Kaum den Fängen der britischen Justiz und der Auslieferung an die USA entronnen, kehrt WikiLeaks-Gründer Julian Assange demonstrativ zu seinen linken Wurzeln zurück. Auf dem Filmfestival in Cannes präsentierte er sich letzte Woche in einem T-Shirt, auf dem die Namen von 4.986 palästinensischen Kindern stehen, die angeblich seit 2023 im Zuge der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen ums Leben kamen – wobei diese Zahlen allerdings auf den Angaben der Hamas-Behörden von Gaza beruhen, die aber seit eh und je unkritisch von den Medien übernommen werden.
Anlass für Assanges Auftritt in Cannes war die Präsentation eines Dokumentarfilms über sein bewegtes Leben. Wikileaks verwies auf Twitter stolz auf das von seinem Gründer getragene T-Shirt, als handele es sich um einen mutigen Akt des Widerstandes. Dabei goss Assange damit nur Wasser auf die Mühlen des immer weiter um sich greifenden antisemitischen Ungeistes, der sich im Gewand der Israel-Kritik tarnt und der Ursache und Wirkung des israelischen Militäreinsatzes in Gaza völlig auf den Kopf stellt.
Applaus von Judenhassern von links bis rechts
Die Ursache all dessen war das bestialische Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023, in dessen Folge sich noch immer israelische Geiseln in den Händen der Terrororganisation befinden, die den gesamten Gazastreifen in eine Hölle aus Armut und Rückständigkeit verwandelt hat, die einzig und allein dazu dient, immer neue Attacken auf Israel auszuführen. Die Bevölkerung dient dabei nur als Kanonenfutter.
Assange hatte es umgekehrt noch nie für nötig befunden, ein T-Shirt zu tragen, auf dem die Namen der über 1.200 abgeschlachteten und verschleppten Israelis verzeichnet waren oder auf sonstige Weise seine Solidarität mit den Opfern des palästinensischen Terrors zu zeigen. Lieber gibt er sich als Propagandist der Hamas und ihrer linken Genossen her. Immerhin erinnert seine hohle und verlogene Geste daran, dass er immer vor allem ein Linker war, so wie auch Wikileaks primär ein links-anarchistisches Projekt ist. Um den Irrsinn perfekt zu machen, erhält Assange nun auch den Beifall aus weiten Teilen der rechten Gegenöffentlichkeit bis hin zu offen rechtsradikalen Antisemiten. Das scheint ihn jedoch nicht zu stören, weil sein plumpes virtue signaling ihm wichtiger ist als dessen Folgen. Für einen angeblich so intelligenten Menschen ist dies ein intellektuelles und moralisches Armutszeugnis, mit dem er sich als Freiheitskämpfer endgültig diskreditiert hat.























