Der Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet eine Kirchengemeinde – nicht etwa wegen Waffenlagern im Keller, Aufrufen gegen Ungläubige, antisemitischer Umtriebe oder sonstige staatsfeindlicher Umtriebe, sondern weil der Pfarrer der Evangelische Freikirche unbequeme Meinungen äußert. Was früher noch als gelebte Meinungsfreiheit galt, ist heute ein Fall für den Inlandsgeheimdienst. Es reicht inzwischen, das politische Weltbild der Regierung nicht zu teilen, um unter Generalverdacht gestellt zu werden.
Jakob Tscharntke, Pfarrer der Evangelische Freikirche Riedlingen, hat es gewagt, sich kritisch zu Corona-Maßnahmen, zur Klimapolitik oder zum Ukrainekrieg zu äußern. Die Konsequenz im besten Deutschland, das wir je hatten, ist nicht etwa eine offene Debatte. Nein. Die Gemeinde wird vom vom baden-württembergischen Verfassungsschutz beobachtet.
Angefangen hat die Bespitzelung 2022, als Pastor Tscharntke sich kritisch über Corona-Impfungen äußerte. So bezeichnete er Politiker in einer Predigt als „Unrechts- und Willkürherrschende“, die „von den bösen satanischen Mächten dahinter“ gesteuert würden. Er sprach vom „Corona-Terror“ und „Corona-Weltkrieg“. Schon 2022 wird ihm unterstellt, „das Vertrauen in demokratische Prozesse zu untergraben“.
🇩🇪 Deutschland hat eine Übersterblichkeit von 37% 💀
Pastor Jakob Tscharntke: „…auf den Friedhöfen…die frischen Holzkreuze…es sieht aus wie im Krieg!“ pic.twitter.com/SKfnicGBsI
— Nina (@NinaKis17) July 26, 2024
Wortgleiche Unterstellungen über die Freikirche auch in den Verfassungsschutzberichten aus den Jahren 2023, 2024 und 2025. Im Verfassungsschutzbericht 2025 wird Pfarrer Jakob Tscharntke vorgeworfen, „politische Inhalte und Positionen“ zu verbreiten, die geeignet seien, „das Vertrauen in demokratische Entscheidungsprozesse sowie staatliche Repräsentanten und Institutionen in verfassungsfeindlicher Weise zu untergraben“.
Demnach soll er „extremistische Verschwörungsideologien“ verbreiten und Parallelen zum Nationalsozialismus ziehen. Bereits im Bericht des Jahres 2024 hieß es, Tscharntke mache „Politiker verächtlich und dämonisiert sie teilweise durch eine Vermischung mit religiösen Botschaften“. Angesichts seiner großen Reichweite im Internet sieht der Verfassungsschutz, dem seit 2008 die, von der FDP ins Amt gebrachte parteilose Juristin Beate Bube vorsteht, zudem die Gefahr, dass sich Mitglieder seiner Gemeinde potenziell radikalisieren könnten.
Das perfide dabei: Die Gründe für die Überwachung sind schwammig, dehnbar, kaum überprüfbar. Eine Mischung aus angeblich „verfassungsfeindlichen Tendenzen“, „Delegitimierung des Staates“ und „christlichem Fundamentalismus“ – was immer das konkret heißen soll. Es genügt in diesem immer totalitärer werdenden Deutschland, Kartellpolitiker als fehlgeleitet zu bezeichnen oder die offizielle Klimareligion zu hinterfragen, um als Extremist zu gelten und beobachtet zu werden.
Pastor Jakob Tscharntkes Predigt am 27.07.2025:























