von Tom Schiller
„Widerwärtig, beschämend, nutzlos!“ – das ist der Tenor, den die Mainstream-Journaille in den USA und Europa heute lauthals herausgeschrien hat. Und sämtliche Couch-Diplomaten und verhinderten Elitekämpfer, die vom Durchmarsch der Ukraine bis nach Wladiwostok träumen stimmten in diesen Chor ein. Jedes weitere Wort über diese irrwitzige Kriegstreiberei braucht man wahrlich nicht verlieren, denn es ist tatsächlich nur dummes Geblöke ohne jede Substanz. Natürlich hat Trump jetzt die Ukraine und Europa verraten, weil er nach dem Gipfel mit „leeren Händen“ dastand, so jedenfalls posaunen es die selbsternannten Inhaber der Deutungshoheit in alle Welt, weil der Donald sich erdreistet hat, keine Details zu den Inhalten dieses möglicherweise wichtigsten Treffens dieser Dekade preiszugeben. Offensichtlich verwechselt man hohe Diplomatie mit einer Veranstaltung auf dem Marktplatz. Angesichts solcher „Analysen“ dieser „Experten“ weiss man nicht, ob man lachen, heulen oder im Strahl kotzen soll.
Eines ist allerdings klar: Frieden wollen DIE nicht! Das “Wall Street Journal” dagegen hatte einiges mehr zu bieten: Es brachte am Wochenende eine Kolumne, die aufhorchen lässt und zeigt, dass an Freitag wohl doch keineswegs “nichts” vorwärts in Richtung Frieden ging; im Gegenteil. Gleich zu Beginn heisst es: „Der US-Präsident sagt, Putin habe akzeptiert, dass jeder Frieden die Präsenz westlicher Truppen in der Ukraine erfordern würde, um dessen Dauerhaftigkeit zu gewährleisten.“ Das klingt wahrlich nicht nach Nichts! Weiter heisst es: „Trumps offensichtlicher Kurswechsel in dieser Angelegenheit, den er den Europäern gegenüber signalisierte, ist bemerkenswert, da er monatelang Zelenskys Bitte um eine solche Rolle der USA abgelehnt hatte, aus Angst, dass dies die USA in einen Krieg im Ausland verwickeln könnte. Trump hatte auch nicht auf die Bitte der Europäer reagiert, eine Art Sicherheitsnetz für europäische Truppen bereitzustellen, die im Rahmen eines Friedensabkommens möglicherweise in der Ukraine stationiert werden könnten.”
EU-geführte Sicherheitstruppe?
Und das WSJ weiter: “US-Sicherheitsgarantien könnten Selenskyj möglicherweise in die Lage versetzen, in den Gesprächen mit Putin Kompromisse einzugehen, vorausgesetzt, Russland ist zu Verhandlungen in gutem Glauben bereit, sagten einige der europäischen Beamten, die an dem Telefonat teilgenommen hatten. Drei mit dem Telefonat vertraute Personen sagten, Trump habe angedeutet, dass die Garantien auch die militärische Unterstützung der USA für eine von Europa geführte Sicherheitstruppe in der Ukraine umfassen könnten, sich jedoch nicht zu einer Stationierung amerikanischer Truppen vor Ort verpflichtet.“
Klar und deutlich wird hierbei vor allem eines: Die USA werden den Europäern die Aufgabe überlassen, mit diesem europäischen Problem zukünftig allein umzugehen. Das ist noch nicht alles, was da zur Stunde auf dem Tisch liegt: „Trump und die europäischen Staats- und Regierungschefs sprachen auch über einen Vorschlag der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der der Ukraine eine Sicherheitsgarantie nach dem Vorbild der Kollektivverteidigungsklausel in Artikel 5 des NATO-Vertrags bieten würde, wie zwei Personen, die über das Gespräch informiert waren, berichteten.“ Melonis Vorschlag könnte für Putin durchaus akzeptabel sein, da die Ukraine bestenfalls Beistand erhalten würde, der die volle Mitgliedschaft der NATO ausschliesst. Sollte das, was das WSJ da berichtet, den Tatsachen entsprechen, wäre das natürlich alles andere als NICHTS. Das dürfte den Kriegstreibern so gar nicht in den Kram passen…
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