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Wollen Sie ein Baby kaufen? Auf der Kölner Kinderwunschmesse „Wish for a Baby“ können Sie sich dieses Wochenende eins aussuchen

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Eines der widerlichste Form von Menschenhandel, das Leihmutterschaft-Geschäft, wird auch dieses Jahr wieder auf der „Wish for a Baby“-Messe in Köln am Wochenende beworben. Speziell werden auf der Messeinternetseite alleinstehende Männer angesprochen, die eine Leihmutterschaft in Betracht ziehen. Die Initiative „Lasst Freuen Sprechen!“ protestieren gegen dieses unwürdige Geschäft mit Kindern, für das in Köln geworben werden darf, obwohl es hierzulande verboten ist. 

Am 18. und 19. Oktober soll in den Sartory-Sälen in Köln wieder einmal die Kinderwunschmesse „Wish for a Baby“ stattfinden, die für Leihmutterschaft wirbt. Die auf das feinste durchgegenderte Internetseite bewirbt der Messe als „einzige seiner Art in Deutschland“, die rund um das Thema Kinderwunsch „ein sicherer, inklusiver Ort“ sei, an dem „du Expert*innenrat, moderne Behandlungsmethoden und emotionale Unterstützung findest, wenn du dir eine Familie wünschst oder sie vergrößern möchtest“.

Aus gutem Grund sind Medien auf der „Babyhandelmesse“ unerwünscht. Denn explizit richtet sich das Angebot an die Pioniere des Kinderkaufs: An schwule Paare und alleinstehende Männer, an Trans- und nicht- binäre Menschen, an alle POCS die sich mit Leihmutterschaft oder Adoption beschäftigen und sich den Wunsch nach einem Baby – egal wie – erfüllen lassen wollen.

 

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Bereits seit fünf Jahren kann die „Kinderwunschmesse“ mit ihrem Kerngeschäft Leihmutterschaft in Köln ungestört gastieren. Und das, obwohl Leihmutterschaft und auch die Werbung dafür in Deutschland verboten sind. Wie kann das sein, fragt sich nicht nur  die Initiative „Lasst Frauen sprechen“, die seit 2023 gegen diese modere Form des Menschenhandels demonstriert.

Emma fragte deshalb bei der Stadt Köln nach. Die von der „Eine-Armlänge-Abstand“-OB Henriette Reker regierte Stadt, in der mittlerweile der Muezzin Lautsprecher verstärkt sein Gejammere über die Köpfe der Ungläubigen jagen darf, weißt jegliche Kritik weit von sich. „Die Messe ist eine reine Informationsplattform“, antwortete Robert Baumanns vom Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit auf die Anfrage von Emma. Prüfungen in den Vorjahren hätten „nichts Gegenteiliges“ ergeben.

Dass die Babyeinkaufsmesse einen klaren kommerziellen Charakter hat und somit eigentlich gegen geltendes deutsches Recht verstößt, lässt sich ohne große Mühe erfassen: Interessierte können Kataloge mit Leihmüttern einsehen, Kostenvoranschläge erhalten und sich über die rechtliche Anerkennung eines Kindes in Deutschland informieren. Website, Programm und Ausstellerliste verdeutlichen diesen Charakter. Der vom britischen Veranstalter FiveSensesMedia vorgelegte „Code of Conduct“ erlaubt ausdrücklich die Kontaktaufnahme zwischen Ausstellern und potenziellen Käufern. Im Newsletter wird zudem mit günstigen Alternativen zur teuren Leihmutterschaft in den USA geworben, etwa durch die Verlagerung der Schwangerschaft in Länder, in denen sie legal und billiger ist. Selbst für die in Deutschland verbotene Geschlechtsselektion wird offen geworben.

Der Verein „FrauenHeldinnen“ teilten auf X mit: „Als Verein, der sich für die Würde und Rechte von Frauen und Kindern einsetzt, haben wir über unsern Anwalt Jonas Jacob einen Antrag auf ordnungsbehördliches Einschreiten bei der Stadt Köln gestellt. Wir fordern, dass die Messe untersagt oder alle Angebote zur Leihmutterschaft sofort verboten werden. Diesen Antrag hat die Ordnungsbehörde abgelehnt, nun schalten wir das Verwaltungsgericht ein.“ Monika Glöcklhofer, zweite Vorsitzende von Frauenheldinnen e.V.:  „Wir lassen nicht zu, dass Frauenkörper und Kinder zu Handelsobjekten werden. Die Stadt Köln darf nicht wegsehen, wenn auf ihrem Gebiet Gesetze gebrochen und Menschenwürde verletzt werden.“

Die Initiative „Lasst Frauen Sprechen!“ lädt an diesem Samstag zu einer Kundgebung gegen diese widerliche Form des Menschenhandels ein:

(SB)

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