte seine „Spectrum“-Rakete am Sonntag zwar vom norwegischen Raumhafen Andøy aus in die Luft, allerdings nur für eine knappe halbe Minute. Danach stürzte sie ins Meer. In typisch neudeutscher Manier erklärte Daniel Metzler, der Chef und Mitgründer des Unternehmens, den Absturz einfach zum „großartigen Erfolg“. Man arbeite bereits an zwei weiteren Raketen und bereite sich auf den nächsten Start vor, erklärte er.

Der Testflug habe sämtliche Erwartungen erfüllt, so Metzler weiter. „Wir hatten einen sauberen Start, 30 Sekunden Flugzeit und konnten sogar unser Flugabbruchsystem validieren.“ Das Ziel, so viel Daten und Erfahrung wie möglich zu sammeln, sei erreicht worden. In der Vergangenheit habe es noch kein Unternehmen geschafft, seine erste Rakete in den Orbit zu bekommen, sagte eine Unternehmenssprecherin vor dem Start. Die Rakete dürfe explodieren, was im Rahmen des Testflugs sogar wahrscheinlich sei.

Souveränität im All

Marie-Christine von Hahn, die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, sprach von einem wegweisenden Schritt für die deutsche Raumfahrt. „Dieser Test einer hochkomplexen, in Deutschland gefertigten Rakete hat enorm viele Daten erbracht, die uns weitere Fortschritte ermöglichen“, sagte sie. Um wettbewerbsfähig und unabhängig zu sein, würden finanzstarke Budgets für die Raumfahrt benötigt. Konkret heiße das „500 Millionen Euro für das nationale Raumfahrtprogramm und sechs Milliarden für die Europäische Weltraumorganisation (ESA). Deren Ministerratskonferenz in Deutschland im Herbst werde richtungsweisend. Europa müsse seine Souveränität im All sicherstellen, Elon Musks Starlink sei nicht alternativlos und dürfe es auch nicht sein, tönte sie.

Im Anbetracht des desolaten Zustandes Europas, das seine Souveränität nicht einmal auf der Erde sicherstellen kann, darf man zumindest skeptisch sein, was solche himmelsstürmenden Ankündigungen betrifft. (TPL)

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