Deutsche Parklandschaft 2025? (Symbolfoto: Brendan McCartney/Shutterstock)
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Kriegsgeil, bis der Tod uns scheidet

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Vorab ein Klassiker, gesungen von Freddy Quinn

Irgendwo im fremden Land
Ziehen wir durch Stein und Sand
Fern von zuhaus und vogelfrei
Hundert Mann und ich bin dabei

Hundert Mann und ein Befehl
Und ein Weg den keiner will
Tagein tagaus, wer weiß wohin
Verbranntes Land und was ist der Sinn

Ganz allein in dunkler Nacht
Hab ich oft daran gedacht
Dass weit von hier der Vollmond scheint
Und weit von mir ein Mädchen weint

Und die Welt ist doch so schön
Könnt ich dich noch einmal sehn?
Nun trennt uns schon ein langes Jahr
Weil ein Befehl unser Schicksal war

Wahllos schlägt das Schicksal zu
Heute ich und morgen du
Ich hör von fern die Krähen schreien
Im Morgenrot warum muß das sein?

Irgendwo im fremden Land
Ziehen wir durch Stein und Sand
Fern von zuhaus und vogelfrei
Hundert Mann und ich bin dabei

Da hocken sie wieder in ihren bequemen Stühlen, in gut gesicherten Polit-Bunkern und wohl temperierten Redaktionstuben und wollen uns den Dritten Weltkrieg schmackhaft machen. Sie hämmern sie ihren anti-russischen Rassismus auf ihre Tastaturen und schmücken den Tod mit aufmunternden Worten. Der Begriff „Pazifismus“ hat für diese Schlachtfeldherren mittlerweile den selben Stellenwert wie „Pickel“.

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Bei Anne Will hat der „Experte“ Carlo Masala laut Henning Rosenbusch sogar behauptet, dass es eine Pflicht zur Musterung geben müsse, um wegen der Gefallenen und Verwundeten, “um die Reihen dann aufzufüllen“.

Mit wie viel Toten rechnet man denn?

Deutschland politische und mediale Elite ist wieder kriegsgeil geworden. Das bringt viel Geld auf die Konten der Rüstungsindustrie und Zeitungsverlage und lenkt so wunderbar von der wirtschaftlichen Katastrophe ab, die von dummen und bösartigen Politikern verursacht wurde und aus der man mit friedlichen Mitteln wohl auch nicht mehr herauskommt.

Und sie bekommen natürlich von denjenigen Unterstützung, die vom Krieg profitieren, oder deren Job der Krieg ist. Auf n-tv lesen wir:

„In einem möglichen Krieg an der Ostflanke sterben laut Nato-Berechnungen täglich 5000 Soldaten. Der Präsident des Reservistenverbands, Patrick Sensburg, fordert daher ein Massen-Heer für die Bundeswehr.

Von einer Million Menschen, die für geostrategische Spielchen der Herrschaften ihr Leben lassen könnten, ist die Rede. Junge Menschen, alte Menschen, Männer, Frauen – wenn sie denn einen deutschen Pass haben.

Die anderen dürfen dann zu Hause bleiben und das Leben weiterhin genießen.

Eine Million Menschenleben ist kein Pappenstiel und wohl nur eine taktische Größe, die an der „Ostflanke“, was immer das auch sein soll, ganz schnell verbrannt ist.

Überhaupt greift „Ostflanke“ viel zu kurz. Wir benötigen, wenn schon mindestens noch eine Millon Opfer für die „Westflanke“, falls Trump und Musk hier einmarschieren sollten, um die Demokratie wieder herzustellen, die die politische Mitte zerstört hat.

Sehen wir dann Bilder, wie Soldaten unseren Nachwuchs aus den Kinderzimmern und von Spielplätzen zerren, in Uniformen und in Schützengraben stopfen, auf dass sie in irgendwelchen Schützengräben vor Moskau von Drohnen zerfetzt werden?

In der Fernsehsendung Infrarot wagte nun ein ehemaliger Brigadegeneral der Bundeswehr das, was in der deutschen Debattenlandschaft inzwischen fast als Blasphemie gilt, auszusprechen:

Er nennt den Krieg, was er ist. Und fragt nach Maß, Ziel und Realität.

Ein Krieg, der militärisch nicht zu gewinnen ist, muss beendet werden.

Mit dieser simplen, aber unbequemen Wahrheit stellt sich ein Mann mit jahrzehntelanger militärischer Erfahrung gegen eine politische und mediale Rhetorik, die sich seit Jahren zunehmend in moralischer Selbstüberhöhung verrennt.

Der ehemalige militärpolitische Berater des Bundeskanzleramts zieht in Infrarot Parallelen, die in Talkshows selten gehört – und noch seltener toleriert werden:

  • Der NATO-Krieg gegen Serbien 1999, ohne UN-Mandat.
  • Der Angriff auf den Irak 2003, legitimiert durch Lügen, aber nicht durch das Völkerrecht.

Beide Operationen: völkerrechtlich höchst fragwürdig, strategisch katastrophal – und politisch bis heute nicht aufgearbeitet.

Doch wer heute auf solche historischen Vergleiche verweist, wird nicht gehört, sondern gecancelt.

Denn die neue Religion heißt: Krieg ist nur dann schlecht, wenn es der falsche ist.

Was Vad sagt, ist kein Pazifismus – es ist strategische Nüchternheit.

Er kennt das Militär aus der Praxis, nicht aus Politbüros.

Und deshalb stört er:

Nicht nur, weil er unbequeme Fragen stellt – sondern weil er Antworten gibt, die mit der aktuellen Politik kollidieren.

Statt auf Argumente zu reagieren, reagiert das System mit Abwehr.

Die üblichen Empörungsexperten aus Talkshows, Redaktionen und Think-Tanks – meist ohne jeglichen militärischen Hintergrund – sprechen von „russischem Narrativ“, von „Defätismus“, von „Verrat an der Ukraine“.

Doch all das ist kein Gegenargument – es ist die sprachliche Verlängerung eines Krieges, den man nicht gewinnen kann, aber nicht beenden will.

Die Reaktionen auf Vad erinnern an viele Kapitel aus der Geschichte:

  • Wer 1917 den Frieden forderte, war ein Vaterlandsverräter.
  • Wer 1968 den Vietnamkrieg kritisierte, war ein Kommunist.
  • Wer 2003 den Irakkrieg ablehnte, war ein Feind der Freiheit.

Heute ist es wieder so weit:

Friedensstimmen werden kriminalisiert, Kriegstreiber stilisieren sich zu Humanisten.

Doch Geschichte zeigt:

Kriege werden nicht mit Haltung gewonnen, sondern mit Realismus beendet.

Diplomatie ist kein Rückzug – sie ist ein Akt der Reife.

Und wer das leugnet, verpasst nicht nur die Lehren der Geschichte, sondern riskiert ihre Wiederholung. (Quelle: Shira D.X)

Aber genau um Wiederholung geht es: Nach Krieg herrscht Frieden, nach Frieden gibt es Krieg und nach Krieg wieder Frieden.

Der Mensch lebt nun gerne mal in einer Dauerschleife.

Zum Schluss noch ein Klassiker, gesungen von Marlene Dietrich

Sag mir wo die Blumen sind,

Wo sind sie geblieben

Sag mir wo die Blumen sind,

Was ist geschehen?

Sag mir wo die Blumen sind,

Mädchen pflückten sie geschwind

Wann wird man je verstehen,

Wann wird man je verstehen?

Sag mir wo die Mädchen sind,

Wo sind sie geblieben?

Sag mir wo die Mädchen sind,

Was ist geschehen?

Sag mir wo die Mädchen sind,

Männer nahmen sie geschwind

Wann wird man je verstehen?

Wann wird man je verstehen?

Sag mir wo die Männer sind

Wo sind sie geblieben?

Sag mir wo die Männer sind,

Was ist geschehen?

Sag mir wo die Männer sind,

Zogen fort, der Krieg beginnt,

Wann wird man je verstehen?

Wann wird man je verstehen?Sag wo die Soldaten sind,

Wo sind sie geblieben?

Sag wo die Soldaten sind,

Was ist geschehen?

Sag wo die Soldaten sind,

Über Gräben weht der Wind

Wann wird man je verstehen?

Wann wird man je verstehen?

Sag mir wo die Gräber sind,

Wo sind sie geblieben?

Sag mir wo die Gräber sind,

Was ist geschehen?

Sag mir wo die Gräber sind,

Blumen wehen im Sommerwind

Wann wird man je verstehen?

Wann wird man je verstehen?

Sag mir wo die Blumen sind,

Wo sind sie geblieben?

Sag mir wo die Blumen sind,

Was ist geschehen?

Sag mir wo die Blumen sind,

Mädchen pflückten sie geschwind

Wann wird man je verstehen?

Wann wird man je verstehen?

Man sollte den Sesselkriegern in den Redaktionen, Talkshows und politischen Hinterstübchen diese Lieder von morgens bis abends um die Ohren hauen. Vielleicht kommen sie dann wieder zur Vernunft und hören auf, mit dem Leben anderer Leute zu spielen, als wären es Essensreste, die man einfach wegschmeißt.

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