Staatsversagen total: Magdeburg-Attentäter hätte seit 2013 in der Psychiatrie sitzen müssen – Jetzt müssen Köpfe rollen!

Das Massaker auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt, bei dem der saudi-arabische Arzt Taleb al-Abdulmohsen am 20. Dezember letzten Jahres sechs Menschen mit einem BMW tötete und über 300 verletzte, hätte tatsächlich verhindert werden können, wenn die Behörden einer Empfehlung der Kriminalpolizeiinspektion Rostock vom 23. Mai 2013 (!) gefolgt wären. Das berichtet die „Welt“. In dem an den Fachdienst Gesundheit des Landkreises Vorpommern-Rügen gerichteten Schreiben heißt es, das rechtsmedizinische Institut der Universität Rostock habe die „sofortige Einweisung“ von al-Abdulmohsen in eine psychiatrische Klinik empfohlen. Hintergrund war, dass er im April 2013 Mitarbeitern der Ärztekammer von Mecklenburg-Vorpommern wegen eines Streits über seine Zulassung gedroht hatte, eine Tat auszuführen, die „international Beachtung finden wird“ und sich dabei auf den kurz zuvor erfolgten Anschlag auf den Boston-Marathon bezogen.

In dem Schreiben der Kriminalpolizeiinspektion heißt es, dass bei der Durchsuchung von al-Abdulmohsens Wohnung Anabolika, Cortison und das starke Schmerzmittel „Tramadol“ aus der Gruppe der Opioide gefunden worden seien. Zudem habe er gegenüber einem Mitarbeiter des Landesprüfungsamtes für Heilberufe die Einnahme von Psychopharmaka eingeräumt, der bei al-Abdulmohsen den Verdacht auf eine Psychose diagnostizierte. Die einzige Konsequenz, die dies für den späteren Attentäter hatte, war jedoch eine Geldstrafe von 900 Euro wegen Störung des öffentlichen Friedens und der Androhung von Straftaten, die das Amtsgericht Rostock verhängte. Die Verantwortlichen verschanzen sich hinter der Schweigepflicht. Diese gelte auch für Informationen zu medikamentöser Behandlung, psychiatrischer Diagnostik oder psychischen Einschätzungen.“

Sechs Menschen könnten noch leben

Aus Gründen des “Persönlichkeits- und Datenschutzes” würden keine personenbezogenen oder gesundheitsbezogenen Daten an die Presse weitergegeben, erklärte eine Sprecherin des Landkreises Rügen-Vorpommern. Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern teilte mit, dass aufgrund des Zeitablaufes keine Akten in den zentralen Systemen der Polizei vorliegen würden. Detailliertere Informationen seien nicht mehr verfügbar.
Es deutet also alles darauf hin, dass sechs Menschen heute noch leben könnten, wenn man ihren Mörder bereits elf Jahre vor der Tat aus dem Verkehr gezogen hätte. Al- Abdulmohsen war auch danach noch mehrfach psychisch auffällig geworden: Auf seinem Twitter-Account fanden sich unzählige bizarre Kommentare und offene Anschlagsdrohungen.

Zum Beispiel: „Ich versichere Ihnen: Wenn Deutschland Krieg will, werden wir ihn haben. Wenn Deutschland uns töten will, werden wir sie abschlachten, sterben oder voller Stolz ins Gefängnis gehen.“ Da die deutschen Behörden aber völlig damit ausgelastet sind, das Internet nach vermeintlichen Beleidigungen von Politikern zu durchforsten, hatte man offenbar keine Ressourcen mehr übrig, um einen offensichtlich Geisteskranken -der sogar offiziell als solcher diagnostiziert war- unter die Lupe zu nehmen, der über Jahre zigfach in aller Öffentlichkeit mit Mord und Totschlag gedroht hatte. Sechs Menschen bezahlten dieses Versagen mit ihrem Leben. Hierfür MUSS politisch oder dienstlich jemand Verantwortung übernehmen – genug ist genug. Obwohl leider, aller Erfahrung nach, auch dafür niemand verurteilt werden wird. (TPL)