Kulturstaatsminister Wolfram Weimer : Ein peinliches Eigentor nach dem anderen (Foto:Imago)
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Irgendwas stimmt da nicht: Kulturminister Weimer schreibt in der „Süddeutschen“ gegen den linken Tugendterror

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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ist eine ambivalente Figur – irgendetwas zwischen salonkompatiblem Dampfplauderer und intellektuellem Wutbürger. In der neuen Regierung gilt er als Feigenblatt und Aushängeschild einer zumindest in der Kulturpolitik vollzogenen Neuausrichtung: Politikwechsel dort quasi, wo es am wenigsten stört. Wobei nach der linksradikalen Grünen Claudia Roth jeder Nachfolge wie ein “Reformer” wirken muss.

Dass die vermutete Rolle als Blitzableiter und Alibi-Konservativer unter Bundeskanzler Friedrich Merz tatsächlich nur gespielt ist, darauf deutet die Tatsache hin, dass ein aktueller Gastbeitrag Weimers in der “Süddeutschen Zeitung” erschien, der – wäre er ernstgemeint – mit Sicherheit nicht in der linkswoken Alpen-Prawda veröffentlicht worden wäre. Dass er es doch wurde, lässt sich nur damit erklären, dass es sich um Nebelkerzen handelt. Unter dem Titel „Verteidigt die Freiheit“ prangert Weimer darin den allgegenwärtigen neuen „Tugendterror“ an – ein Phänomen, das er jedoch sowohl in linker Bevormundung als auch in rechter Prüderie gleichermaßen erkennt. Der Text kritisiert die Verengung von Kunstfreiheit, die Moralisierung der Ästhetik und die staatlich sanktionierte Zensur.

Weckruf des Bildungsbürgertums?

Das Problem: Für all das, was hier kritisiert wird, steht genau die Regierung, der Weimar angehört. Und dies ist der deutlichste Hinweis darauf, dass es sich hier weniger um einen mutigen Befreiungsschlag als vielmehr ein rhetorisches Feuerwerk handelt. Weimer beschreibt – formal zutreffend – einen globalen Kulturkampf zwischen autoritärer Zensur in Ländern wie China oder Russland, aber auch subtile Einschränkungen in westlichen Demokratien, besonders in Deutschland, und kritisiert Institutionen, die Künstler stigmatisieren, Werke zensieren und Geschichte umschreiben wollen. Sein Plädoyer für Freiheit klingt wie ein Weckruf des Bildungsbürgertums, das sich gegen Cancel Culture und moralischen Dogmatismus wehrt.

Ausgerechnet in der SZ, dem Sprachrohr eben dieses linkstotalitären Milieus, ist so etwas verdächtig. Der offenkundige Widerspruch gegen die vermeintliche „Haltung“ des Feuilletons lässt sich nur erklären durch eine publizistische False-Flag-Aktion. Eigentlich würde man Weimer nicht zutrauen, dass er sich für so etwas hergibt. Doch er hat sich auch für ein Regierungsamt in dieser verlogensten und unaufrichtigsten Regierung aller Zeiten hergegeben… (TPL)

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