Es ist keine Scheiße, sondern Mousse au chocolat: Getreu des bitteren Bonmots von Kurt Tucholsky, wonach in Deutschland, der, der auf den Schmutz hinweist, für gefährlicher gehalten wird als der, der ihn verursacht, gilt nun spätestens mit der Machtübernahme des verlogensten Kanzlers aller Zeiten Merz die Devise: Das Bewusstsein bestimmt das Sein, nicht sein kann was nicht sein darf und Schlechtreden ist pfui. Wer Kritik übt und auf Missverhältnis und Probleme hinweist, ist Bestbeschmutzer, Pessimist und Defätist. Man musste die Dinge nur positiv sehen und sich in der hohen Schule der Schönfärberei bewähren, dann ist im Grunde doch alles Paletti! Das also ist das neue Mindet, mit dem die Union ihre Unterwerfung unter das linksgrüne Regime zweckoptimistisch psychisch zu bewältigen versucht.
Als Reaktion auf das von linksradikalen Randalierern gestörte, von der ARD aber dennoch fortgesetzte Sommerinterview mit AfD-Chefin Alice Weidel, in der Weidel – soweit zu verstehen – fundierte und dezidierte Fehlentwicklungen und hausgemachte Krisen klar benannt hatte, fiel CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann nichts Besseres ein, als der AfD vorzuwerfen, sie wolle Deutschland nur schlecht reden. Die AfD freue sich über steigende Insolvenzen und das „Abschmieren“ der Wirtschaft. Besonders empörte er sich darüber, dass Weidel die Frage, ob sie drei Dinge nennen könne, die in Deutschland richtig gut laufen würden, nicht beantworten konnte.
An Peinlichkeit nicht zu überbieten
Deshalb verfiel die CDU nun auf die grandiose Idee, auf Twitter und Instagram zu verkünden: „Wir machen Schluss mit schlechter Stimmung und Pessimismus! In unserem wunderschönen Land mit seinen großartigen Menschen gibt es so viele tolle Dinge, auf die wir stolz sein können. Wir wollen den Menschen die Zuversicht zurückgeben, indem wir zeigen, was alles gut läuft in Deutschland. Deshalb rufen wir dazu auf, sich an der Aktion ‚3 Dinge‘ zu beteiligen.“ Die Twitter-Nutzer sollten dann kurze Clips, Bilder oder Tweets mit Antworten auf die Frage posten, „an der Alice Weidel scheiterte“.
Dass es den Bürgern in einem zunehmend dysfunktionalen Hochsteuerland, mit einem übergriffigen Bevormundungsstaat, der einen bis ins Privatleben hinein kujoniert, mit Inflation, explodierender Migrantengewalt, kollabierender innerer Sicherheit, einer nicht enden wollenden Insolvenzwelle, verlogenen und verantwortungslosen Politikern, die den Wählerwillen ignorieren und gegen das eigene Volk regieren, schwer fällt, Dinge zu nennen, die so richtig gut laufen, ist für die CDU, die die Hauptschuld am deutschen Kollaps der letzten 15 Jahre trägt, offenbar unvorstellbar. Allein der Gedanke, „schlechte Stimmung und Pessimismus“ einfach für beendet zu erklären, ist an Lächerlichkeit und Peinlichkeit kaum zu überbieten.
Und so sahen es auch die Leser und User, deren Reaktionen dem kollektiven Realitätklitterungsversuchen der Union eine schallende Ohrfeige und erniedrigende Demütigung vesetzten: Praktisch kaum ein positiver und ironiefreier Kommentar fand sich unter dem Post; auf Instagram waren Stand heute vormittag über 95 Prozent aller Kommentare negativ, voller Hohn, Spott und Zorn.
Eindeutige Sprache
Auf Twitter kündeten die Kommentare, die nicht von Parteisoldaten stammen, die gehorsam irgendwelche hohlen Phrasen absonderten – ebenfalls von einer deutlichen Sprache: als drei besonders gut laufende Dinge wurden hier unter anderem sarkastisch aufgezählt: „Meldestellen, KI-Kontrolle von Biotonnen, anlasslose Polizeikontrollen“; „Unkontrollierte Migration, Rentnerarmut, Deindustrialisierung“; „Migrantengeld, Ausländerkriminalität, Abschaffung der Meinungsfreiheit“; „Massenmigration von Kulturfremden, Preissteigerungen und Kampf gegen die Opposition“, et cetera.
Die Aktion erweist sich damit als absehbares Eigentor, denn mit Gesundbeten lässt sich die existenzielle Krise im Land ganz sicher nicht lösen. Was die Union hier veranstaltet, erinnert an die letzten Jahre des DDR-Regimes, das auch jede Kritik an den unhaltbaren Zuständen, die es selbst verursacht hatte, als bloße Miesmacherei abtat und mit absurder Propaganda gegensteuern wollte. In diesem geistigen Wandlitz ist auch die CDU längst angekommen. Wenn sie endlich die Politik machen würde, die das Land verzweifelt braucht, anstatt sich dafür herzugeben, das Linkskartell an der Macht zu halten, dessen Ende die große Mehrheit herbeisehnt, macht sie sich mit solchen peinlich-dummen Aktionen lächerlich. (TPL)























