Unternehmer Reinhold Würth: Plötzliche neue Einsichten (Pressefoto)
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Seniles Schilf im Winde? „Schraubenkönig“ Reinhold Würth ist plötzlich offen für AfD-Mehrheiten

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Was für eine Rückratlosigkeit: Der inzwischen 90-jähriges baden-württembergische Unternehmer Reinhold Würth, bekannt als „Schraubenkönig“, galt bislang als einer der eifrigsten AfD-Basher und dauerempörterer Gegner der AfD. Vor allem letztes Jahr und im Vorfeld sämtlicher Wahlen der jüngeren Vergangenheit agitierte der Milliardär vehement gegen die Opposition, repetierte den Humbug von der angebliche „Gefahr“ für den deutschen Wirtschaftsstandort durch die AfD (obwohl er selbst in die Schweiz und Österreich zog) und gab sich als nützliches Sprachrohr zum Nutzen des linksgrünen Parteienkartells her. Doch nun zeigt sich Würth auf einmal offen für Mehrheiten mit der Partei – sprich: sachorientiert-inhaltliche Abstimmungen und gegebenenfalls auch Minderheitsregierungen mit Duldung der AfD.

Zwar wirft die Kehrtwende des 90-Jährigen, der die Würth-Gruppe zu einem Weltkonzern mit 89.000 Mitarbeitern aufbaute, Fragen auf – doch überraschen sollte sie niemanden: Denn Würths einziger Antrieb war reines unternehmerisches Taktieren und blanker Opportunismus. Solange er sich für sein Unternehmen von Politik und Kunden davon etwas versprach, sang er das Hohelied des Linksstaats gegen die bösen Rechten mit. Doch nun, als langsam deutlich wird, welcher linksgrüne Irrsinn unter einem (noch nicht sicher gesetzten) Kanzler Merz droht, dämmert ihm anscheinend, für das Schlachten des falschen Schweins getrommelt zu haben. Weil er auf einmal erkennt, dass die von der SPD im Koalitionsvertrag festgeschriebene Politik, vor allem wirtschaftlich, im Gegensatz zur AfD eine reale Bedrohung für Deutschland darstellt, mehr noch als die bisherige rotgrüne Transformationspolitik, kippt er um – und schlägt jetzt auf einmal andere Töne an.

“Mehrheit ist Mehrheit” – auf einmal…

So erklärte Würth – man höre und staune – In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ nun, eine unionsgeführte Minderheitsregierung unter Friedrich Merz könne auch mit AfD-Stimmen Mehrheiten finden. „Mehrheit ist Mehrheit“, sagte Würth. Er betonte, die Wirtschaftswende gelinge nur, wenn Merz ohne Blockade durch die SPD reformieren könne. Ach, auf einmal? Es ist noch keine 13 Monate her, da hatte Würth im März 2024 in einem fünfseitigen Brief an seine 25.000 deutschen Mitarbeiter eindringlich vor der AfD gewarnt, von einer “Gefahr für die Demokratie” gesprochen und die Alternative als “Bedrohung für das Grundgesetz” beschimpft. Damit nicht genug, packte Würth die ganze große Keule aus und warnte dramatisch gar vor einer „Demokratur oder gar Diktatur“ – wohl gemerkt nicht durch die autoritäre Politik der Ampel, sondern die einzige Realopposition im Land.

Der Brief kostete sein Unternehmen 1,5 Millionen Euro Umsatz, da einige Kunden daraufhin den Konzern boykottierten – was Würth natürlich nicht zum Einlenken, sondern veranlasste, mit Mäyrtrerattitüde stolz  zu seiner “Haltung” zu stehen. Brav betonte er auch die “Bedeutung von Zuwanderung” für Deutschlands Wirtschaft, den “Fachkräftebedarf“ und beschwor die “demokratischen Parteien”. Dafür gab’s jede Menge Schulterklopfer und Zustimmung für den entgleisten Greis – vor allem vom grünen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Wie der jetzt wohl zu Würths plötzlichem De-facto-Plädoyer für ein Ende der Brandmauer stehen mag? Offiziell will Würth zwar an seiner “Kritik an der AfD” festhalten; so sinniert er: “Es ist für mich unbegreiflich, wie die AfD so weit kommen konnte.“ Ja, warum wohl. Vielleicht ist Wendehals Würth ja mittlerweile selbst ein Teil der Antwort darauf. (TPL)

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