Nachdem die eigentlich als reine Formalität geltende Wahl der SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf zur Bundesverfassungsrichterin am Freitag scheiterte, weil die Unionsfraktion ungewohnterweise doch nicht bereit war, deren radikale Positionen zur Abtreibung einfach abzunicken, verfiel das Linkskartell in das übliche hysterisch-verlogene Protestgeschrei, das es immer anstimmt, wenn es seinen Willen nicht bekommt.
Es war absehbar, dass auch die in solchen Fällen obligatorische Mär von den „Morddrohungen“ nicht lange auf sich warten lassen würde, denen die angeblich von einer rechtsmedialen Hetzmeute gejagte Brosius-Gersdorf beziehungsweise ihr Lehrstuhlumfeld an der Uni Potsdam nun auch noch ausgesetzt sei, als ob sie nicht bereits genug ertragen müsste. Kaum musste die Richterwahl am vergangenen Freitag verschoben werden, behauptete der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese in einer Plenardebatte auch schon, es seien Drohungen gegen Brosius-Gersdorf ausgesprochen worden – für die natürlich „rechte Nachrichtenportale“ verantwortlich seien.
Gegen jede sachliche Debatte
ZDF-Reporterin und t-Online-Autorin Nicole Diekmann griff dies sofort begierig auf und empörte sich: „Morddrohungen gegen eine Richterin. Kein Wunder – und das ist das Schlimme: Das ist ein Muster. Nicht nur Institutionen, Parteien und Funktionäre haben heute einmal mehr Schaden erlitten. Sondern auch die Bereitschaft, für Ämter zu kandidieren. In einer Demokratie eine Katastrophe.“
Tatsächlich ist das einzige „Muster“, das sich hier zeigt, jedoch die linke Diskursverweigerung. Zumal die Vorwürfe ohne Beweis sind: Bereits gestern hatte eine Anfrage von „Nius“ beim Bundeskriminalamt (BKA) und bei allen 16 Landeskriminalämtern keine einzige Bestätigung auch nur einer einzigen Morddrohung gegen Brosius-Gersdorf, ihr Umfeld oder ihren Lehrstuhl ergeben. Anfragen bei Wiese, der SPD-Bundestagsfraktion und Brosius-Gersdorf selbst blieben bis gestern früh unbeantwortet. Nach aktuellem Kenntnisstand deutet auch weiterhin nichts darauf hin, dass Wieses Behauptungen eine reale Grundlage haben. Offenbar sollte hier wieder einmal auf pseudomoralischer Ebene versucht werden, eine sachliche Debatte zu verunmöglichen. (TPL)























