Kopftuch-Muslimas (Foto: Shutterstock)
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Nach Ansage von Religionsamt: Kommt die Kopftuchpflicht in Erdogans Türkei?

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Unter dem islamischen Despoten Erdoğan gewinnt die Debatte um das islamische Kopftuch in der Türkei erneut an Fahrt – diesmal mit einer brisanten Wendung: Das Tragen der Flagge des politischen Islams könnte demnächst dort eine gesetzlich verordnete Pflicht werden und unter den Türkischstämmigen in Deutschland noch massivere Nachahmung finden.

Die ehemalige, säkulare Türkei ist längst schon Geschichte. Unter dem islamischen Despoten Erdoğan und seine islamisch-konservative AKP treibt das Land seit Jahren immer massiver in Richtung politischer Islam mit all seinen archaischen, unmenschlichen und frauenverachtenden Elementen. Aktuell steht eine mögliche Kopftuchpflicht im Zentrum der Debatte.

Konkret geht es um eine Predigt des staatlichen Religionsamtes. Beim landesweiten Freitagsgebet wurde das Tragen enger und durchsichtiger Kleidung als Verstoß gegen die Gebote des Islam verurteilt. Frauenrechtlerinnen wie die 64-jährige Autorin Berrin Sönmez, selbst jahrzehntelang Kopftuchträgerin, sehen darin den Beginn einer Kampagne, die das islamische Kopftuch faktisch zur Pflicht machen könnte. „Nie hätte ich gedacht, dass es dazu kommt. Jetzt steht es kurz bevor“, so das aufgesetzte Gejammere, waren die Tendenzen hin zum islamsichen Gottesstaat Türkei absehbar.

Die Predigt richtet sich vor allem an Männer: Sie sollen „die Familie schützen“ – ein verschlüsselter Aufruf, männliche Dominanz wiederherzustellen. Das staatliche Religionsamt, unter der direkten Kontrolle von Erdoğan, verfügt über ein Budget von drei Milliarden Euro und mehr als hunderttausend Beschäftigte. Es kann inzwischen Koran-Ausgaben verbieten oder beschlagnahmen, die nicht seiner konservativen Auslegung entsprechen. Die aktuelle Predigt signalisiert einen klaren Trend: Frauen sollen durch gesellschaftlichen Druck zu islamischer Kleidung gedrängt werden. Erste Gewaltakte folgten bereits kurz nach besagtem Freitagsgebet: In Istanbul wurde eine Frau attackiert, weil sie kurze Hosen trug, und ein AKP-Politiker rechtfertigte die Tat mit den Worten: Wenn sie halbnackt herumlaufe, verdiene sie es nicht anders.

Für Deutschland ist diese Entwicklung mehr als nur relevant: Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln und ausgemachte Erdogan-Fans leben hier. Kurz gesagt: Was heute in Ankara beschlossen wird, kann morgen schon in Berlin, Köln oder Frankfurt als „normales“ islamisches Rollenbild propagiert werden. Die Frage ist nicht, ob es hier gesetzlich verordnet wird – sondern ob wir es weiterhin wie Lämmer zulassen, dass der gesellschaftliche Boden für die Politideologie Islam bereitet wird.

(SB)

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