Seit 2019 sind in Deutschland insgesamt 245.000 Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe verloren gegangen, in diesem Jahr sind bereits über 100.000 Jobs in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie gegenüber 2024 weggefallen. Einen Zuwachs an Arbeitsplätzen gab es dagegen in der Bürokratie, wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht, für die knapp 10.000 Unternehmen befragt wurden. Jeder zehnte Betrieb gab an, seit 2022 mehr Personal für gesetzliche Vorgaben und Dokumentationspflichten eingestellt zu haben. 30 Prozent der Unternehmen mit über 50 Beschäftigten gaben an, zusätzliches Personal für Verwaltungsaufgaben eingestellt zu haben, bei Betrieben mit zehn bis 49 Beschäftigten waren es 16 Prozent und selbst bei Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern noch sieben Prozent.
80 Prozent der Betriebe klagen über höhere Kosten infolge der wachsenden Bürokratie – und dies schlägt sich in den notwendig gewordenen Personaleinstellungen alleine für diesen völlig unproduktiven, lähmenden Aufgabenbereich nieder. So mussten laut einer Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit deutsche Unternehmen alleine seit 2022 ganze 325.000 Mitarbeiter nur dafür einstellen, um die zunehmenden bürokratischen Lasten zu bewältigen, wie die “Neue Zürcher Zeitung” bestätigt – bei insgesamt in dieser Zeit eingestellten 639.000 Mitarbeitern ist dies also mehr als die Hälfte – nur für immer weiter steigenden Bürokratielasten. Wer meint, es handele sich dabei um neu geschaffene Stellen und die Bürokratie sei ein Jobmotor, der irrt; tatsächlich werden gerade in Phasen der Schrumpfung wertschöpfende Jobs durch solche administrative Posten ersetzt.
Kein Wachstum durch mehr Verwaltung
Als größte Plage wird dabei die Datenschutzgrundverordnung empfunden, gefolgt von EU-Verordnungen zur IT-Sicherheit und dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Alexander Kubis vom IAB schlägt vor, „zukünftige Gesetze und Verordnungen zunächst befristet einzusetzen und mit einem ergebnisoffenen Prüfauftrag zu verbinden“. Jörg Dittrich, der Präsident des Handwerksverbands ZDH, warnte, dass das Fundament in der Wirtschaft bröckele. Es brauche Taten statt reiner Ankündigungen, die zu spürbaren Erleichterungen in den Betrieben führten. „Neue Prüfaufträge und Kommissionen helfen uns nicht mehr weiter“, kritisierte er. Die bürokratischen Vorgaben seien nicht mehr einzuhalten und würden das Vertrauen in den Staat untergraben. Als Beispiele für Dinge, die sich schnell ändern ließen, nannte Dittrich die Bon-Pflicht in Supermärkten oder die Zeiterfassung für Arbeitnehmer. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche gab vor Beratungen mit mittelständischen Unternehmen zu: „Wir werden aber nicht mit verwalten wachsen. Wir werden nur wachsen, wenn wir wieder Freiräume schaffen“. Konkreter wurde sie freilich nicht.
Außer Phrasen und Lippenbekenntnissen zum Bürokratieabbau hat die Politik nichts zu bieten, da sie selbst in diesem Sumpf aus immer neuen Regelungen gefangen ist. Die Unternehmen bauen produktive Arbeitsplätze ab, weil sich die wirtschaftlichen Bedingungen immer schneller verschlechtern, müssen dafür aber immer neue, völlig überflüssige Arbeitsplätze schaffen, um der Bürokratielawine Herr zu werden, die ihre Produktivität wiederum noch weiter hemmen. Darin drückt sich der ganze selbstzerstörerische Irrsinn in diesem Land aus.























