Der Boom des Schlumpf-Sprays in den Niederlanden wurde durch den Mord an einer 17-jährigen Schülerin in Amsterdam im August 2025 ausgelöst, der eine Welle der Verunsicherung und Nachfrage nach Selbstverteidigungsmitteln hervorrief.
Im Gegensatz zu Pfefferspray, das in den Niederlanden verboten ist, enthält Schlumpf-Spray keine Reizstoffe, sondern setzt auf Lebensmittelfarbe. Es soll Täter sichtbar machen und identifizierbar halten, während die schaumige Konsistenz einen zeitlichen Vorteil für das Opfer schafft.
In den Niederlanden ist es legal, da es keine reizenden Stoffe enthält. In Deutschland ist die rechtliche Situation unklar – der Einsatz könnte als Körperverletzung gewertet werden, es sei denn, er erfolgt in einer klaren Notwehrsituation. Juristen warnen, dass der Einsatz strafbar sein könnte, wenn er nicht verhältnismäßig ist, da das Versprühen von Farbe eine Körperverletzung darstellen kann, etwa wenn das Spray die Augen reizt oder die Verfärbung nur schmerzhaft zu entfernen ist.
Eine klare juristische Bewertung gibt es allerdings noch nicht, die Polizei aber von solchenwaffenähnlichen Gegenständen ab: Sie könnten im Ernstfall gegen das Opfer selbst eingesetzt werden.
Das Spray ist in den Niederlanden in vielen Geschäften und Online-Shops ausverkauft, kostet etwa 9,90 bis 14,95 Euro für 40 Milliliter und wird auch in anderen Farben angeboten. In Deutschland wird es in manchen Waffengeschäften und auf E-Bay angeboten.
Abgrenzung zu anderen Sprays:Manchmal wird „Schlumpf-Spray“ fälschlicherweise mit CS-Gas (Tränengas) gleichgesetzt, das von Sicherheitskräften verwendet wird und ebenfalls eine bläuliche Färbung hinterlassen kann. CS-Gas ist jedoch in Deutschland für Privatpersonen verboten, während Pfefferspray (als Tierabwehrspray deklariert) unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist.
Obwohl das Spray als innovative Lösung gefeiert wird, bleibt seine Wirksamkeit umstritten, da es im Gegensatz zu Pfefferspray keine unmittelbare körperliche Abwehrwirkung (z. B. Reizung) hat. Zudem könnte die Markierung von Tätern in der Praxis weniger effektiv sein, wenn diese die Farbe schnell abdecken oder abwaschen. Die hohe Nachfrage spiegelt jedoch verständlicherweise die wachsende Unsicherheit, insbesondere bei Frauen, wider, ob es Täter wirklich abschreckt, ist allerdings noch nicht erwiesen.























