Ist ja nur das Geld deutscher Rentner... (Symbolfoto: mpohodzhay/Shutterstock)
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Millionenverluste durch US-Risikoinvestments: Söder-Behörde zockte mit der Altersversorgung von Millionen Rentnern

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Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) ist zuständig für die Altersvorsorge von fast drei Millionen Menschen in Bayern und auch anderswo in Deutschland. Als Oberbehörde verwaltet sie unter anderem die Renten von Berufsgruppen wie Anwälten, Ärzten und Orchestermusikern. Nun hat die Behörde im Staate Söder durch spekulative Immobilieninvestments in den USA hohe Verluste erlitten. Besonders pervers: Die mit fremden Gelder munter zockenden Ämtler ließen ihre windigen Geschäfte  wurden zumindest teilweise mit einem verurteilten Steuerbetrüger abwickeln: Ausgerechnet der Immobilienentwickler Michael Shvo, der 2018 in den USA wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, wurde von der BVK ausgesucht.

Über seinen Fonds in Luxemburg steckte Shvo fast eine Milliarde US-Dollar in fragwürdige Projekte, darunter etwa die aus zahlreichen Filmen und Serien bekannte und das Stadtbild der Pazifikmetropole dominierende Transamerica Pyramid in San Francisco. Der Kauf des Wolkenkratzers 2020 auch mit den Altersrücklagen deutscher Rentner erwies sich als Fehlgriff: Mit der Corona-Pandemie brach der Markt für Büroimmobilien ein, da viele Beschäftigte ins Homeoffice wechselten.“

”Diversifiziertes Portfolio”

Hinzu kommen Vorwürfe gegen Shvo, etwa Tricksereien bei Mietverträgen und Baumängel. In New York laufen zwei Klagen gegen ihn. Nun gesellt sich auch die BVK zu den Gläubigern. Die Schadensforderungen beträgt über 600 Millionen Dollar. Die BVK versucht zu beschwichtigen und räumt zwar “Verluste” ein, betont jedoch, dass die Altersvorsorge ihrer Mitglieder durch ein “diversifiziertes Portfolio” gesichert sei.

Im Visier anstehender Untersuchungen steht jedoch ein viel zu nahes und mauschelndes Verhältnis zu der schillernden Figur Shvo. BVK-Vorstandschef Axel Uttenreuther gab bereits Compliance-Verstöße und ein „nicht angemessenes Näheverhältnis“ zu dem Investor zu, weshalb die Staatsanwaltschaft München Vorermittlungen eingeleitet hat. Konsequenzen gab es bereits: Der Abteilungsleiter für Immobilieninvestments wurde beurlaubt, ein Geschäftsführer der Investmentgesellschaft Deutsche Finance entlassen. Der Bayerische Landtag fordert ungeschönte Aufklärung. Die Affäre beschädigt den Ruf der BVK nachhaltig, die mit 117 Milliarden Euro Vermögen einer der größten Investoren Europas ist. Ihr Gebaren fügt sich allerdings nahtlos ein in den laxen und unverantwortlichen Umgang mit öffentlichen und fremden Geldern durch Politik, Behörden und ihre Apparatschiks in diesem Land. (TPL)

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