In den deutsche Russlandverhetzungs- und Kriegstreibermedien ist jeder Kontakt zum ewigen Feind Russland inzwischen so verdächtig, dass es für sensationsheischende Empörungsschlagzeilen reicht. Gerhard Schröder, der letzte normale und verantwortungsbewusste deutsche Kanzler, ist deshalb bereits zur Unperson degradiert worden; nun trifft es seinen Ex-Genossen Matthias Platzeck, den ehemaligen SPD-Vorsitzenden und Ex-Ministerpräsidenten von Brandenburg. Bei dem reicht schon die nun ans Licht der Öffentlichkeit gezerrte Tatsache, dass “er regelmäßig nach Russland” reist, um Fragen nach seinen Verbindungen zum Kreml aufzuwerfen – “insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und Russland”, wie die “Welt” raunt.
Besonders “schlimm”: Platzeck, der wegen seiner “Nähe zu Russland” auf den Watchlists der ukrainefreundlichen Linksmedien gelandet ist und unter “proputinistischem” Generalverdacht steht, ist auch noch Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, einer Plattform, die den Dialog zwischen beiden Ländern fördern soll.
Indiz für Hochverrat
So soll, petzt die “Welt”, seit 2014 mehrmals nach Moskau gereist sein – oft “auf Einladung russischer Organisationen”. Da sich Platzeck ohnehin viel zu “unkritisch” gegenüber dem russischen Regime positioniert habe, insbesondere seit der Annexion der Krim und dem Krieg in der Ukraine, ist das anscheinend heute schon ein Indiz für Hochverrat – zumal die Reisen “nicht öffentlich kommuniziert” wurden.
Seit wann müssen Ex-Politiker, die als Privatiers oder im Rahmen von Vereinsaktivitäten in ein anderes Land reisen, dies der Öffentlichkeit mitteilen? Wieso müssen sie sich überhaupt dafür rechtfertigen? Die Frage, “wie viel Nähe zu Russland in der aktuellen Lage vertretbar” sei, zeigt die hochneurotische Verirrung der deutschen Politik, die von Diplomatie, Ausgleich und Dialog nichts mehr wissen will und nur noch Kriegsparolen und Freund-Feind-Denken kennt. (TPL)























