Überwachung (Bild: shutterstock.com/Aleksandrkozak)
[html5_ad]

Totalüberwachung mit Gesichtserkennung: Nach den USA zunehmend auch in Europa Standard

4fa17e6193334cfeac9b540265df6b63

Die neuen Stufe der Totalüberwachung breitet sich in den USA aus und findet auch bereits in Europa Anwendung: In Kansas City im UDS-Bundesstaat Missouri wird KI-gestützte Verhaltenskontrolle und Gesichtserkennung in Bussen installiert, um ungewöhnliches oder aggressives Verhalten automatisch zu erkennen. Das Sicherheitspersonal kann sich dann Live-Kameraaufnahmen ansehen, um die Situation zu beurteilen. Die Gesichter der Fahrgäste können vom System automatisch mit denen von gesuchten Personen abgeglichen und Hinweise auf Übereinstimmung ausgegeben werden. Mindestes fünf Kameras sollen in jedem Bus angebracht werden, die Überwachungsdaten aber nach „kurzer“ Zeit wieder gelöscht werden, wie der Wirtschaftsjournalist Norbert Haering schreibt. Was darunter konkret zu verstehen ist, teilten die Behörden nicht mit.

Das Football-Team Tampa Bay Buccaneers und die University of Florida führen in ihren Stadien das System „Express Entry“ ein, bei dem keine Eintrittskarten mehr vorgezeigt werden müssen, sondern die Zuschauer beim Ticketkauf ein Foto hochladen und beim Betreten dann von Kameras mit Gesichtserkennung erkannt und eingelassen werden. Das System soll für alle Veranstaltungen eingesetzt werden.

Einfach alles überwachen

In Großbritannien, wo die Totalüberwachung des öffentlichen Raums mit zahllosen Kameras schon lange Usus ist, soll der Einsatz von Echtzeit-Gesichtserkennung noch erheblich ausgeweitet werden. In Österreich soll dies ebenfalls geschehen. Dabei beschränkt man sich nicht mehr auf Gebiete mit hoher Kriminalitätsgedichte, sondern überwacht einfach alles, schließlich können überall Verbrechen geschehen. Auch in Deutschland arbeitet man bereits daran, Echtzeit-Gesichtserkennung für die Suche nach Verbrechern einzusetzen.

Häring warnt vor einem System, „in dem der gesamte öffentliche Raum und alles was wir darin tun, fast ebenso umfassend digital überwacht und kontrolliert wird wie der digitale“. Dies mache die Regierungen und Konzerne übermäßig mächtig und ermögliche totalitäres Regieren. Außerdem mache es uns noch abhängiger und erpressbarer von den USA, bei deren Geheimdiensten und IT-Konzernen die Daten aus aller Welt zusammenlaufen.
Immerhin haben die westeuropäischen Regierungen es durch die millionenfache Massenmigration geschafft, dass die meisten Einheimischen den öffentlichen Raum ohnehin nur noch betreten, wenn es sich gar nicht mehr vermeiden lässt. Das Überwachungsrisiko wird dadurch etwas minimiert. So zynisch muss man die Situation mittlerweile sehen. Gerade, weil man den öffentlichen Raum in ein Hochrisikogebiet verwandelt hat, benutzt man das eigene Versagen nun auch noch als Vorwand für immer umfassendere Überwachungsmaßnahmen. Auch hier verschärft sich also der Teufelskreis der Unfreiheit, der überall am Werk ist. (TPL)

image_printGerne ausdrucken

Themen