Putin und Trump sind weg – die Mücken kommen zurück an den Yukon (Symbolbild:Grok)
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Nach dem Gipfeltreffen von Anchorage: Alaska-Urlaub, endlich mückenfrei!

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Anchorage liegt auf gleicher Höhe wie Stockholm, nicht etwa am Nordpol. Und im Sommer bleiben die Pelzmützen im Schrank, wenn das Thermometer deutsche Zimmertemperatur erreicht. Alaska ist fünf Mal größer als Deutschland, die Sonne scheint neunzehn Stunden im Sommer und fünf Stunden an Weihnachten. Berge, Wälder und Täler locken wie der Schwarzwald, und Anglern hüpfen die Lachse und Forellen einfach so in die gebutterte Bratpfanne am Lagerfeuer. Und doch herrscht hier die wilde kriegerische Natur – denn da sind auch noch die Billionen von Stechmücken, pünktlicher als Politiker auf Stimmenjagd. Sie saugen Blut wie das Finanzamt, weshalb sich die Touristen verkleiden wie Imker. Ein Schritt ins Freie, und man ist umzingelt von Bajonetten wie 1871.

Sicherheitskräfte gegen summende Schurken

Die Security, bis an die Zähne bewaffnet, musste diesen Feind abwehren. Besondere Sprühtechniken, die aussahen wie Kondensstreifen, nur mit besseren Giften. Lautsprecher so groß wie ein Scheunentor, die mit Ultraschallwellen die Plagegeister vertrieben – bis nach Kanada. Diese schwirrenden Blutsauger machen keinen Unterschied, ob das Blut blau, rot oder grün eingefärbt ist. Verbissener als die Heuschreckenschwärme biblischer Plagen, fallen sie über alles her, was kreucht und fleucht. Nur die Fische in den Flüssen bleiben von ihnen verschont. Beim Gipfeltreffen in Anchorage mussten deshalb russische und amerikanische Sicherheitsleute einem gemeinsamen Feind Herr werden: allem, was sticht.

Deutsche Schädlingsbekämpfungsverordnung

Nach deutschem Muster wurden im Umkreis von 100 Meilen um den Tagungsort große Schilder aufgestellt: „Mückenverbotszone“. Dass diese gelben Tafeln wirken, kennt die Politik aus deutschen Städten. Elche stolzierten fortan ungequält wie Fürsten, ohne summende Gefolgschaft, und selbst die Bären lecken sich die Pfoten wie Kätzchen.

Diplomatie ohne Juckreiz

Doch auch Verhandlungen erlebt man zuweilen wie eine Reihe von Mückenstichen: ein spitzer Satz, ein giftiger Kommentar – und schon kratzt jemand am Kopf, als ob eine Stechmücke es unerlaubterweise in den Konferenzsaal geschafft hätte. Normalerweise sind Mücken und EU-Politiker Meister dieser Kunst, sich dort einmischen zu wollen, wo niemand sie erwartet. Am Konferenztisch wurden allerdings die Bärenkrallen eingezogen. Sicherheitskräfte, die mit zusätzlichen Fliegenklatschen vor jedem Fenster platziert waren, berichteten, dass es innen zugegangen sei wie an einem Bienenstock oder in einem Affenkäfig.

Ein Mückenhüpfer nach Russland

Von Anchorage aus, 85 Kilometer westlich, liegt die Russische Föderation – für eine Mücke, die vom Winde verweht wird, ein Katzensprung. Drüben summen dieselben Plagegeister, und die Ureinwohner beider Seiten der Beringstraße plaudern in derselben Sprache.

Goldschürfen für zwölf Dollar

Und wem in Deutschland das Geld ausgeht, der erhält für zwölf Dollar eine Lizenz, auf einer zehn Hektar großen Waldfläche nach Gold schürfen zu dürfen. Hunderte tun dies. Nicht selten sind sie dort hängen geblieben, verzaubert von der Schönheit der Natur.

Anchorage – künftige Friedenshochburg

Und wenn sich zwischen Ehe- oder Geschäftspartnern ein Konflikt anbahnt, ist es fortan prinzipiell überlegenswert, eine Reise nach Alaska anzutreten – zur Besänftigung der Gemüter. Ebenso empfehlenswert innerhalb von Parteien. Wenn draußen das Thermometer auf minus 30 Grad fällt, ist die Versöhnung am offenen Kamin bei Tee mit Rum nicht fern.

Die Mücken hatten vor Trump und Putin jedenfalls längst das Weite gesucht – vielleicht war das wahre diplomatische Erfolg des Gipfels.

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