Im Pro-Gaza-Mindset sind Juden unerwünscht: Fortuna Düsseldorf sagt den Transfer von Shon Weissman vom Granada CF ab (Foto:Imago)
[html5_ad]

Hamas-Anhänger und Antisemiten können jubeln: Fortuna Düsseldorf verzichtet auf Transfer von israelischem Profi

c66c390f10944607926316a0dcf5bbd7

Fortuna Düsseldorf beugt sich dem “politischen Druck” – und sagt den Transfer des israelischen Stürmers Shon Weissman ab. Dass dabei sportliche Gründe überhaupt keine Rolle spielten, sondern nur Feigheit vor dem Feind im Inneren und die Auswirkungen eines moralisch völlig verschobenen Kompasses im öffentlichen – besser: veröffentlichten – Diskursraum, wird unter anderem daraus ersichtlich, dass die Übernahme bereits beschlossene Sache gewesen war; der 29-Jährige, der vom FC Granada kommen sollte, war bereits beim Medizincheck, als der Verein einknickte. Offiziell hält er sich zwar bedeckt, doch dass die lautstarken “Fanproteste” und eine von Aktivisten lancierten Online-Petition eine gewichtige Rolle spielten, pfeifen die Spatzen von allen Dächern. Der Anlass für den konzertierten Shitstorm gegen Weissman war, dass dieser, von Wut und Trauer überwältigt, in einem – emotional und menschlich für jeden (mit Ausnahme von Islamisten, linken Heuchlern und empathielosen  Judenhassern) nachvollziehbaren – Social-Media-Post kurz nach den Hamas-Terroranschlägen am 7. Oktober 2023 unter anderem die „Auslöschung Gazas“ gefordert hatte. Seine unter dem Schock der bestialischen Ermordung von über 1.200 Israelis binnen weniger Stunden getätigten Äußerungen hatte Weissman er später selbst als “impulsiv” bezeichnet und in den entscheidenden Passagen wieder gelöscht.

Obwohl fraglos jeder beseelte Mensch – sogar die verlogenen Moralisten und Haltungsweltmeister, die ihn dafür jetzt anfeinden – in einer solchen Situation und unter dem Eindruck eines solchen an den eigenen Landsleuten und Freunden verübten Verbrechens zumindest dasselbe oder Schlimmeres geäußert hätten, will man Weissman daraus nun, fast zwei Jahre nach der Hamas-Terrorbarbarei, in denen die Täter-Opfer-Rolle vollständig auf den Kopf gestellt wurde, dafür brandmarken und canceln. Die “Fans und Aktivisten” sowie Unterzeichner der Online-Petition, die nun ausgerechnet Weissman wegen seines Posts als “menschenverachtend” beschimpfen und seinen Wechsel zu Fortuna Düsseldorf nun offenbar erfolgreich verhindert haben, sind dieselben, von denen eine zunehmende Bedrohung für jüdisches Leben in Deutschland ausgeht. Sie können nun die kriecherische Unterwürfigkeit von Fortuna Düsseldorf mit Genugtuung als Bestätigung feiern, dass sich offener bis geschickt camouflierter Terrorpropaganda und Judenhass – ob auf deutschen Straßen oder im deutschen Feuilleton – eben doch lohnt.

Ressentimentvergifteter Moralpöbel

Statt den Kontext seiner damaligen Posts auch nur im Entferntesten als mildernder Umstand zu berücksichtigen, wurde Weissman mit Erfolg von einem propagandaverhetzten und ressentimentvergifteten Moralpöbel verurteilt, der letztlich Ausfluss der naserümpfenden Aversion politmedialer Taktgeber in diesem Land ist. Das Zeichen, das Fortuna Düsseldorf hier setzt, könnte verheerender nicht sein, denn einmal mehr dienen sich ideologisch gleichgeschaltete deutsche Sportfunktionäre rückgratlos dem herrschenden Zeitgeist an – ganz so, wie sie das auch ansonsten tun, ob bei Haltungsduftmarken “gegen rechts”, “für Vielfalt” und beim Regenbogendiktat. Man will keinen Ärger riskieren – und so verzichtet man jetzt auf einen jüdisch-israelischen potentiellen Unruheherd. Der Fall zeigt dabei, wie schnell komplexe Konflikte auf platte Narrative reduziert werden: Während die Hamas (auch deutsche) Geiseln weiter verrotten lässt und mit ihrem Dauerterror gegen Israel – nicht erst seit dem 7. Oktober – die alleinige Verantwortung für das Schicksal ihrer Bevölkerung trägt, stehen die Palästinenser und Gaza in der Wahrnehmung des Juste Milieus in Deutschland inzwischen fast einhellig als wehr- und hilflose Opfer da, die der Willkür einer finsteren, bösartigen Militärmacht ausgesetzt sind. Perfider geht es nicht.

Als “Israelkritik” getarnte antisemitische Stereotype werden in Deutschland immer mehr salonfähig. Sie sind inzwischen weit mehr Staatsräson, als es das einstige unverbrüchliche und kompromisslose Eintreten für das Existenzrechts Israels je gewesen ist. Dass Fortuna Düsseldorf diesem abstoßenden Paradigmenwechsel nachgibt, signalisiert einmal mehr die Kapitulation vor einer Ideologie des Hasses und der nackten Gewalt. Der Verein hätte die Chance gehabt, genau jetzt ein Zeichen für echten Dialog, echtes Verständnis und eine überfällige Rückkehr zur Trennung von Sport und Politik zu setzen. Stattdessen tat der das Gegenteil – und hat nun einen Präzedenzfall geschaffen, der Israelfeindlichkeit weiter legitimiert und überdies die Meinungsfreiheit von Sportlern einschränkt; denn jeder Profi muss nun nervös werden und zweimal genau überlegen, nicht nur ob und was er noch sagen darf, sondern auch was er womöglich jemals gesagt hat. Disclaimer: Natürlich gilt dies nicht muslimische Sportler wie Antonio Rüdiger, die trotz Kopf-ab-Gesten, Allahu-Akbar-Gebrüll und Tauhid-Fingern – allesamt zumindest doppeldeutige Erkennungszeichen der islamistischen Mordbrenner weltweit – ihre Karriere unbehelligt fortsetzen durften.

image_printGerne ausdrucken

Themen