Udo van Neer, ein Autohändler aus dem nordrhein-westfälischen Viersen, einst eine mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Stütze der Gesellschaft und FDP-Politiker, muss sich derzeit vor dem Landgericht Mönchengladbach wegen Steuerhinterziehung verantworten – und zwar in Höhe von nicht weniger als 37.668.409,01 Euro! Gleich am ersten Prozesstag räumte van Neer sämtliche Vorwürfe so ein, wie sie von der Staatsanwaltschaft erhoben wurden.
Insgesamt geht es um 37 Taten beim In- und Auslandshandel von 2.600 Autos, die gar nicht existierten. In elf Fällen hat van Neer keine, in 26 Fällen falsche Umsatzsteuererklärungen abgegeben. „Ich habe Autos fiktiv eingekauft und anhand der Herstellerangaben dann die nötigen Fahrgestellnummern ausgerechnet“, erklärte er. Für die angeblich nach Japan gelieferten Mercedes-Limousinen ließ er sich dann die Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückerstatten, die er zuvor gar nicht abgeführt hatte. Der 68-jährige van Neer begründet seinen Betrug damit, dass er infolge der Wirtschaftskrise von 2008 in finanzielle Schieflage geraten sei. Mit dem hinterzogenen Geld habe er seine eigentlich insolvente Firma am Laufen gehalten und seinen „ausschweifenden Lebenswandel“ finanziert.
Vergleichsweise harmlos
Er überstand sogar gleich drei Betriebsprüfungen des Finanzamtes. Seine gesellschaftliche Stellung erkaufte er sich als großzügiger Spender für soziale Projekte. Nach eigenen Angaben habe van Neer durch seine Bekanntschaft mit Altkanzler Helmut Kohl bis 2007 dem früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow bei dessen Deutschland-Besuchen unentgeltlich eine Fahrzeugflotte zur Verfügung gestellt. Neben dem Bundesverdienstkreuz am Bande, ist er auch Träger das Steyler Missionskreuzes, Ehrenritter der deutschen Ordensritter und Träger des Ehrenkreuzes des Deutschen Ordens. Sein Bundesverdienstkreuz wird er zurückgeben müssen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.
Angesichts der Gestalten, denen allein in den letzten zwei Jahren das Bundesverdienstkreuz nachgeworfen wurde, unter anderem Angela Merkel, die ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die allein wegen ihres aberwitzigen Totalversagens bei der Ahrtal-Katastrophe längst strafrechtlich belangt worden sein müsste oder der ehemalige Thüringer Ministerpräsident und Kommunist Bodo Ramelow, der die deutsche Nationalfahne- und Hymne abschaffen will, nimmt van Neer sich im Vergleich dazu geradezu heldenhaft aus. Die 38 Millionen Euro, die er diesem räuberischen Staat an Steuern vorenthalten hat, sind nicht einmal ein Trinkgeld im Vergleich zu den unermesslichen Schäden, die Merkel und Co. verursacht haben, ohne dass sie ihr Bundesverdienstkreuz zurückgeben oder gar in den Knast müssten.























