Bildungsdefitite an deutschen Schulen: Grundkompetenen müssen gestärkt un der Abwärtstrend dringend gestoppt werden! (Symbolbild:Grok)

INSM-Bildungsmonitor 2025: Wirtschaft ist nicht alles – aber ohne Wirtschaft ist alles nichts

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von Hans-Peter Hörner

Der von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Auftrag gegebene und vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) mitverfasste „Bildungsmonitor 2025“ liegt vor. Von linker Seite wird die „bildungsökonomische“ Ausrichtung bei der Bewertung der Bundesländer kritisiert. So in etwa meldet sich beispielsweise die GEW Sachsen. Sie sieht den Bildungsmonitor zu sehr an den Interessen der Wirtschaft ausgerichtet. Dabei würden die wirklichen Probleme verdrängt, denn der Bildungsmonitor diene ausschließlich wirtschaftlichen Interessen. In gewisser Hinsicht haben die Gewerkschaftler recht, denn Personalmangel, Mittelkürzungen, marode Schulinfrastruktur, Migrationsauswirkungen, Islamisierung, zunehmende Gewalt in den Schulen werden in dem Bericht in der Tat nicht berücksichtigt, aber das war auch gar nicht die Intention. Denn der vom arbeitgebernahen IW Köln mitverfasste Bildungsmonitor analysiert die Bundesländer anhand von Daten zu Kompetenzen, Elternzufriedenheit und Handlungsspielräumen der Schulen und veröffentlicht auch dieses Mal ein Ranking der Bundesländer.

Präsentiert wurde der „Bildungsmonitor 2025“ am 09. September bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadtlounge im Haus der Bundespressekonferenz. Er ist die jährlich umfassendste Meta-Studie zur Bildungslandschaft in Deutschland und erscheint zum 22. Mal. Das Ergebnis der Analyse lautet unterm Strich: „Die Lage an Deutschlands Schulen bleibt schlecht. Sie hat sich gegenüber 2024 weiter leicht verschlechtert.“ So jedenfalls es Axel Plünnecke, der am IW das Cluster Bildung, Innovation, Migration leitet und dem Autorenteam vorstand. Plünnecke erwähnt viele Ursachen für den fortgesetzten Qualitätsabfall: Die Schulen haben etwa die Folgen der Pandemie nicht ausreichend verarbeitet, und die Folgen der völlig sinnlosen Schulschließungen und des sogenannten „homeschooling“ sind Motivationsprobleme und Lernrückstände der während der „Pandemie“ vor dem PC-Bildschirm allein gelassenen Schüler. Dazu kommt der „Konzentrationsräuber“ in Form der Smartphones. Bildungsforscher Plünnecke im Fernsehen: „Die permanente Nutzung von Smartphones führt oft zu Konzentrationsproblemen. Kinder können Erlerntes nicht ausreichend verarbeiten.“

Schulbildung als Rüstzeug für spätere Teilhabe

Bleibt zu hoffen, dass diesbezüglich die Abkehr einiger europäischer Länder von der totalen Digitalisierung auch hierzulande Schule macht. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Bildungsforscher Plünnecke macht gegenüber der Welt am Sonntag übrigens ganz klar den Beginn des schulischen Niedergangs terminlich fest: „Bis 2015 sind die Schulen besser geworden, danach schlechter.“ Mit Merkels gesetzloser Grenzöffnung wuchs der Ansturm kulturfremder Kinder sowohl auf das deutsche Sozialsystem, als auch auf die daruf nicht wirklich vorbereiteten Schulen und ihr Personal. Ergebnis ist, dass heutzutage die Schüler in 30 bis 40 Prozent unserer Schulen große Defizite haben. Plünnecke: „Viele erreichen etwa beim Lesen die Mindeststandards nicht.“

Und da es beim Thema Schulbildung nicht vorrangig um Selbstverwirklichung geht, sondern um vor allem um das Rüstzeug für eine spätere Teilhabe am Wirtschaftsgeschehen Deutschlands, ist es völlig legitim die Schulen und ihre Schüler auf Zukunftsfähigkeit zu überprüfen. Dass ökonomische Interessen der Unternehmen mit dem Thema Schulbildung verknüpft werden, ist vor dem Hintergrund der Fachkräftediskussion eine Frage der Überlebensfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Will sagen: Mit Ungebildeten oder schlecht Ausgebildeten funktioniert keine Wirtschaft der Welt – jedenfalls nicht auf dem – noch vorhandenen – hiesigen Niveau. Trotzdem klagen Handwerksbetriebe hierzulande häufig über mangelnde Qualifikationen von Bewerbern für Lehrstellen, insbesondere bei Grundfertigkeiten wie Mathematik. Das führt dazu, dass Betriebe ihre Anforderungen senken, um überhaupt Auszubildende zu finden. Die Ursachen liegen auch in einer unzureichenden Ausbildungsvorbereitung in der Schule. Diesbezüglich den Finger in die Wunde zu legen, ist der Hintergrund des „Bildungsmonitor 2025“. Die abwärts führende Entwicklung muss unbedingt schleunigst umgekehrt werden.

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Der Autor ist stellvertretender bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Baden-Württembergischen Landtag

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