Im 40 (!)-Einwohner-Dorf Jamel in Mecklenburg-Vorpommern fand am Wochenende das seit 2007 alljährlich stattfindende Anti-Rechts-Festival „Jamel rockt den Förster“ statt, das vom Künstlerehepaar Birgit und Horst Lohmeyer ausgerichtet wird. 3.500 Besucher fanden sich zu der Veranstaltung ein, die zu einer alt-linken Mumienparade geriet. Eröffnet wurde sie am Freitag von den mittlerweile unvermeidlichen „Omas gegen Rechts“. 25 von ihnen im Alter von 60 bis 86 Jahren fanden sich zu einem Chor zusammen, um sich „klar gegen Rechtsextremismus zu positionieren und ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen“, wie der NDR in seinem Bericht fabuliert.
Die offizielle Eröffnung erfolgte dann durch die Opas gegen Rechts – nämlich die Toten Hosen, die vor zehn Jahren schon einmal bei dem Festival aufgetreten waren. Einmal im Jahr werde von Jamel aus ein „SOS-Zeichen“ in die Republik gesendet, dass es brenne, sonderte deren 63-jähriger Frontmann Campino sein übliches Gefasel ab. Dabei legte er sich auch mit CDU-Landrat Tino Schomann an. Die AfD sei der klare Gegner, allerdings würden sich auch lokale Gruppierungen der CDU der Alternative für Deutschland an den Hals werfen, kritisierte er.
AfD in Nähe von Neonazis gerückt
Hintergrund ist, dass Schomann bestimmte Sicherheitsauflagen anordnete, da die Lohmeyers das Festival in diesem Jahr erstmals als politische Veranstaltung angemeldet hatten. Birgit Lohmeyer schwadronierte: „Ich denke, es ist eine böse, böse Koalition zwischen der gesellschaftlichen Mitte in Form der CDU und der AfD und weiteren rechten Kräften, die versucht, auf allen möglichen Wegen unsere Veranstaltung zu boykottieren“. Dass man ihn in die Nähe zu Neonazis rücke, sei „eine Diffamierung und Diskreditierung von rechtsstaatlichem Handeln“. Mit solchen Aussagen verlasse man den Boden der sachlichen Auseinandersetzung, empörte sich Schomann. Dass er selbst dies auch tat, indem er die AfD als „Neonazis“ diffamierte, störte ihn nicht. Auch die rot-rote Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern meinte, sich in diese Posse einschalten zu müssen.
Via Instagram bedankte sich die Berliner Landesvertretung ausdrücklich beim Ehepaar Lohmeyer, beklagte aber auch, dass dieses gegen „neue bürokratische Auflagen“ des Landkreises „zur Wehr hätten setzen müssen“. „Liebe Lohmeyers, euer Mut, eure Ausdauer und Leidenschaft für unsere Demokratie sind Vorbild für uns alle! DANKE“, ging das Geschwafel weiter. Dies rief nun wiederum Katy Hoffmeister, die CDU-Generalsekretärin von Mecklenburg-Vorpommern auf den Plan. „Es ist nicht akzeptabel, wenn die Vertretung des Landes MV in Berlin öffentlich wertende, politische Kritik an einem Landkreis übt“, kritisierte sie.
Spektakel altlinker Hysteriker
Die Landkreise würden „auf Grundlage geltender Gesetze und Vorschriften“ handeln. Ob Maßnahmen vor Ort gerechtfertigt seien oder nicht, „entscheiden Gerichte – nicht die Social-Media-Kanäle einer Landesvertretung“, so Hoffmeister weiter. SPD-Innenminister Christian Pegel (SPD) kündigte an, das Gespräch mit allen Beteiligten zu suchen, damit die nächste Runde von „Jamel rockt den Förster“ im kommenden Jahr im Konsens über die Bühne gehen könne.
Der reibungslose Ablauf einer Veranstaltung, die nichts anderes ist, als ein typisches Spektakel altlinker Hysteriker, die immer und überall „Nazis“ sehen und sich dann als heldenhafte Kämpfer gegen die imaginäre Gefahr sehen, genießt also höchste Priorität in Mecklenburg-Vorpommern. Campino kann sich einbilden, von dieser Narretei gingen Signale aus, die die Republik erschüttern und die Omas gegen Rechts dürfen auch auf der Bühne herumtorkeln. Den Beteiligten ist längst jedes Gespür für die eigene Lächerlichkeit verlorengegangen, die Öffentlichkeit nimmt sie jedoch umso stärker war – sofern sie diesen albernen Zirkus überhaupt noch zur Kenntnis nimmt. (TPL)























