von Elisabeth Dieringer, MdEP
Tablets, Smartboards, KI-Tools: Österreich will Milliarden in die Digitalisierung der Schulen und damit in die vermeintliche Zukunftsfähigkeit unseres Landes stecken. Doch die Schüler werden deswegen offensichtlich nicht besser lernen, arbeiten und leistungsfähiger. Während die Politik den willkommenen – weil von selbst verschuldeten Fehlentscheidungen ablenkenden – Nebenschauplatz vermeintlicher Zukunfts- und Leistungsfähigkeit bejubelt, rudern andere Länder längst zurück. Denn es ist Zeit, den Digitalisierungskurs in vernünftiges Fahrwasser zu lenken, bevor ganze Generationen den Preis des digital verursachten Leistungsabfalls zahlen müssen. Doch Österreichs Bildungspolitik kennt seit Jahren nur das gnadenlos ausgerufene Rezept der Digitalisierung gegen die Bildungsmisere. Milliarden sollen in Glasfaserkabel, Endgeräte und Softwarelizenzen fließen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Seit der flächendeckenden „Smartphonisierung“ lesen Schüler schlechter, sie schreiben schlechter und können sich immer weniger konzentrieren. Bildungsfortschritt sieht anders aus.
Die nordischen Länder ziehen bereits die Notbremse
Schon 2023 schrieb der Pädagoge Georg Platzer von einer sinnentleerten „Digitalromantik“, die in Österreich gepflegt werde. Als Vorbilder galten den Apologeten der Digitalisierung lange die skandinavisch-nordischen Länder. Doch genau dort macht man inzwischen die Kehrtwende: In Dänemark und Schweden verschwinden Tablets wieder aus den Klassen, Stifte, Bücher und Tafeln kehren zurück. Grund: Der digital basierte Unterricht hat Lernfähigkeiten eher verschlechtert als verbessert. Auch die Smartphone-Nutzung auf dem Schulgelände hat sich beispielsweise in den Niederlanden und Dänemark per Verbot erledigt. Eine junge US-Lehrerin etwa schilderte in einem Video die Folgen der hemmungslosen Smartphone-Nutzung: Kinder verlieren Lesekompetenz, Rechtschreibungsfähigkeiten, die Konzentrationsfähigkeit lässt dramatisch nach, Grundfertigkeiten verschwinden. Ihr Fazit ist, dass eine derartige Technologiesierung letztlich Lernprozesse ruiniert. Schlussendlich kündigte sie ihren Job und empfahl, Schülern digitale Geräte so lange wie möglich vorzuenthalten.
Digitale Demenz ist real
Der deutsche Neurowissenschaftler Manfred Spitzer warnt zu dem Thema seit Jahren. Digitale Medien fördern kein Denken, sie verhindern es letztlich, so seine Diagnose. Wer ständig am Bildschirm hängt, trainiert sein Gehirn weniger und verliert an Leistungsfähigkeit. Besonders Kinder bleiben dadurch weit unter ihrem Potenzial. Die Gehirnleistung verringert sich nachweisbar. Trotz dieser seriösen Befunde hält Österreich unbeirrt am Digitalwahn fest. Schulen werden zu Absatzmärkten für Apple, Google & Co. gemacht – natürlich bezahlt mit Steuergeld. Es profitieren IT-Konzerne und sogenannte Startups im Hard- und Softwarebereich, weil Schulbildung zum Milliardengeschäft geworden ist. Dabei hat man oft genug den Eindruck, dass Bildungspolitiker ins Lobbyisten-Geschäft eingestiegen sind.
Zurück zu analogen Lehrmitteln!
Es ist höchste Zeit für einen Kurswechsel. Lernen heißt nicht Informationsabruf, Bildschirmwischen und Tippen, sondern denken, erinnern, lesen und schreiben können. Lernsoftware, Tablets und andere interaktive Displays rufen keine Grundfähigkeiten hervor, Apps keine fundierte Bildung, KI ersetzt schon gar nicht den Verstand. Österreichs Schulen brauchen also keine Dauerpräsenz technologischer Lernmittel in den Klassenräumen, sondern die Rückkehr zum bewährten Stift, zum Buch und zu Heft und Tafel. Alles andere ist oder wird ein jetzt schon gescheitertes, teures und wahrscheinlich durch die momentan sich entwickelnde Wirtschaftslage nur über eine weitere exorbitante Verschuldung leistbares Experiment.
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Die Autorin ist gebürtige Kärntnerin und sitzt seit Juli 2024 sitzt für Österreich und die FPÖ als Abgeordnete im EU-Parlament. Sie sieht die Teilhabe aller an der politischen Willensbildung gefährdet und wehrt sich gegen die Einschränkungen der Meinungsfreiheit durch die arrivierten Parteien.























