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Kampagne „AnsichtsSache“: Dreiste polizeiliche Bürgerverarsche

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Die „AnsichtsSache“-Präventionskampagne der Polizei ist an Dreistigkeit und Realitätsverweigerung schwer zu überbieten: Anstatt klar zu benennen, vor wem man sich in diesem besten Deutschland ever besser in Acht nehmen sollte, kolportiert dieses Machwerkt, dass der weiße Jogger, die feiernde Biokartoffel oder Jens und Paul die Gefahr in der Öffentlichkeit – vor allem für Frauen sei. 

Die „AnsichtsSache“-Kampagne der Polizeilichen Kriminalprävention (PKV), ist seit  6. Oktober online und will uns Biodeutschen beibringen, wie man im öffentlichen Raum niemanden verschreckt – vor allem nicht Frauen.

Verbreitet über die Plattform polizei-beratung.de geht es um Alltagssituationen: Beim Joggen hinter einer Frau bei Dämmerung raten die Tipps, die Straßenseite zu wechseln oder Abstand zu halten, um Beunruhigung zu vermeiden. In der Bahn nach einem Kneipenabend soll man als Angetrunkener Platz wählen, der anderen Raum lässt, höflich fragen und Staring vermeiden. Wer in sein Handy vertieft ist – z.B. in der Schlange am Geldautomaten – wird ermahnt, Abstand zu halten und sich abzuwenden. Gruppen von Freunden sollen kein Spalier bilden, Kommentare für sich behalten und bei Fehlverhalten eingreifen. Nach Feiern gilt Ähnliches: Freundlichkeit, Entschuldigungen und Intervention. Beim Spazierengehen mit Hund ohne Leine: Den Hund anleinen, Raum geben und ansprechen. Beim Heimweg im Dunkeln: Straßenseite wechseln oder zurückfallen, um Verfolgungswahn zu verhindern.

Mehr als nur auffällig: Das Kampagnenmaterial zeigt ein Deutschland, wie vor 30 Jahren:  Der weiße Jogger oder die angetrunkene Kartoffel findet sich auf jedem dieser Blödsinnsplakate. Nur weiße, europäische Kerle – egal ob Jogger, Hundehalter, Bahnfahrer.

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Screenshot

Die Polizeistatistiken oder schlicht ein Blick auf unsere Straßen zeigt, wie wieder einmal ganz bewusst die grauenhafte Realität verdreht und die Bürger belogen werden. Denn: Erfahrungsgemäß sehen die „Problemgruppen“ im Stadtbild anders aus: Die Joggerin fürchtet sich vor illegalen Afrikanern, die öffentliche Parks in Drogenumschlagplätze verwandelt haben. Die Oma am Geldautomaten vor osteuropäischen Räuberbanden und junge Frauen nicht vor den Spalierbildern Jens und Paul.

Die mit Steuergeld fabrizierte Fake-Kampagne zielt bewusst auf die Falschen: brave, weiße Deutsche, die eh schon Abstand halten und „bitte, danke“ sagen. Die wahren Problemmacher,  Migrantencliquen, die Respekt oder Anstand nicht kennen, junge Männer mit muslimischem Migrationshintergrund, in deren Kulturen nicht-muslimische Frauen als Freiwild gelten – tauchen in diesem Machwerkt schlicht nicht auf. Das ist nicht nur weltfremd, das ist eine bösartige Frechheit! „AnsichtsSache“? Eher RealitätsverweigerungSache, die uns für blöd hält und die wahren Probleme unter den Teppich kehrt, während die Sicherheit den Bach runtergeht.

Bei den Kommentaren unter der Kampagne ist man sich sicher:

„Diese Kampagne wird Ihnen um die Ohren fliegen in 3,2,1……“

„Das Klientel welches ihr „eigtl“ ansprecht? Können dies überhaupt lesen was ihr vermitteln wollt?“

„Netter Troll-Post.“

„Noch vor ein paar Jahren konnte ich ganz entspannt und ohne Angst joggen und ich hatte auch keine Angst wenn jemand hinter mir lief. Jetzt jogge ich nicht mehr „

„Seit wann ist es der Polizei erlaubt öffentlich zu lügen?“

(SB)

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