Roger Waters‘ Radikalisierung vom Rockstar zum Propagandisten des Anti-Zionismus gehört zu den tragischsten und düstersten biographischen Wandlungen der zeitgenössischen Musikgeschichte. Der mittlerweile 82-jährige einstige Pink-Floyd-Frontmann hat sich in den letzten Jahren in einen veritablen Anti-Israel-Rausch hineingesteigert und plappert hemmungslos Stereotype und Hassparolen der linken wie auch rechten Antisemiten nach – und natürlich auch die der Hamas-Islamisten, zu deren nützlicher Idiot er längst geworden ist. Sein “Aktivismus” und “Engagement“ gegen den jüdischen Staat kulminierte nun gestern Abend erneut bei einer Gaza-Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin, wo er per Video zugeschaltet wurde. Vor Tausenden johlenden Linksextremen und Palästina-Fanboys rief er bodenlose Sätze wie: „Das unaussprechliche Verbrechen ist der Zionismus“ oder „Kolonisten, die das Land der Ureinwohner stehlen, glauben, das sei ihr gottgegebenes Recht“.
Vor allem letzterer Satz entlarvt Waters als geschichtsblinden, völlig ahnungslosen Hassprediger: Wenn man schon schief und schepp von “Ureinwohnern” faselt, dann hätten Juden in der Region unbestritten die weitaus älteren Rechte als alle Araber; wobei die sogenannten “Palästinenser” in der Region ohnehin Nachfahren zugewanderter Araber aus anderen arabischen Ländern sind und in den von ihnen heute beanspruchten Gebieten selbst überhaupt nicht heimisch geschweige denn angestammt waren – im Gegensatz zu den Arabern, die dort gemeinsam mit jüdischen Siedlern schon lange vor der Staatsgründung Israels lebten und von denn die meisten heute Israelis sind.
Komplexe Zusammenhänge lieber weglassen
Dass zudem die so genannten “Palästinenser” (ein von PLO-Arafat erfundenes Volk) auch vor der Gründung Israels niemals einen eigenen Staat hatten, sondern jahrhundertelang von den Osmanen unterdrückt und beherrscht wurden, ohne dass sich dagegen jemals eine Intifada formierte, zeigt bereits, dass es hier nie wirklich um “Befreiung“ geht, sondern um den Hass auf Israel und Juden durch einen militanten, expansiven Islam und religiöse Intoleranz – so wie sich diese überall in der muslimischen Welt auch gegen Christen und andere Glaubensgemeinschaften richtet. Der “Vertreibungsstatus” und Mythos vom “Landraub” der sogenannten “Palästinenser” ist dabei nur Mittel zum Zweck.
Für einen auf dem Beifall von Terroristen scharfen Hetzer wie Waters jedoch sind solche Zusammenhänge und Hintergründe vermutlich viel zu komplex, ihm sind griffige, linksfaschistische Hassparolen lieber. So bestritt er in seiner abstoßenden Rede nicht nur Israels Existenzrecht, sondern verglich den Zionismus mit einem „Todeskult“ und einem „genozidalen“ Unterfangen; Formulierungen, die er in Interviews und Tweets seit Jahren wiederholt. Gleichzeitig attackierte er die Ukraine als „Bandera-Anhänger“ und plädierte für ihren kompletten Anschluss an Russland – eine so wirre wie bizarre Melange pro-russischer und anti-israelischer Narrative, die selbst eingefleischten Verschwörungstheoretikern zu spinnert erscheint. Waters‘ Rhetorik ist ein Paradebeispiel dafür, was Wokeness mit einstmals kritischen Hirnen macht: Seine blinde Übernahme der Wahnvorstellungen vom “zionistischen Kolonialismus” inklusive der Stilisierung Israels als „Apartheid-Staat“ und der Juden als „Kolonisatoren“, die palästinensisches Land „stehlen“ sind Klischees, die die Debatte um die First Nations und indigenen Einwohner Nordamerikas sowie der weltweit imperialistisch eroberten Kolonialvölker auf die hochkomplexe Geschichte des Nahostkonflikts überträgt, plumpe manichäische Freund-Feind-Bilder beschwört und den Gaza-Krieg auf einen anti-kolonialen Binärcode reduziert.
Von wegen “Israel-Kritik”…
Historisch ist all das schon deshalb absurd, weil der Zionismus entstand als Fluchtbewegung vor europäischem Antisemitismus, nicht als imperiales Projekt entstand. Waters ignoriert, dass jüdische Präsenz in der Region Jahrtausende alt ist und der UN-Teilungsplan 1947 eine Zweistaatenlösung vorsah, die von arabischer Seite abgelehnt wurde. Stattdessen diffamiert er Zionismus als „failed experiment“ und „ugly stain“, der „entfernt“ werden müsse – Worte, die an klassische antisemitische Tropen erinnern, wie auch die Leugnung jüdischer Selbstbestimmung.
Seine “Haltung” hatte bereits Konsequenzen: BMG, Waters Label, trennte sich 2024 von ihm wegen „inflammatory comments“ über Israel. Die American Defense League (ADL) dokumentiert eine ganze Verlaufsakte aus Holocaust-Vergleichen, wie die Projektion von „resist Israeli anti-Semitism“ bei Konzerten oder die Verwendung von Nazi-Symbolik auf der Bühne. Wie alle Judenhasser wehrt sich Waters mit der Standardverteidigung, Kritik an Israel sei kein Antisemitismus. Das ist schon deshalb erweislich falsch, weil so gut wie jede “Israel-Kritik” das, was sie an Israel kritisiert, eben nur an Israel kritisiert und dort oftmals erst herbeiphantasiert oder unterstellt, während sie dieselben kritikwürdigen Missstände dort, wo sie anderswo auf der Welt (ganz offensichtlich und nicht nur eingebildet) auftreten, eben nicht oder nicht annähernd mit derselben moralischen Schärfe kritisiert. Diese Ungleichbehandlung speist sich aus antisemitischen Ressentiments. Doch im Falle von Waters ist es noch viel offensichtlicher: Er leugnet den 7. Oktober leugnet („no evidence“ für Hamas-Vergewaltigungen) und erkennt als “echte Juden” („real Jews“) nur antizionistische Anhänger des mosaischen Glaubens an. Mit seinen “antizionistischen” Ansichten wäre er im Dritten Reich garantiert Dauer-Ehrengast des Regimes gewesen. (TPL)























