Johann Walter David Rudolf Wadephul hat vier Vornamen und ist in Kürze auch Außenminister Deutschlands. Zu den Vorzügen des langjährigen CDU-Parteisoldaten gehört nicht nur eine in vier Jahren Bundeswehrdienst erworbene Kriegstüchtigkeit, sondern, nicht weniger wichtig bei seiner neuen Aufgabe, ein klares, gerade sehr staatstragendes Feindbild.
Von Wolfgang Hübner
Selbiges hat er Ende letzten Jahres zwei russischen Schlitzohren gebeichtet, die ihn telefonisch unter falscher Identität hereingelegt hatten: „Russland wird immer unser Feind sein“, sagte damals Herr Wadephul. Spätestens dieses offenbar aus tiefstem Herzen kommende Bekenntnis dürfte bei Lügen-Merz dem Parteifreund aus Schleswig-Holstein das Tor zum Auswärtigen Amt sperrangelweit geöffnet haben.
Kritik an dieser etwas undiplomatischen Äußerung ist sicher verständlich. Doch sollte positiv gewertet werden, dass Herr Wadephul im Kontrast zu seiner Vorgängerin im Amt immerhin Russland noch nicht den Krieg erklärt hat. Was noch nicht ist, kann allerdings noch werden. Vorerst wird der Politiker aber allen Ehrgeiz und auch etliche Steuermillionen aufbieten müssen, um bei seinem ersten Besuch als Außenminister in Kiew dort ein ebenso gern gesehener wie selbstlos spendabler Gast zu werden wie die feministische Trampolina Annalena Baerbock.
Diese Aufgabe wird nicht ganz leicht werden, doch Machthaber Selenskyi kann sich die Sponsoren nicht mehr so leicht aussuchen wie vor seinem historischen Besuch bei Donald Trump und JD Vance. Deshalb ist in Kiew ein Mann mit dem richtigen Feindbild allemal willkommen.
Dass Herr Wadephul mit den vier Vornamen klammheimlich von einer Einladung in den Kreml ebenso träumt wie von französischen Atomwaffen für die deutsche Aufrüstung, ist eine Vermutung, für deren Bestätigung ein abermaliges Telefonat mit den russischen Schlitzohren sehr dienlich wäre. Er ist, das als unpatriotischer Tipp, bald auch im Auswärtigen Amt zu erreichen!























