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Bodyoide – gezüchtetes Menschenfleisch

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Forscher aus Japan und den USA arbeiten an sogenannten „Bodyoiden“, Robotern, die mit im Labor gezüchtetem Fleisch überzogen werden sollen. Das soll die Medizin revolutionieren, indem Organe für Transplantationen, Körper für Medikamententests und sogar „ethisches Fleisch“ ohne Tierleid produziert werden könnte.

Die Grundidee: Statt aus Metall oder Kunststoff sollen zukünftig nicht-empfindungsfähige, menschenähnliche Körper, sogenannte „Bodyoide“ , die aus biologischem Material, das aus Stammzellen gezüchtet wird, entstehen. Wissenschaftler der Universität Tokio haben laut The Sun erste Prototypen entwickelt: kleine Roboter, deren Bewegungen durch Muskelgewebe gesteuert werden. In den USA wird bereits an komplexeren Visionen geforscht – etwa an Robotern, die schwitzen oder kleinere Verletzungen selbst heilen könnten.

Wie die „MIT Technology Review“ beschreibt, sollen diese Körper ohne Gehirnfunktion konstruiert werden und könnten die Medizin revolutionieren, indem sie Organe für Transplantationen, Körper für Medikamententests und sogar „ethisches Fleisch“ ohne Tierleid liefern.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. In der Medizin könnten solche Bodyoide als Pflegeassistenten dienen, etwa um Patienten schonend zu unterstützen. In der Raumfahrt oder bei gefährlichen Missionen könnten sie menschliche Forscher ersetzen. Auch in der Bildung sehen Befürworter dieser Technologie Potenzial: Bodyoide könnten als personalisierte Lehrer in abgelegenen Regionen eingesetzt werden. Laut The Sun schlagen die Wissenschaftler Carsten T. Charlesworth, Henry T. Greely und Hiromitsu Nakauchi vor, künstlichen Gebärmüttern mithilfe pluripotenter Stammzellen zu züchten.

Die Herausforderungen wiederum sind enorm. Die Produktion von Gewebe ist zeitaufwendig und kostspielig; ein Gramm künstliches Menschenfleisch kann Hunderte Dollar kosten. Technisch ist es schwierig, biologisches Material mit mechanischen Systemen zu verbinden. Und nicht zuletzt, die ethische Frage: Ist es vertretbar, menschliche Stammzellen für Maschinen zu nutzen? Kritiker warnen vor einem Verlust der Grenze zwischen Lebendigem und Künstlichem – und vor möglichen Missbrauchsszenarien.

Bodyoide stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung. Sicher ist indes: Die Grenze zwischen Mensch und Maschine wird weiter verschwimmen.

(SB)

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