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Tausende Le Pen-Anhänger protestieren in Paris

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Knapp eine Woche nach der umstrittenen Verurteilung von Marine Le Pen wegen angeblicher Veruntreuung von EU-Geldern versammelten sich mehrere tausend Menschen zu einer Solidaritätskundgebung in Paris. Für doe Tagesschau war das auf gar keinen Fall eine Massenbewegung.

„Ich bin das Opfer einer Hexenjagd“, erklärte die langjährige Vorsitzende des Rassemblement National (RN), Le Pen, am Sonntag vor dem Invalidendom in Paris vor Abertausenden Anhängern. Im Fokus steht der Wahlausschluss, der sie für fünf Jahre von Wahlen ausschließt und möglicherweise ihren Plan, bei der Präsidentschaftswahl 2027 anzutreten, zunichte machen könnte.

Während in französischen Medien die Rede von 100.000 Unterstützern die Rede war, erklärte die Tagesschau, dass es sich dabei um keine Massenbewegung handeln würde:

Der amtierende RN-Vorsitzende Jordan Bardella sprach von einem „skandalösen Urteil“ und warnte vor einem „Angriff auf die Demokratie“. Zwar stellte er klar, dass man nicht pauschal alle Richter in die Kritik ziehen wolle, dennoch betonten die RN-Anhänger, dass der Fall nur ein weiterer Beweis für die Korruption des politischen Establishments sei. Die Verurteilung sei eine willkommene Gelegenheit, Le Pen das politische Rückgrat zu brechen.

Auf der Place de la République protestierten rund 15.000 Menschen gegen Le Pen, mobilisiert vor allem von der Grünen Partei und La France Insoumise. Ihre nur noch als lächerlich zu bezeichnende Botschaft angesichts der Vorkommnisse : Die Justiz müsse unabhängig bleiben und dürfe nicht von politischen Interessen beeinflusst werden.

Ob Le Pen sich auf den innerpolitischen Rückhalt verlassen kann ist unklar. Inzwischen stellt sich in der RN die Frage, ob Le Pen angesichts dieser rechtlichen Rückschläge weiterhin die richtige Figur für die Präsidentschaftswahlen 2027  ist. Zwar hat die charismatische Politikerin ihre Gefolgschaft seit Jahren fest im Griff, doch das Urteil könnte die Dynamik verändern. Immer mehr Parteimitglieder stellen infrage, ob man auf das „verletzte Pferd“ setzen sollte, vor allem da die Umfragen zeigen, dass auch Jordan Bardella, der junge Parteivorsitzende, durchaus Chancen auf das höchste Amt im Land hat. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Elabe zeigt, dass Bardella im ersten Wahlgang auf fast genauso viele Stimmen käme wie Le Pen. Je nach Kandidat der Opposition könnte Le Pen bis zu 36 Prozent der Stimmen erzielen, Bardella läge mit 35,5 Prozent nur knapp hinter ihr.

Le Pen war am Montag wegen angeblicher Veruntreuung von EU-Geldern zu vier Jahren Haft – zwei davon auf Bewährung, zwei mit elektronischer Fußfessel – sowie zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt worden. Das Gericht sprach zudem ein sofort wirksames Verbot aus, bei Wahlen zu kandidieren.

(SB)

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