Hindenburg-Kaserne umbenannt: Linke canceln mal wieder unliebsame Geschichte weg

Mit seinen Bemühungen, Deutschland bis 2029 „kriegstüchtig“ zu machen, kommt Verteidigungsminister Boris Pistorius zwar nicht so recht voran, dafür schafft seine Truppe aber das, was das ganze Land inzwischen am besten kann – nämlich, sich seiner Traditionen zu berauben. Diesmal trifft es die Hindenburg-Kaserne im niedersächsischen Munster. Weil der General und Reichspräsidenten ein Antidemokrat und Steigbügelhalter des Nationalsozialismus war, wird nun im Rückgriff auf ein Gutachten des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr sein Name getilgt. Das alles ist aber erstens keine neue Erkenntnis und zweitens dürfte man unter Anlegung der heutigen woge-beckmesserischen Maßstäbe dann überhaupt keine historische Figur mehr ehren. Hindenburg, der die Schlacht von Tannenberg im Ersten Weltkrieg fulminant gewann, war als preußischer Militär dennoch stets tradierungswürdig – und zudem das einzige jemals in der deutschen Geschichte vom Volk direkt gewählte Staatsoberhaupt. Dennoch fällt sein Andenken dem Rotstift zum Opfer.

Ab dem 10. September trägt die Kaserne den Namen „Unteroffizier-Friederike-Krüger-Kaserne“. Krüger habe sich demnach freiwillig 1813 zu den Befreiungskriegen gegen Napoleon beim preußischen Militär gemeldet und sei im selben Jahr in der Schlacht bei Dennewitz verwundet worden. Krüger sei laut Bundeswehr noch vor Ort zum Unteroffizier ernannt und später mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet worden. Unter anderem sei sie „ein identifikationsstiftendes Vorbild für alle Soldatinnen und Soldaten“. Anders als die Hindenburgs, stehe Krügers Biografie für höchstes Pflichtgefühl und patriotische Gesinnung, eine feste innere Überzeugung und die Wiederherstellung von Recht und Freiheit. Außerdem habe sie früh nach Gleichberechtigung gestrebt.

Woke Selbstverleugnung und parteipolitische Bilderstürmerei

Immerhin behauptet man nicht auch noch, Krüger sei eine frühe Transperson gewesen. Die Auseinandersetzung mit dem Namen der Hindenburg-Kaserne sei ein fortlaufender Prozess gewesen, der sich über Jahre erstreckt habe, hieß es weiter. Pistorius habe der Umbenennung am 30. April zugestimmt. Für so etwas hat man in seiner faktisch einsatzunfähigen Trümmertruppe Zeit. Der Dresdner AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Ladzinski kritisierte, was hier geschehe, sei „nichts anderes als eine politisch motivierte Geschichtsklitterung unter dem Banner des Zeitgeistes“. Hindenburg sei bei aller Kritikwürdigkeit zweifellos eine herausragende Figur der deutschen Geschichte und ein Weltkriegsgeneral, Reichspräsident und Ehrenbürger zahlreicher deutscher Städte gewesen. Ihn durch die „ideologische Brille heutiger linker Eliten“ zu einem Problemfall zu erklären, sei historisch unredlich. In einer Zeit, in der jeder noch so kleine Winkel unserer Streitkräfte „diversifiziert“ und „neu gedacht“ werden soll, sei dies ein weiteres Symbol der moralischen Selbstaufgabe unserer militärischen Identität, so Ladzinski weiter. Unzählige Historiker hätten bestätigt, dass Hindenburg „mit den Nationalsozialisten nichts am Hut“ gehabt habe. Das „ideologische Theater“ sei ein Fall von „woker Selbstverleugnung und parteipolitischer Bilderstürmerei“.

Dies dürfte es ziemlich exakt auf den Punkt bringen. Anstatt sich auf seine Kernaufgabe zu konzentrieren, pfuscht man bei der Bundeswehr lieber in der Vergangenheit herum und benennt auf historisch fragwürdiger, aber politisch erwünschter Grundlage Kasernen um. Dabei täte man besser daran, sie innerlich zu modernisieren, um den Soldaten ein Umfeld zu bieten, in dem sie ihren Dienst motiviert versehen können. Zudem gäbe es zahllose weitere Baustellen in der völlig heruntergewirtschafteten und heillos überbürokratisierten Bundeswehr, an denen man ansetzen müsste. Aber wie überall in diesem Land, schafft man es nur noch, kosmetische Änderungen zu vollziehen und Deutschland in ein einziges Potemkin`sches Dorf zu verwandeln. (TPL)