Immer häufiger tauchen in deutschen Städten Türschilder auf, auf denen in greller Selbstgerechtigkeit zu lesen steht: „AfD – Zutritt verboten“. Ob am Restaurant, im Bioladen, in der Hausarztpraxis oder am Schaufenster eines „kreativen Einzelhandels“, das Prinzip ist stets dasselbe: Der Ladeninhaber will seine politische Haltung demonstrieren. Und zwar nicht mit Argumenten, sondern mit einem pauschalen Rausschmiss. Doch was genau meint er damit? Muss ein potenzieller Kunde am Eingang künftig den Parteiausweis zücken? Oder sich befragen lassen, wo er im Jahr 2021, 2023 oder 2025 sein Kreuz gemacht hat? Das wäre rechtswidrig. Wahlen sind geheim, das ist ein konstitutionelles Grundrecht.
Niemand ist verpflichtet, seine Parteipräferenz offenzulegen und kein Händler darf sie erfragen. Die Vorstellung, dass man einem Kunden die politische Gesinnung ansehen könne, bewegt sich gefährlich nah an alten Denk- und Feindbildmustern, die man längst überwunden glaubte. Glatze? Nase? Ohringe? Der Händler, der so ein Schild anbringt, erreicht in Wahrheit nur eines: Er macht sich in seinen linken Kreisen beliebt. Vielleicht bekommt er einen Applaus auf Social Media. Aber: Er kann niemanden identifizieren, der die AfD wählt.
Was kommt als Nächstes?
So ein Schild ist ein Symbol, keine Maßnahme. AfD-Freunde können den Laden weiterhin anonym betreten. Ein Unternehmer, der Kundschaft nach Gedanke aussortieren will, offenbart weniger eine politische Haltung als eine geistige Schwäche. Er entlarvt sich als jemand, der mit demokratischem Wettbewerb nicht umgehen kann. Wer sich in einer pluralistischen Gesellschaft derart selektiv zeigt, ist nicht tolerant – sondern autoritär im eigenen Weltbild.
Würde ein anderer Betreiber ein Schild mit der Aufschrift „Grüne – Zutritt verboten“ anbringen, kämen sofort Journalisten, Politiker, Aktivisten. Es gäbe Eilstatements, Entschuldigungsdruck, vielleicht sogar Anzeigen. Doch gegen die AfD scheint alles erlaubt zu sein , selbst die öffentliche Androhung von Zutrittsverweigerung. Bleibt die Frage: Was kommt als Nächstes? Die Kundenkarte mit ideologischem Punktesystem? Oder gleich der Gesinnungsscan an der Ladentür?























