„Tödliches Vermächtnis“: Neues Buch zur Gefährlichkeit von Glyphosat erschienen

von Dr. Gerd Reuther

Glyphosat (auch bekannt unter dem Markennamen Roundup™) ist aus den Medien verschwunden. Zu Unrecht, da dessen Gefährlichkeit fast alles in den Schatten stellt. Nur kurzzeitig erhielt es mit Baummorden in mehreren deutschen Bundesländern Aufmerksamkeit. Jetzt liegt eine umfassende Monographie über Glyphosat und dessen komplexe Toxizität in deutscher Übersetzung vor.

Während sich die Medien mit Fake-Gefahren durch einen herbeigefaselten „Klimawandel“ und „Long Covid“ beschäftigen, werden wir von allen Seiten mit Giften überflutet. Glyphosat ist seit einem halben Jahrhundert eines der gefährlichsten. Die amerikanische Toxikologin Stefanie Seneff hat jahrelang intensiv alles zu dessen Wirkungen recherchiert und 2021 bei uns ziemlich unbemerkt im Covid-Taumel eine umfassende Analyse vorgelegt: “Tödliches Vermächtnis Wie das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat unsere Gesundheit und Umwelt zerstört.”

Glyphosat wurde eigentlich als Rohrreiniger entwickelt, dann als Herbizid zugelassen und später noch als Antibiotikum patentiert. Das besagt viel, wenn so eine Substanz zum Bestandteil der Nahrungskette geworden ist. Inzwischen ist Glyphosat in der konventionellen Landwirtschaft zum fatalen Standard geworden. Es wird nicht nur versprüht, um unerwünschte Unkräuter zu vernichten, sondern zur Erntezeit, um das Kräuterich der Nutzpflanzen zu trocknen!

Wer annimmt, dass mit einem angeblich gestiegenen Umweltbewusstsein von Industrie und Verbrauchern die ausgebrachten Glyphosatmengen abgenommen hätten, der irrt. Die Anwendung steigt, weil viele der gentechnisch modifizierten Nutzpflanzen sonst nicht die gewünschten Erträge abwerfen. Das Gift ist inzwischen überall im Wasser und im Boden. Urinanalysen zeigen, dass fast jeder Glyphosat ausscheidet. Bio-Produkte sind längst nicht mehr frei davon.

Lebensfeindlich und zerstörerisch

Glyphosat ist so lebensfeindlich, da es multiple Schadwirkungen auf grundsätzliche biochemische Prozesse des Lebens hat. Es lässt alle Pflanzen und Mikroben absterben, da es den universellen Shikimat-Stoffwechselweg blockiert. Nur gentechnisch manipulierte Pflanzen können überleben. Obwohl Säugetiere davon nicht direkt betroffen wären, da sie diesen biochemischen Pfad nicht besitzen, gefährdet Glyphosat trotzdem unser Leben. Schließlich tötet die Blockade auch die Mikroben, die wir zum Überleben in und auf uns haben. Außerdem bindet Glyphosat unselektiv Metallionen, die dann für lebensnotwendige Reaktionen nicht mehr zur Verfügung stehen. Glyphosat hat das Potential, den Planeten in eine leblose Wüste zu verwandeln.

Die Autorin zeigt detailliert die Komplexität auf, wie Glyphosat eine Vielzahl weiterer Schadeffekte zur Folge hat. Einer der schwerwiegendsten ist der von der gekauften Wissenschaft geleugnete Ersatz der Aminosäure Glycin, die in den meisten unserer Proteine vorkommt. Derart veränderte Proteine können ihre Funktionen nicht oder nur noch unvollständig erfüllen. Entsprechend treten Schäden an allen Organen auf. Da auch Proteine unserer Epigenetik betroffen sind, können die Funktionsedefekte durch Glyphosat wie genetische Veränderungen an Folgegenerationen weitergegeben werden.

Es ist ein Angriff über verschiedenste Mechanismen und entsprechend heterogen und schwer zuordenbar sin die daraus resultierenden Krankheiten: von Autismus über Parkinson bis zu Autoimmun- und Krebserkrankungen. In Kombination mit anderen Giften potenziert sich die Toxizität. Obwohl es noch genug andere Gifte gibt, lassen sich viele der heute inflationär angestiegenen Gesundheitsstörungen alleine durch Glyphosat erklären.

Eine Pflichtlektüre!

Zugegeben, das Buch ist keine leichte Kost, aber die Autorin verliert nie den Leser aus dem Blick und bleibt im Gegensatz zu manch anderen Fachbüchern trotz der komplexen biochemischen Materie stets klar und verständlich. Das Wissen in diesem Buch sollte eigentlich jeder haben – vor allem diejenigen, die Nahrungsmittel produzieren oder gegen Unkraut kämpfen. Eine Pflichtlektüre ist es für alle politisch Verantwortlichen, diagnostisch tätige Ärzte und Alternativmediziner. Viele Krankheitssymptome versteht man nur, wenn man auch Glyphosat auf dem Radar hat und gezielt Gewebespiegel bestimmt.

Man muss jetzt nicht mehr zum englischen Original greifen. Die deutsche Ausgabe kann man uneingeschränkt empfehlen, da sie auf keiner Seite das Gefühl einer Übersetzung aufkommen lässt. Der sachkompetente Übersetzer hat noch ein sehr lesenswertes 20-seitiges Nachwort beigesteuert, das die Brisanz von Glyphosat mit den mod-mRNA-Gengiften und einer Bevölkerungsreduktion verknüpft. Dem Verleger gebührt der Dank, dass er dieses wichtige Buch hierzulande verfügbar gemacht hat.

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Univ.-Doz.(Wien) Dr. med. Gerd Reuther ist Facharzt für Radiologie, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. In neun Büchern setzt er sich kritisch mit der Medizin und der Wahrnehmung der Geschichte auseinander.